Schlossleuchten im Siebengebirge

Schloss Drachenburg leuchtet wieder

Siebengebirge. Am Freitagabend hat Lichtkünstler Wolfgang Flammersfeld den Schalter umgelegt und das Gebäude und den Park zum fünften Mal mit Lampen in schillernden Farben in Szene gesetzt.

Zum mittlerweile fünften Mal inszeniert der Lichtkünstler Wolfgang Flammersfeld an fünf Wochenenden ab Ende Januar das Schlossleuchten. Für seine Installationen hat er sich wieder einiges einfallen lassen. Verblüffende Videoprojektionen und Spiegelungen, überdimensionale Kugeln und fliegende Stühle – in den vergangenen Jahren hat der 66-Jährige das historische Gemäuer hoch über dem Rhein immer wieder neu in Szene gesetzt.

„Drachen“, „Farben und Formen“ oder „Kurioses“ waren zuletzt die Überschriften seiner Installationen. Dieses Mal jedoch möchte der Künstler kein Motto vorgeben: „Das hat uns doch zu sehr eingeschränkt“, sagt er. Schließlich gehe es doch darum, Schloss und Park global mit Licht zu bespielen, wie er es formuliert.

Selbst für den Profi ist die Drachenburg ein besonderer Ort

Und darin ist Flammersfeld ein absoluter Profi: Am vergangenen Wochenende haben er und sein Team etwa die „Winterlichter“ im Frankfurter Palmengarten demontiert, in den Tagen zuvor Lichtinstallationen im Mannheimer Luisenpark aufgebaut. Nach Königswinter stehen weitere Veranstaltungen in Essen, in der Dechenhöhle bei Iserlohn und der Barbarossahöhle bei Rottleben in seinem Kalender.

Schloss Drachenburg ist für Flammersfeld bei aller Professionalität dennoch ein besonderer Ort: „Viele Ideen, die ich in den vergangenen Wochen entwickelt habe, werden wir in Königswinter erstmals umsetzen“, sagt er.

Nicht alles will er verraten. Nur so viel: Im Park werden mehrere Märchenhäuser in einer Höhe von rund drei Metern installiert, die das Märchen „Die drei kleinen Schweinchen“ aufgreifen. Zudem entsteht ein rund 60 Meter langer „Walk of Light“, über den die Besucher flanieren können. Und im Inneren des Schlosses entfaltet das Regal eines großen schwedischen Möbelunternehmens anhand von Videoprojektionen eine ungeahnte Optik.

Wegen der schöneren Wirkung geht es erst im Dunkeln los

Insgesamt 16.400 Besucher kamen 2018 zum Schlossleuchten – ein Rekord, wie Alexandra von dem Brinke, auf Schloss Drachenburg für Veranstaltungen zuständig, sagt. „Und das, obwohl wir im vergangenen Jahr erstmals lediglich an fünf statt wie bis dahin an sechs Wochenenden geöffnet hatten.“ Eine Veränderung gibt es bei den Öffnungszeiten.

Versuchsweise gingen die Lichter auf Schloss Drachenburg im vergangenen Jahr bereits um 17 Uhr an, damit insbesondere Fotografen das Dämmerlicht für ihre Aufnahmen nutzen konnten. Doch das habe sich nicht bewährt, sagt von dem Brinke. „Für die meisten Besucher waren die früheren Öffnungszeiten nicht so interessant, weil die Lichtinstallationen erst bei Dunkelheit vollständig zur Geltung kommen.“

Entsprechend erstrahlt das Schloss nun wieder erst ab 18 Uhr. Unverändert bleibt, dass Flammersfeld auch den Hauptturm in seine Illumination einbinden wird. „Die Besucher können sich frei durch Schloss und Park bewegen“, so von dem Brinke. „Es wird kein Weg vorgegeben, dem man folgen müsste, um alle Installationen zu sehen.“

Die schönste Aussicht ist die von oben

Teil des Schlossleuchtens ist auch wieder die Nibelungenhalle, die Fußgänger auf halbem Weg zum Schloss passieren. Und da müssen die Besucher in diesem Jahr auch keine Taschenlampe bereithalten: „Der Weg vom Parkplatz am Lemmerzbad zum Schloss wird beleuchtet“, verspricht von dem Brinke. In Kooperation mit dem Schwimmtreff, der das Lemmerzfreibad betreibt, werden Lampen installiert, „damit kein Fußgänger in der Dunkelheit nach dem Weg suchen muss“.

Wer die Lichtinstallationen von Flammersfeld aus Vogelperspektive sehen möchte, dem empfiehlt von dem Brinke den Aufstieg auf den Nordturm. „Der ist normalerweise nur im Rahmen von Sonderführungen zugänglich.“ Zum Schlossleuchten werde er jedoch geöffnet, sodass immer eine begrenzte Zahl von Besuchern hinaufsteigen kann.

„Und die Aussicht von oben auf das leuchtende Schloss und das Rheintal eröffnet noch einmal ganz neue Ansichten.“ Auf die vorherrschende Farbe fürs Schlossleuchten 2019 hat sich Flammersfeld im Übrigen festgelegt: „Das Schloss wird rot“, sagt er. „Höchstwahrscheinlich.“