Veranstaltungsraum fehlt

Stadt zieht Pläne für Multifunktionshalle in Stieldorf zurück

Bis auf Weiteres nicht nutzbar ist das Dorfgemeinschaftshaus in Oelinghoven. Es weist Brandschutzmängel auf.

Bis auf Weiteres nicht nutzbar ist das Dorfgemeinschaftshaus in Oelinghoven. Es weist Brandschutzmängel auf.

STIELDORF. Ein Gespräch der Vereine mit Politik und Stadt hat die Wogen geglättet: Klar ist, dass im Kirchspiel Stieldorf ein Veranstaltungsraum fehlt. Aber der muss nicht so groß sein.

Die Pläne für eine Multifunktionshalle in Stieldorf, die von den Vereinen des Kirchspiels genutzt werden kann, sind vom Tisch. Stattdessen wollen die Vereine nun erst einmal ihren genauen Bedarf ermitteln, anschließend soll erneut mit der Verwaltung verhandelt werden. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Bürgermeister, Verwaltung, Fraktionsvorsitzenden und den Vereinen.

Wie mehrfach berichtet, fehlen den Vereinen Räume für Veranstaltungen. Verschärft hat sich das Problem, seit das Gasthaus „Op de Hüh“ in Bockeroth geschlossen hat und das Dorfgemeinschaftshaus in Oelinghoven wegen Brandschutzmängeln nicht genutzt werden kann. Ins Gespräch kam eine Multifunktionshalle in Stieldorf, die von allen Vereinen genutzt werden sollte – aber auch von der Schule.

Doch bald stand das Projekt auf der Kippe. Während die Politik mehr Engagement von den Vereinen forderte, machten diese deutlich, dass sie sich bei einem solch umfangreichen Projekt personell schlicht überfordert sehen. Diese Woche gab es nun ein weiteres Gespräch zwischen Bürgermeister Peter Wirtz, den Fraktionsvorsitzenden, Verwaltungs- und Vereinsvertretern. „Ein Gespräch, das sehr gut gelaufen ist“, so Dagmar Ziegner, Vorsitzende des Bürgervereins Rauschendorf. „Es konnten einige Missverständnisse aufgeklärt werden.“

Raum für Karneval wie für Seniorenfeiern

Auch der Bockerother Bürgervereinsvorsitzende Holger Willcke zeigte sich zufrieden. „Es war ehrliches Gespräch.“ Das Ergebnis: Die Planungen für eine Multifunktionshalle werden ad acta gelegt, „stattdessen treten wir erst noch mal einen Schritt zurück und ermitteln mit den rund 15 Vereinen den genauen Bedarf“, so Ziegner.

Denn es sei klar geworden, dass die Vereine so eine große Halle gar nicht brauchen, so die beiden Vorsitzenden übereinstimmend. „Wir haben gedacht, dass die Stadt die Halle als Erweiterung für Schule und OGS benötigt und wir dort einfach mit reinschlüpfen sollten“, so Willcke. Aber nachdem die Stadt an diesem Thema nicht habe festhalten wollen, „war schnell klar, dass wir Vereine etwas anderes brauchen – und ja auch immer wollten“.

Das sieht auch Ziegner so: „Wir brauchen einen Veranstaltungsraum, wo Veranstaltungen der Vereine, Seniorenfeiern, vielleicht kleinere Karnevalssitzungen oder auch ein Beerdigungskaffee möglich sind“, so Ziegner. Und ihr Kollege Willcke ergänzt: „Glücklicherweise wurde früh genug die Notbremse gezogen.“ Nun gelte es, neu zu denken. Wenn man sich im Klaren darüber sei, „wie groß oder klein es sein muss“. Dass kein Dorf ein eigenes Haus bekomme, „ist uns klar. Wir verstehen alle, dass es eine zentrale Lösung geben muss“. Aber, so glaubt Ziegner, wenn dieses deutlich kleiner ausfällt, sollten die Vereine auch in der Lage sein, ihren Beitrag zu leisten.

Auch die Verwaltung zeigte sich mit dem Gespräch zufrieden. „Wir haben Irrtümer ausräumen können“, so der Technische Dezernent Theo Krämer. „Wenn die Vereine den Bedarf ermittelt haben, werden wir uns wieder zusammensetzen und nach Lösungen suchen.“