Arbeiten bis Ende 2018

Sanierung des Petersbergs kostet zwei Millionen Euro mehr

In der Rotunde treffen sich die ersten Tagungsgäste.

In der Rotunde treffen sich die ersten Tagungsgäste.

Siebengebirge. Trotz Verzögerungen sollen die Sanierungen auf dem Petersberg Ende 2018 abgeschlossen sein. Ab Mai wird auch am Südflügel gearbeitet. Ein Blick auf den aktuellen Stand der Arbeiten.

Ein erstaunliches Bild bietet dieser Tage der Petersberg: In der Rotunde und im Defilee, der den prachtvollen Veranstaltungssaal mit dem Bankettsaal verbindet, ergingen sich am Donnerstag fein gekleidete Damen und Herren im Rahmen einer Tagung in Fachgesprächen, während einige Meter weiter Scharen von Handwerkern im Blaumann oder anderer Arbeitskleidung dem Nordflügel des Grandhotels den letzten Schliff verpassten. Während die Tagungsteilnehmer die elegante Freitreppe in der Rotunde nahmen, nutzten die Bauarbeiter einen schmalen und schmutzigen Aufgang im Nordflügel, der alle fünf Hotelebenen wie eine Hauptschlagader miteinander verbindet.

Ohne diese Rennstrecke der Werktätigen wäre die Sanierung nicht möglich. Rund 80 Firmen sind an ihr beteiligt. Bis Juni sollen die Arbeiten im Nordflügel, die rund zwei Drittel der gesamten Baumaßnahme ausmachen, abgeschlossen sein. Ab Mitte Mai ist dann der Südflügel an der Reihe. Ende des Jahres ist die feierliche Neueröffnung des Grandhotels geplant.

Betrieb im Nordflügel ab 2. Mai

Ende März hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) als Eigentümerin und Bauherrin der Sanierung die Rotunde und den Bankettsaal, also die großen Veranstaltungssäle, dem Steigenberger Hotel übergeben. „Wir leben von Tagungen und Weiterbildungsveranstaltungen“, ist Vladimir Saal, Geschäftsführer der Gästehaus Petersberg GmbH, darüber sehr froh. Auch die Zimmer im Nordflügel sollten eigentlich in dieser Woche bezugsfertig sein, hier gibt es jedoch eine geringfügige Verzögerung. Jetzt sollen 41 Zimmer in der kommenden Woche und weitere neun in zwei bis drei Wochen parat sein.

„Am 2. Mai wollen wir den Betrieb im Nordflügel aufnehmen“, sagt Joachim Burdack, der bei der Bima für das Projekt verantwortlich ist. Grund für die Verzögerung: Im riesigen Küchentrakt in der untersten der fünf Hotelebenen wurde beim Öffnen des Estrichs ein Versottungsschaden durch eingedrungenes Wasser festgestellt. „Das Gebäude steht auf Fels. Zwischen den Fels und die Bodenplatte ist in den vergangenen 27 Jahren Feuchtigkeit gelangt“, sagt Saal. In den Jahren 1985 bis 1990 war das Hotel umgebaut, dabei fast komplett abgerissen und neu errichtet worden. Die Kosten lagen damals bei 137 Millionen Mark.

Kosten steigen um zwei Millionen Euro

Gemessen daran nimmt sich der Preis der heutigen Generalsanierung fast „bescheiden“ aus: Mit den geplanten 35,4 Millionen Euro wird der Bund aber nicht ganz auskommen. Durch die Kostensteigerung aufgrund der brummenden Baukonjunktur und die zeitliche Verzögerung – die Arbeiten begannen im Frühjahr 2017 mit einjähriger Verspätung – sowie Bestandsrisiken wie dem Versottungsschaden verteuert sich die Gesamtmaßnahme voraussichtlich um zwei Millionen Euro oder sechs Prozent.

Durch die Verzögerung bei der Fertigstellung des Küchentrakts, der sich in dieser Woche noch als Großbaustelle präsentierte, können auch das neue Weinrestaurant mit rund 30 Plätzen sowie die Vinothek, das etwas preiswertere Steakrestaurant mit 80 Plätzen und die Brasserie mit 50 Plätzen innen und weiteren auf der angrenzenden Außenterrasse voraussichtlich erst Anfang bis Mitte Juni eröffnet werden. „Bis dahin bleibt der Südflügel noch in Betrieb“, sagt Burdack. Hier befindet sich zurzeit der Frühstücksraum, der abends auch als Restaurant dient.

Baubeginn im Südflügel ab 10. Mai

Die sogenannte „Galerie“ mit Blick auf den Drachenfels wurde vor der Sanierung nur für private Feiern und Events genutzt. Bis Anfang Mai erreicht der Gast das Hotel auch noch über die provisorische Rezeption am Präsidenteneingang im Südflügel. Solange bleibt die neue elektrische Drehtür am künftigen Haupteingang verschlossen. Dahinter erstrahlt die künftige Rezeption, von der aus es in die Rotunde geht, jedoch bereits in neuem Glanz.

Der Marmorfußboden wurde aufgearbeitet, die Decke, Wandverkleidung und Beleuchtung erneuert. Auch die Rotunde selbst hat eine neue Deckenbespannung, neuen Schallschutz und LED-Beleuchtung bekommen, die Säulen erhielten einen neuen Anstrich und der Boden wurde aufpoliert. Hier fehlt nur noch der neue Teppich. Baubeginn im Südflügel soll nach Christi Himmelfahrt am 10. Mai sein. Zuvor, in der ersten Maiwoche, zieht das Mobiliar für rund ein halbes Jahr um. „Wir werden in jedem Fall in 2018 fertig“, versichert Burdack.

Damit werde man zwar den ursprünglichen Zeitplan nicht einhalten, dennoch kann der Bundesbeamte nach eigenem Bekunden „absolut ruhig schlafen“ und gibt sich ganz entspannt: „Der Umbau des Petersbergs ist schon eine Sondersituation für die Bima. Es wird ja wahrscheinlich auch unser einziger Hotelumbau bleiben.“

Neuer Anstrich für die Außenfassade

Wenn innen alles neu gemacht wird, darf die Außenfassade nicht nachstehen. Sie erhält einen neuen Anstrich in dem gewohnten Gelbton. Der Biergarten mit dem im April 2016 fertiggestellten Außenpavillon ist seit Ostern übrigens wieder an den Wochenenden geöffnet, ab Mai ist dort auch in der Woche offen. Besucher mit dem Auto müssen zurzeit allerdings mit Problemen bei der Parkplatzsuche rechnen. Die Tiefgarage mit 50 Plätzen wird noch saniert. Aber auch hier ist das Ende abzusehen.