Großeinsatz in Niederdollendorf

Sieben Verletzte: Streit zwischen Familien eskaliert

NIEDERDOLLENDORF. Quer durch die Stadtteile Ober- sowie Niederdollendorf haben sich am Mittwoch die Spuren eines Familienstreits gezogen, in dessen Folge insgesamt sieben Menschen verletzt wurden, einer von ihnen schwer.

Wie die Polizei auf Anfrage berichtete, liegt der genaue Hergang des Geschehens noch im Dunkeln. Gesichert sei lediglich, dass es gegen 16.56 Uhr zu der "massiven Auseinandersetzung" kam.

Zu diesem Zeitpunkt erreichte die Leitstelle nach eigener Auskunft ein erster Anruf, in dem ein Augenzeuge einen heftigen Streit mehrerer Beteiligter unter Einsatz von Stichwaffen schilderte. Austragungsort war nach GA-Informationen dabei offenbar zunächst die Heisterbacher Straße.

Nachdem auch ein zweiter Anrufer von einem Streit sowie Verletzten berichtete, entsandte die Leitstelle mehrere Notärzte, Rettungswagen sowie rund 30 Polizisten sowohl in die Heisterbacher Straße wie auch nach Niederdollendorf in die Sebastianusstraße, wo der Streit sein Ende fand. Insgesamt sieben zum Teil schwer Verletzte trafen die Einsatzkräfte an.

Nach der Erstversorgung wurden sie laut Polizei in verschiedene Krankenhäuser eingeliefert. Lebensgefahr habe laut Polizei jedoch bei keinem der Betroffenen bestanden, weshalb darauf verzichtet worden sei, eine Mordkommission einzurichten. Weitere Beteiligte seien identifiziert. Ermittlungen gegen sie sowie zum genauen Hergang des Streits würden nun folgen.

Anwohner berichteten dem GA vor Ort, dass sich der Streit zwischen den beiden Familien, die weitläufig miteinander verwandt sein sollen, schon eine Weile hinziehe. Einen weiteren Höhepunkt erreichte er offenbar am Abend, als es nach übereinstimmender Auskunft mehrerer Anwohner, zu Handgreiflichkeiten auf der Sebastianusstraße kam.

Das Auto einer der Familien soll dabei demoliert worden sein. In der Folge hätten Mitglieder des einen Familienzweigs Mitglieder des anderen durch die Straße gejagt.

Eine andere Anwohnerin sagte, dass es sich ihres Wissens bei den Angriffen am Mittwochnachmittag um eine Racheaktion für die Sachbeschädigung gehandelt habe. Offenbar gezielt hätten drei Söhne der einen Mitglieder der anderen Familie aufgesucht, um Vergeltung zu üben. Sie seien in der Nachbarschaft als gewaltbereit bekannt. Die Polizei bestätigte, dass sowohl diese drei jungen Männer wie auch drei junge Männer aus der anderen Familie als Intensivtäter bekannt sind.

Am Nachmittag dann der Höhepunkt des Streits: Eine Anwohnerin, die wegen des Lärms auf die Situation aufmerksam wurde, schilderte dem General-Anzeiger auf Grundlage ihrer Beobachtungen, dass bei der Auseinandersetzung unter anderem ein Messer, eine Schere sowie weitere Schlagwaffen zum Einsatz gekommen seien. Die Polizei habe diese sichergestellt.

Update 23.20 Uhr:

Wie die Polizei berichtet, wurden noch am Abend zwei Tatverdächtige festgenommen. Diese befanden sich zur ärztlichen Behandlung in der Bonner Uniklinik.