Kommentar zur Entwicklung in Königswinter

Schade für die Altstadt

Wegweiser: Die CJD-Aula war Ort der Diskussion.

Wegweiser: Die CJD-Aula war Ort der Diskussion.

Königswinter. Nach dem „Ausschluss“ der AMP Gruppe aus der Arbeitsgemeinschaft Altstadtentwicklung ziehen sich die Köpfe der Initiative zurück. Es ist schade für die Altstadt, kommentiert GA-Redakteur Hansjürgen Melzer die Situation zwischen der AMP und der Stadt.

Nein, die AMP Gruppe hat kein Anrecht darauf, dauerhaft in der Arbeitsgruppe Altstadtentwicklung mitzuarbeiten. Der Planungs- und Umweltausschuss hatte im Januar 2016 den Teilnehmerkreis für die Projektlaufzeit des Integrierten Handlungskonzepts um zwei Vertreter der AMP Gruppe erweitert. Formal ist die Verwaltung also völlig im Recht, wenn sie feststellt, dass das Mandat auf Zeit jetzt abgelaufen ist.

Richtig ist aber auch, dass die engagierten Bürger, die sich in der AMP Gruppe organisiert haben, vom engeren Zirkel des künftigen Planungsprozesses künftig ausgeschlossen sein werden. Ihre Einflussmöglichkeit wird auf das Recht, das jeder Bürger hat und kürzlich zum Beispiel bei der Bürgerwerkstatt ausüben konnte, reduziert.

Der massive Druck, den die AMP Gruppe im Vorfeld der Bürgerwerkstatt auf die Verwaltung ausgeübt haben soll, um dort ihre Vorstellungen präsentieren zu können, soll das Fass zum Überlaufen gebracht haben. Mit diesen Leuten möchten Verwaltung und Teile der Politik nicht mehr an einem Tisch sitzen.

Doch wie ist es dazu gekommen, dass die Situation zwischen Verwaltung und Politik auf der einen und der AMP Gruppe auf der anderen Seite so verfahren ist. Wie immer im Leben werden beide Seiten Fehler gemacht haben. Die AMP Gruppe, weil ihre beiden Protagonisten Heimo Thomas und Bernhard Rothe aus dem Umfang ihres löblichen ehrenamtlichen Engagements das Recht ableiteten, jederzeit und überall Gehör finden zu dürfen. Verwaltung und Politik, weil es ihnen nicht gelungen ist, diese Menschen dennoch in den Prozess einzubinden. Da aber beide Seiten doch nur eines wollen, nämlich für künftige Generationen eine lebenswertere Altstadt zu schaffen, ist jeder, der auf der Strecke bleibt, für die Stadt ein echter Verlust. Das ist unter dem Strich die traurige Erkenntnis.