Auszeichnung für Königswinter

Stiftung "Lebendige Stadt" zeichnet Drachenfelsplateau aus

KÖNIGSWINTER/BERLIN. Die Stiftung "Lebendige Stadt" hat die Stadt Königswinter für das "vorbildlichste öffentliche Bauprojekt" ausgezeichnet. Mit der Neugestaltung des Drachenfelsplateaus gewinnt Königswinter den diesjährigen Stiftungspreis und erhält ein Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro.

Anerkennungen erhielten zudem die Städte Celle, Dinslaken, Kirchhain in Hessen und Neunkirchen/Saarland, Posen sowie Reutlingen. Königswinter behauptete sich damit in einem Bewerberkreis, der insgesamt aus 129 Teilnehmern bestand. Bei einem europaweiten Wettbewerb hatte die Stiftung öffentliche Bauprojekte gesucht, die aus ihrer Sicht vorbildlich realisiert worden waren. Dabei standen die budget- und termingerechte Realisierung sowie ein transparenter Planungs- und Entwicklungsprozess mit umfänglicher Bürgerbeteiligung im Vordergrund.

Das neugestaltete Drachenfelsplateau bezeichnete die Jury als eines der bekanntesten touristischen Highlights in der Region Köln/Bonn. Im Vorfeld des Neubaus wurde in der zweijährigen Planungsphase "in mehreren Workshops unter Bürgerbeteiligung ein Konzept für das Drachenfelsplateau erarbeitet", lobten die Juroren. Danach wurde das Plateau so gestaltet, dass es sich in die Umgebung sowie den Gebäudebestand einfügt und zu einem ansprechenden Gesamtbild geworden sei.

Ein Teil der Fläche wurde mit Sitzstufen ausgestattet, die zum Verweilen einladen. Zudem wurde auf Barrierefreiheit geachtet. "Mit Baubeginn konnten sich die Bürger bei Baustellenbesichtigungen und mittels Webcams über den Fortschritt informieren", begründete die Stiftung ihre Entscheidung weiter. Zudem seien die geplanten Kosten von 9,46 Millionen Euro im Rahmen geblieben.

Freudig überrascht zeigte sich der Königswinterer Wirtschaftsförderer Andreas Paetz über die Auszeichnung, die er gestern in Berlin entgegennahm. "Wir haben damit nicht gerechnet, auch wenn wir wussten, dass wir unter die letzten Nominierten gekommen waren." Besonders herausgehoben hätte die Stiftung den transparenten Prozess mit Bürgerbeteiligung, Expertenrunde und Kabarettprogramm. Danach gefragt, was Königswinter mit dem Geld vorhabe, sagte Paetz, er könne sich vorstellen, "es in Projekte zu investieren, die unsere Stadt weiter lebendig halten".

Die Stiftung "Lebendige Stadt" will in Zeiten von Kritik an Bauprojekten, deren Kosten aus dem Ruder laufen, Akzente setzen: "Unser Wettbewerb hat gezeigt, dass es sehr viele öffentliche Bauprojekte gibt, die vorbildlich und deren Planungsprozesse nachahmenswert sind", erklärte Alexander Otto, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung. Es sei an der Zeit, dass neben dem Steuerschwarzbuch ein Weißbuch mit Positivbeispielen veröffentlicht werde, von denen Kommunen lernen könnten.

Der Wettbewerb

Jährlich prämiert die Stiftung "Lebendige Stadt" stets in einer anderen Kategorie Projekte in Städten und Gemeinden. Um den Titel "vorbildlichstes öffentliches Bauprojekt" hatten sich 129 Kandidaten aus dem In- und Ausland mit unterschiedlichen Projekten beworben.

Neben dem Gewinner Königswinter erhielten die Städte Celle (Neubau der Feuerwehr-Hauptwache), Dinslaken (Bergpark im Kreativ.Quartier Lohberg), Kirchhain/Hessen ("Haus Bürger"), Neunkirchen/Saarland (Neue Gebläsehalle), Posen (Porta Posnania) und Reutlingen (Stadthalle Reutlingen) Anerkennungen.

Die Stiftung

Die von Unternehmer und Mäzen Alexander Otto gegründete Stiftung "Lebendige Stadt" verfolgt das Ziel, die kulturelle Vielfalt und Lebendigkeit der Städte zu fördern. Das Fördervolumen von rund 29 Millionen Euro umfasst unter anderem die Grüngestaltung des Essener Krupp-Parks, die künstlerischen Illuminationen des Berliner Reichstagsgebäudes und des Kölner Rheinufers sowie die Neugestaltungen des Hamburger Jungfernstiegs und des Leipziger Nikolaikirchhofs.

Weitere Informationen gibt es unter www.lebendige-stadt.de