Künftiger Gewerbepark

So laufen die Abrissarbeiten in den Lemmerzhallen

Ganze Arbeit leistet der Bagger, der zurzeit eine Halle im zentralen Bereich abreißt.

Ganze Arbeit leistet der Bagger, der zurzeit eine Halle im zentralen Bereich abreißt.

Königswinter. Die Pütz Unternehmensgruppe hat die Lemmerzhallen in Königswinter nach dem Kauf vor zwei Jahren nun komplett entkernt und Schadstoffe beseitigt. Ein Blick auf die aktuellen Arbeiten.

Bis auf das Schild der Niederkasseler Pütz Gruppe, auf dem nach Mietern für den künftigen Gewerbepark gesucht wird, hat sich rein äußerlich an den Lemmerzhallen noch wenig verändert. In den Gebäuden ist dagegen schon sehr viel passiert, seitdem das Unternehmen das rund 22.000 Quadratmeter große Areal mit den Hallen und dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Stadt im Juli 2017 abgekauft hatte.

„Wir haben schon ganz viel geschafft, auch wenn von außen davon nicht viel zu sehen ist“, sagt Unternehmenschef Hans-Werner Pütz. Zum Zeitpunkt des Kaufs hatte er noch gehofft, dass Mitte 2018 die ersten Mieter einziehen könnten. Doch wie so oft bei Altbauten und besonders bei Industriegebäuden entpuppten diese sich im Laufe der Sanierung als Fass ohne Boden. „Da haben wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Wir haben zu viele Sachen gefunden, die entsprechend sensibel behandelt werden mussten“, sagte Pütz.

Etage für Etage zertifiziert

Die Arbeiten gingen zwar voran, aber nur langsam. „Wir haben jetzt alle Gebäude komplett entkernt und dekontaminiert“, berichtet der Investor. Mit dem Kaufvertrag war auch die Haftung für mögliche Altlasten sowie für die Boden- und Grundwasserbelastung auf den Käufer übergegangen. Mitarbeiter von Spezialfirmen in Schutzanzügen entsorgten mit Asbest oder PCB belastete Materialien, die mit Rücksicht auf die Gesundheit oder den Brandschutz heute nicht mehr zulässig sind. Auch die Hallenböden, die mit Kohlenwasserstoff belastet waren, mussten erneuert werden.

Dies alles musste mit den Gutachtern und den Genehmigungsbehörden bei der Stadt und beim Rhein-Sieg-Kreis abgestimmt werden. Die Raumluft wurde dabei abgesaugt und gemessen, Etage für Etage wurde von den Behörden anschließend zertifiziert. Beseitigt werden mussten zum Teil auch massive Rohrleitungen, die früher für die Produktion gebraucht wurden. Auch neue Stromleitungen mussten verlegt werden.

Teile unter Denkmalschutz

Zurzeit wird ein rund 2000 Quadratmeter großer Teil im zentralen Bereich der Hallen abgerissen. Der Bagger leistet hier ganze Arbeit. Andere Gebäudeteile müssen aus Brandschutzgründen voneinander getrennt werden. Das komplette Kanalnetz muss ebenfalls erneuert werden. Allein dies ist laut Pütz eine Arbeit von rund zwei Monaten. Zum Glück habe sich herausgestellt, dass der unter den Hallen in einer Betonwanne verlaufende Mirbesbach auf seinem Weg vom Siebengebirge zum Rhein keine größeren Schäden verursacht habe.

Die alten Fenster im Bürogebäude wurden in Abstimmung mit der Stadt bereits ausgetauscht. Die Dachflächen wurden abgedichtet oder erneuert. Unter Denkmalschutz stehen nur Teile des Verwaltungsgebäudes wie das Treppenhaus. In den Hallen muss darauf keine Rücksicht genommen werden. Parallel läuft die Suche nach künftigen Nutzern. „Wir sind in Gesprächen mit potenziellen Mietern“, sagte Pütz.

Eine echte Herausforderung

Dabei werden die Hallenflächen naturgemäß besonders stark nachgefragt: Im ersten Bauabschnitt geht es laut der Pütz Gruppe um bis zu 5000 Quadratmeter, im zweiten Abschnitt um weitere 4000. Im neuen Gewerbepark ist allerdings der Anteil der Büroflächen, rund 6500 Quadratmeter, durch das ehemalige Verwaltungsgebäude sehr groß.

Rückblickend haben sich die Lemmerzhallen auch für ein so großes Unternehmen wie die Pütz Gruppe als echte Herausforderung herausgestellt. „Es handelt sich um sehr alte Gebäude. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viele Schadstoffe es da gegeben hat“, sagte Pütz.