Ausstellung im Rathaus

Selbsthilfe-Kontaktstelle des Kreises informiert in Königswinter

Machen auf die Selbsthilfe aufmerksam (v.l.): Jutta Schnippering, Jutta Klee, Helmut Kongehl, Marion Baumann und Marita Besler.

Machen auf die Selbsthilfe aufmerksam (v.l.): Jutta Schnippering, Jutta Klee, Helmut Kongehl, Marion Baumann und Marita Besler.

Königswinter. In einer Wanderausstellung informiert die Selbsthilfe-Kontaktstelle Rhein-Sieg-Kreis über die verschiedenen Selbsthilfegruppen und ihre Relevanz. Unter dem Motto „Selbsthilfe.Gruppen.Leben“ sind dort nun insgesamt 15 Rollups zu sehen und verschiedene Infomaterialien ausgelegt.

Wie sich ein Schlaganfall bei einem Patienten auswirkt, ist immer unterschiedlich. „Es gibt so viele Wege wie es Menschen gibt“, betont Heinz Wolter, der selbst mit 19 Jahren eine Gehirnblutung erlitt und sich danach wieder zurück in die Selbstständigkeit kämpfte. Wolter leitet seit Anfang dieses Jahres die Selbsthilfegruppe „Gehirn“ der Selbsthilfe-Kontaktstelle Rhein-Sieg-Kreis. Von seinem Schicksal und seiner Arbeit als Gruppenleiter erzählte er nun bei der Ausstellungseröffnung im Königswinterer Rathaus.

Unter dem Motto „Selbsthilfe.Gruppen.Leben“ sind dort nun insgesamt 15 Rollups – also Rollbanner – zu sehen und verschiedene Infomaterialien ausgelegt. Auf diesen Plakatwänden informiert die Kontaktstelle über die verschiedenen Gruppen, von Themen wie ADHS über Depression, Multiple Sklerose bis zu Sucht. „Wir zeigen die Vielfalt der Selbsthilfe im Rhein-Sieg-Kreis“, erklärt Marita Besler von der Kontaktstelle bei der Eröffnung.

Wanderausstellung im Rhein-Sieg-Kreis

Zum 25-jährigen Jubiläum vor zwei Jahren wurde die Ausstellung ins Leben gerufen. Seitdem ist sie immer für mehrere Wochen in den einzelnen Rathäusern des Rhein-Sieg-Kreises zu sehen. Nun können sich Interessierte noch bis Mittwoch, 8. November, in Königswinter informieren. Und das ist nach Angaben der Initiatoren auch notwendig. „Wir erfahren immer wieder, wie wenig Menschen davon wissen“, so Besler. Dabei gebe es um die 300 Gruppen allein im Rhein-Sieg-Kreis. „Wir wollen damit zeigen, wie wichtig das ist und wie sinnvoll es ist, in die Selbsthilfe zu gehen“, betont Besler. Stabilität durch die Gruppe, Präventivmaßnahmen, sich informieren und sich austauschen. Das seien nur einige Vorteile.

„Viele Menschen sind hilflos“, findet auch Wolter. Er sieht seine Gruppe daher ebenfalls als eine Möglichkeit, sich Informationen zu holen. „Ich wäre froh, wenn mehr Leute davon wissen würden“, sagt der Königswinterer. Den Antrieb, eine Gruppe zu leiten, hatte er auf einer Messe, erzählt er. Dort wurde er gefragt, ob er sich das vorstellen könne und habe es dann, nach dem Besuch eines Workshops, einfach gemacht. „Das bringt schon was“, zieht er eine erste kurze Bilanz nach neun Monaten. Bei der Eröffnung dabei war auch Jutta Schnippering von der Volkshochschule Siebengebirge.

Veranstaltungen rund um die seelische Gesundheit

„Wir haben auch Veranstaltungen rund um die seelische Gesundheit“, so die Fachbereichsleiterin Gesundheit und verwies auf eine Veranstaltung am Mittwoch, 18. Oktober, in Haus Bachem. Zum Thema „Seelische Gesundheit oder Was der Seele gut tut!“ findet dort um 18 Uhr ein Workshop zu seelischen Erkrankungen statt.

Mit der Ausstellung hofft die Selbsthilfe-Kontaktstelle des Paritätischen auch Menschen Mut zu machen, nicht nur eine Gruppe zu besuchen, sondern ebenso eine zu gründen. Die Betroffenen hätten das Expertenwissen, so Besler. Auch Bürgermeister Peter Wirtz betonte: „Selbsthilfe ist die beste Hilfe.“