Königswinter

Sanierung des Burghofs kann beginnen

Herrliche Lage: Unmittelbar am Burghof führt der Rheinsteig vorbei, solange der Eselsweg noch gesperrt ist.

SIEBENGEBIRGE. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen, dann kann die Sanierung des Burghofs beginnen. Die Bauvoranfrage und den Bauantrag für den ersten Bauabschnitt haben Bauingenieur Frank Grabow und Gastronom Hans Hatterscheid bei der Stadt Königswinter gestellt. "Wir stehen in den Startlöchern", sagt Frank Grabow. Die Stadt bestätigte am Mittwoch, dass die Anträge zurzeit noch geprüft werden.

Am Donnerstag, 11. April, werden die beiden Bad Honnefer, die dem Burghof nach 24 Jahren Leerstand wieder Leben einhauchen wollen, ihr Projekt im Landschaftsbeirat des Rhein-Sieg-Kreises vorstellen. Der Burghof liegt im Naturschutzgebiet. "Am 12. April könnten wir dann das Kaufangebot unterschreiben", sagt Grabow.

Eigentümerin ist seit dem Jahr 2004 die Familie Streve-Mülhens, der unter anderem auch die Drachenfelsbahn und der Wintermühlenhof gehören. Der Burghof steht seit dem Jahr 1989 leer. Damals war die Konzession für das Hotel erloschen.

In einem ersten Schritt sollen nun Kartierungen gemacht werden. Sie sind Voraussetzung für die Konzession für die geplante Außengastronomie. Diese soll bereits während der Sanierungsarbeiten provisorisch wieder eröffnet werden. In dem denkmalgeschützten Gebäude sollen später dann ein Restaurant und ein kleines Hotel mit 15 Betten und Seminarräumen entstehen.

Die Sanierungsarbeiten könnten bis zu drei Jahre dauern. Die Mitglieder des Königswinterer Planungs- und Umweltausschusses hatten sich Mitte März ausgesprochen erleichtert und zum Teil sogar begeistert über die Planungen gezeigt. Besonders gefiel den Kommunalpolitikern, dass die alte Bausubstanz ebenso wie die Gebäudeproportionen so weit wie möglich erhalten werden sollen. Grabow ist mit seiner Bad Honnefer Firma auf die Sanierung von Denkmälern spezialisiert.

Im März wurden bereits einige Bäume in unmittelbarer Nachbarschaft des Burghofs gefällt. Sie waren nicht mehr verkehrssicher und stellten eine Gefahr für Wanderer und das Gebäude dar. Die Rodungsarbeiten erfolgten in enger Abstimmung mit der Unteren Landschaftsbehörde beim Rhein-Sieg-Kreis.

Das Instandsetzungskonzept sieht eine mehrstufige Vorgehensweise vor, um weitere Schäden am Bauwerk zu vermeiden. Deshalb wurde das Dach bereits abgedichtet, weil es an mehreren Stellen in das Gebäude regnete und Wasserschäden entstanden sind. Für die bereits erfolgten Arbeiten lagen denkmalschutz- und naturschutzrechtliche Genehmigungen vor.

Der Burghof

Die Geschichte des Burghofs geht ins 12. Jahrhundert zurück. 1881 erwarb ihn Stephan von Sarter, der Erbauer von Schloss Drachenburg. Sarters Neffe ließ 1904 das Hauptgebäude des Burghofs abreißen und als Berghotel neu aufbauen. Seit 1989 die Konzession für das Hotel erlosch, steht das Gebäude leer. 2004 erwarb die Familie Streve-Mülhens, Eigentümerin der Drachenfelsbahn und des Wintermühlenhofs, den Burghof von den Eigentümern Viktor Schneider und Christa Repohl.