Neubaugebiet in Königswinter

Sozialer Wohnraum in Vinxel

Die Zukunft des Hobshofes ist völlig ungewiss.

Die Zukunft des Hobshofes ist völlig ungewiss.

Königswinter. Was geschieht an der Holtorfer Straße und am Kapellenweg in Vinxel? Nun interessieren sich auch Wohnungsbaugesellschaften für das Bauvorhaben.

Eine neue Wendung nimmt die geplante Bebauung an der Holtorfer Straße und am Kapellenweg in Vinxel. Bei einem Gespräch mit Stadtverwaltung und Bürgerinitiative signalisierten die städtische Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbaugesellschaft (WWG) und die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG) für den Rhein-Sieg-Kreis, dort sozialen Wohnungsbau schaffen zu wollen.

„Die WWG überlegt, im Rahmen der Entwicklung des Neubauvorhabens sich zu beteiligen“, sagte Geschäftsführer Andreas Pätz. Der Aufsichtsrat habe die Gesellschaft beauftragt, weitere Flächen für preiswerten Wohnraum in der Stadt zu suchen. „Wir haben auf Wunsch der Bürgerinitiative an dem Gespräch teilgenommen.“ Vorstellbar sind für Pätz ein oder zwei Mehrfamilienhäuser an der Holtorfer Straße 1 oder auf der gegenüberliegenden Seite am Kapellenweg.

Dieses Vorhaben teilt er mit GWG-Geschäftsführer Achim März. „Wir stehen zur Verfügung, wenn seitens der Eigentümer Interesse besteht. Wir suchen immer Flächen für finanzierbaren Wohnraum“, so März.

Eigentümerin der Flächen ist der Erzbischöfliche Schulfonds Köln. Dessen Geschäftsführer Franz Georg Müller freut sich über das Interesse der beiden Wohnungsbaugesellschaften. „Wir sind mit ihnen im Gespräch. Das deckt sich mit unseren Interessen“, sagte er dem General-Anzeiger. Er rechne in den nächsten Wochen mit einem konkreten Angebot.

Die vom Schulfonds seit Monaten angekündigte, aber immer wieder hinausgeschobene Überarbeitung der Entwurfsplanung unter Berücksichtigung der von den Bürgern formulierten Änderungswünsche lässt hingegen weiter auf sich warten. Erst war diese für die Planungsausschussitzung im November angekündigt worden, dann für Februar, aber auch dieser Termin lässt sich nicht halten. Politik, Verwaltung, Bürgerinitiative und Bürgerverein müssen weiter warten. „Wir werden zunächst unsere Gespräche mit Interessenten fortführen“, sagt Müller. Vielleicht sei in vier Wochen eine Aussage gegenüber der Stadt möglich. Dann könnte es die Vorlage noch in die Sitzung am 29. März schaffen.

Müller, der sich in der Vergangenheit noch nie zu der Bebauung in Vinxel in der Öffentlichkeit geäußert hatte, sieht das Problem in der Schere zwischen bestehendem Recht und den Begehrlichkeiten vor Ort. „Wir haben Grundstücke mit Baurecht und einen gültigen Bebauungsplan. Davon will man in Königswinter, wie mir scheint, aber nicht mehr allzu viel wissen.“ Am Kapellenweg würde man zum Beispiel gerne an der geplanten Bebauung festhalten.

„Wir haben aber den Eindruck, dass es da innerhalb der Verwaltung und Politik keine einheitliche Meinung gibt.“ Auch das Hobshof-Gelände würde der Schulfonds gerne an die Bürgerinitiative und den Bürgerverein veräußern, die dann dort ihre Vorstellungen von einer Gemeinbedarfsfläche verwirklichen könnten. „Wir haben kein Problem, das Grundstück an sie zu verkaufen, solange es kein AfD-Bildungshaus oder Scientology-Zentrum wird“, so Müller. Das Problem sei jedoch, dass bisher nur die Wohnungsbaugesellschaften klare Vorstellungen geäußert hätten. „Andere haben große Wünsche. Wenn es um deren Realisierung geht, wird es aber schwierig.“

Dem widerspricht Christoph Kley von der Bürgerinitiative nicht direkt. Die Suche der Bürger, einen Investor zu finden, der bereit sei, sowohl die gewünschte moderate Bebauung am Kapellenweg zu realisieren als auch die Gemeinbedarfsfläche auf dem Hobshofgelände mit einer Gastwirtschaft zu entwickeln, sei bisher ergebnislos verlaufen.

„Die Erkenntnis des jüngsten Gesprächs bei der Stadt war, dass wir den Bebauungsplan nicht ändern können, solange es einen solchen Investor nicht gibt.“ Der Initiative und dem Bürgerverein bliebe daher derzeit nichts anderes übrig, als auf den überarbeiteten Entwurf des Eigentümers zu warten. Der Wunsch der Bürgerinitiative, die WWG möge doch das Hobshof-Gelände entwickeln und dort eine Gastronomie ansiedeln, erfüllte sich nicht. WWG-Geschäftsführer Pätz möchte sich an dieser Stelle der Stadt auf die Schaffung von sozialem Wohnraum beschränken.