Arbeiten am Schutzzaun sind abgeschlossen

Steinschlaggefahr gebannt - Siegfriedfelsen muss noch gesichert werden

Ortstermin in den Weinbergen: Zur offiziellen Einweihung des Schutzzauns trafen sich die Teilnehmer in Rhöndorf. FOTO: FRANK HOMANN

Ortstermin in den Weinbergen: Zur offiziellen Einweihung des Schutzzauns trafen sich die Teilnehmer in Rhöndorf.

SIEBENGEBIRGE. Großer Bahnhof für ein ungewöhnliches Bauwerk: Auf Einladung des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge (VVS) kamen am Dienstag Vertreter von Land, Kreis und Kommunen sowie Planer und Bauausführende des Sicherheitszaunes in den Weinbergen in Rhöndorf zusammen. Über das "Richtfest", auf das mit Verweis auf den Termin am "Elften im Elften" verwiesen wurde, ist man lange hinaus:

"Es ist ein freudiger Moment, dass nach anfänglichen Schwierigkeiten das Projekt gelungen ist", kommentierte VVS-Chef Hans Peter Lindlar die Fertigstellung des Zauns.

Den nahmen die Gäste, darunter Horst Becker, Staatssekretär im NRW-Umweltministerium, Landrat Sebastian Schuster, die Bürgermeister Peter Wirtz und Otto Neuhoff, Manuel Lauterbach vom Gutachter-Büro "Geo international" und Jens Jähnig, Chef der bauausführenden Firma, aus der Nähe in Augenschein. Sie taten es dort, wo ein Schild auf die Steinschlaggefahr hinweist, die nun gebannt sein soll. Wie die Arbeiten abgelaufen sind, zeigt ein Film, den Jähnig mitgebracht hatte.

Ganz schließen kann der VVS die Akte Siegfriedfelsen noch nicht. Während der Zaun von Land, NRW-Stiftung, Kreis, den Städten Bad Honnef und Königswinter gezahlt wird und die Winzer für dessen Unterhaltung gerade stehen, zahlt der VVS die Sicherung des Felsens. Untersuchungen hatten ergeben, dass sich ein etwa acht Tonnen schweres Stück gelöst hat; der Fels soll mit Stahlseilen gesichert werden. Lindlar: Die Ausschreibung sei abgeschlossen, die Arbeiten würden bald erfolgen.

Was die Zaun-Finanzierung angeht, für dessen Bau der VVS ja die Trägerschaft übernommen und bis zum Eingang der ersten Fördergelder vorfinanziert hat, meldete Lindlar Vollzug. "Heute ist die letzte Rate des Landes eingegangen." Allen Beteiligten dankte er nach einem holprigen Start für das gute Zusammenwirken.

Das Projekt sei "Abrundung und Fertigstellung der Flurbereinigung der 70er Jahre", da seinerzeit die Gefahr durch den Fels außer Acht gelassen worden sei, so Lindlar. Bälle ans Land, die Becker so nicht zurückgab. Aber: "Ganz stressfrei war die Sache nicht", auch nicht für das Land, das den dicksten Batzen zahlt. Manchmal habe er schon gedacht: "Es gibt mehr Leute, die Probleme suchen als solche, die sie lösen." Aber: "Jeder muss seine Rechtsposition wahren, und am Ende des Tages muss das Beste herauskommen. Ich freue mich wirklich, dass das gelungen ist."

Auf einen Wermutstropfen für viele Bürger verwies Neuhoff: die teilweise Wegesperrung auf Dauer. Wichtig jedoch sei: Ein "einzigartiges Kulturgut", der Weinbau, sei gerettet. Und die Winzer Bobbi und Felix Pieper sowie Karl-Heinz Broel, so Neuhoff, hätten "sicher die meisten Nerven gelassen".

Winzer Felix Pieper, der auch die "Heinzelmännchen" und Neuhoffs Amtsvorgängerin Wally Feiden in seinen Dank einschloss, machte es kurz: "Allen gilt tiefster Dank."

Eineinhalb Jahre Planung und Bau - Eine Chronologie des Zaunbaus

Viele Hürden mussten bis zur Errichtung des Schutzzaunes genommen werden:

  • 4. Januar 2011: Ein 2,4 Kubikmeter schwerer Brocken stürzt in den Weinberg; der mittlere Weg wird gesperrt. Der obere Weg war bereits 2002 geschlossen worden.
     
  • 26. Juli 2013: Der Arbeitsschutz der Bezirksregierung verhängt für Teile der Weinberge ein Betretungsverbot für die Mitarbeiter der Winzer Pieper und Broel. Oktober 2013: Die "Heinzelmännchen" bringen die Ernte ein.
     
  • November 2013: Die Einigung zum Finanzierungskonzept steht. Im Dezember wird die Vereinbarung unterschrieben. Das Land zahlt bis zu 700 000 Euro, der Rhein-Sieg-Kreis 300 000 Euro, die Städte Bad Honnef und Königswinter je 150 000 Euro, die NRW-Stiftung 200 000 Euro. Der VVS erklärt sich bereit, 165 000 Euro für die Sicherung des Felsens auf seinem Gebiet bereitzustellen. Zugleich ist der VVS Maßnahmenträger für den Schutzzaun.
     
  • Januar 2014: Die Aufträge für die Fach- und geotechnischen Planungen werden vergeben.
     
  • Mai/Juni 2014: Das Projekt droht zu kippen, weil niemand die vom Land geforderte Bürgschaft über 500 000 Euro übernehmen will. Die Winzer verpflichten sich, die Wartung des Zaunes zu übernehmen; die Bürgschaft entfällt.
     
  • 6. August 2014: Die Baugenehmigung durch die Stadt Bad Honnef ist da.
     
  • 13. August 2014: Die Arbeiten am Zaun beginnen.
     
  • 11. November 2014: Offizielle Einweihung des fertigen Zauns.