Ausstellung in Königswinter

Siebengebirgsmuseum zeigt Landschaftsskizzen auf Papier

Königswinter. Das Siebengebirgsmuseum in Königswinter zeigt in einer Sonderausstellung Landschaftsskizzen auf Papier. Bis Oktober sind rund 60 Arbeiten der Sammlung "RheinRomantik" zu sehen.

Die Landschaft steht im Mittelpunkt. Manchmal wie hingeworfen, mit ein paar Strichen auf Papier skizziert. Ein anderes Mal mit der Tuschefeder fein ziseliert ausgearbeitet. Häufig stellen die Arbeiten das Rheintal im Siebengebirge dar, aber auch Ansichten von Koblenz, Kaub, Andernach und Bacharach zeigt die neue Ausstellung im Königswinterer Siebengebirgsmuseum.

Bis zum 27. Oktober sind dort unter dem Titel "Mit Pinsel und Feder – Landschaften auf Papier" rund 60 Arbeiten aus der Bonner Sammlung "RheinRomantik" zu sehen.

"Zweimal im Jahr haben wir die Möglichkeit, aus der Privatsammlung für eigene Themen Arbeiten auszuwählen", sagt Irene Haberland, Kuratorin der neuen Sonderausstellung. Der Großteil der Leihgaben, die nun in der Königswinterer Altstadt zu sehen sind, sei vorher noch nicht öffentlich gezeigt worden.

Zwischen 1790 und 1860 sind die Skizzen und Studien auf Papier entstanden, darunter solche von Christian Georg Schütz und Georg Schneider.Um 1800 waren die beiden Landschaftsmaler am Rhein unterwegs – und das war zu jener Zeit durchaus selten.

"Es war die Zeit der napoleonischen Kriege“, erklärt Haberland. „Es herrschte Unsicherheit im Rheinland, das für Maler damit nicht sonderlich attraktiv war." Schütz und Schneider jedoch zeichneten in diesen Kriegszeiten mit geradezu dokumentarischer Genauigkeit die Rheinlandschaft. Schneider etwa arbeitete seine Motive vor Ort detailliert aus und nutzte seine Skizzen später als Grundlage für seine Gemälde.

Unterschiedliche Facetten und Techniken

Arbeiten der Düsseldorfer Malerschule, des niederländischen Künstlers Harmen van der Wyck und des Schweizer Malers Ludwig Bleuler zeigen ganz unterschiedliche Facetten und Techniken – oder geben auch einen Eindruck, wie die Künstler jeden Zentimeter des Blattes für ihre verschiedenen Skizzen auszunutzen verstanden.

Eine Ansicht von Pfalzgrafenstein bei Kaub und auch der Stadt Mainz gehören zu den Arbeiten, die von Fritz Bamberger im Siebengebirgsmuseum zu sehen sind. "Er hat ein breites Format entwickelt und war damit in seiner Zeit relativ innovativ", so Haberland. Ein Teil seiner Panorama-Ansichten fand sich später zum Ausklappen in den Reiseführern der damaligen Zeit wieder.

Haberlands persönliches Lieblingswerk in der Ausstellung stammt von Johann Wilhelm Schirmer und zeigt den Rhein bei Koblenz um 1845. Teils in Aquarellfarben, teils mit Bleistift hat er die Landschaft skizziert. "Der Betrachter hat förmlich vor Augen, wie der Maler an dieser Stelle sitzt, die Landschaft betrachtet und sie zu Papier bringt", sagt Haberland. "Es ist, als schaue man dem Künstler bei seiner Arbeit über die Schulter."