Planerin stellt Konzept vor

Rheinuferpromenade in Niederdollendorf soll neu gestaltet werden

Niederdollendorf. Die Platzfläche zum Rheinufer könnte auch ganz anders aussehen. Zum Beispiel mit einer Boulebahn, einem Schachfeld und einem Wasserlauf. Und einem von der Promenadenkante 7,50 Meter in den Fluss hinausragenden Holzsteg.

Durch den Ratssaal ging immer wieder ein Raunen, als Katharina Häuser vom Ingenieurbüro Sweco im Bau- und Verkehrsausschuss die Konzeptplanung für die Neugestaltung der südlichen Rheinuferpromenade in Niederdollendorf vorstellte. Die Planerin machte deutlich, welches Kapital in dem Areal liegt.

„Das ist ein wunderschöner Platz. Wenn der freigestellt wird, bietet sich eine ganz tolle Sicht. Viele Gemeinden am Mittelrhein würden sich danach die Finger lecken“, sagte Häuser. In einer Visualisierung präsentierte sie, wie die Platzfläche zum Rheinufer hin einmal aussehen könnte. Zum Beispiel mit einer Boulebahn, einem Schachfeld und einem Wasserlauf. Zum Ufer hin könnte die Fläche durch zwei hohe Sitzstufen erschlossen werden; mit einem von der Promenadenkante 7,50 Meter in den Fluss hinausragenden Holzsteg.

Von den dahinter liegenden Verkehrsflächen könnte diese Aufenthaltsfläche durch Baumpflanzungen und Staudenbeete abgetrennt werden. Überhaupt sind die Trennung von Verkehrs- und Aufenthaltsflächen und die Entflechtung der verschiedenen Nutzergruppen neben der Schaffung einer städtebaulich hochwertigen Fläche die vorrangigen Aufgaben, die die Planer lösen sollen.

Dabei sei auch zu berücksichtigen, dass die Absatzzahlen für E-Bikes und Pedelecs immens seien und es bundesweit ein Wunsch sei, Radwege und Radfahrer stärker als bisher zu berücksichtigen, so die Planerin. Heute müssten die Radfahrer in Niederdollendorf oft abrupt abbremsen. Nach ihrem Konzept würde künftig der grüne Mittelstreifen, der zurzeit noch zwischen Radweg und Fahrbahn liegt, verschwinden, und die künftig drei Meter breite Fahrbahn und der zwei bis 2,50 Meter breite Radweg würden durch unterschiedliche Bodenbeläge optisch voneinander getrennt.

Voraussetzung für die Neugestaltung der Rheinpromenade ist zunächst einmal eine komplett neue Verkehrslenkung in dem gesamten Bereich zwischen Fährstraße und Schönsitzstraße. Besonders die Ein- und Ausfahrt der Godesberger Straße in die Hauptstraße ist der Planerin ein Dorn im Auge. „Der Knotenpunkt ist wahnsinnig gefährlich“, sagte Häuser im Ausschuss. Deshalb würde sie die Ausfahrt in die Hauptstraße gerne unterbinden. Stattdessen könnten die Verkehrsteilnehmer in Zukunft über die Rheinuferstraße und die Schönsitzstraße zur Hauptstraße geführt werden.

Der Vergangenheit soll auch das Parken zwischen den Bäumen an der Rheinuferstraße angehören. Stattdessen könnten 22 neue Stellplätze entlang der Straße angelegt werden. Dass bei der Neugestaltung viele Bäume weichen müssen, werde sich nicht vermeiden lassen. „Die Bäume sind auch nicht zu halten, wenn man um sie herumgräbt“, so Häuser.

Dies wird sicher nicht allen Anwohnern und auch nicht allen Kommunalpolitikern schmecken. Wie man mit solchen Einwänden umgehen könnte, deutete SPD-Fraktionschef Jürgen Kusserow an: „Auch ein Baum ist nicht sakrosankt, wenn die Natur im Weg ist.“

Dass die derzeitige Situation auf Dauer sowohl mit Blick auf die Verkehrssicherheit als auch aus optischen Gründen untragbar ist, ist bei den meisten Verantwortlichen unstrittig. Den gegenwärtigen Bereich, den sich Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer als Mischfläche teilen, bezeichnete Franz Gasper, Verkehrsexperte der CDU-Fraktion, als „Chaosfläche“. Die vorhandenen Konflikte seien in der „hervorragenden Präsentation“ gut identifiziert worden. „Wir wollen das Verkehrsproblem lösen“, meinte er.

Auch Kusserow hält die Konzeptplanung für „ausgesprochen gut gelungen“. Die derzeitige „Rumpelfläche“ erscheine nach der Entrümpelung optisch zeitgemäß angepasst, auch wenn sicher noch das eine oder andere nachjustiert werden müsse. Dazu zähle zum Beispiel die Frage, wie Radfahrer, die mit hoher Geschwindigkeit aus nördlicher Richtung über die Fährstraße in den neuen Radweg einfahren, gebremst werden können.

„Auch für Radfahrer gibt es Rüttelstreifen“, sagte Katharina Häuser dazu. Uwe Hupke (Königswinterer Wählerinitiative) fand die Planung ebenfalls hervorragend. Besonders die Einbahnstraßenregelung für die Godesberger Straße, in der sich mehrere Arztpraxen, eine Apotheke und die Zufahrt zum Bredershof befindet, gefällt ihm. „Damit da endlich mal Ruhe einkehrt.“

Infoveranstaltungfür die Bürger

Wie teuer die Neugestaltung des Rheinufers am Ende wird, kann die Verwaltung bisher nur schätzen. Wie realistisch die genannten 1,15 Millionen Euro sind, wird sich erst sagen lassen, wenn es in die eigentliche Planung geht. Vorher wird das Konzept den Bürgern bei einer Informationsveranstaltung vorgestellt. Wenn deren Anregungen vorliegen, muss die Politik endgültig entscheiden, was umgesetzt wird.

Die Vorfreude auf das neue Rheinufer ist jedenfalls groß. Laut Katharina Häuser hätte Königswinter dann in Niederdollendorf eine „hochwertige und zukunftsorientierte Anlage“. Übrigens: Ihr Büro plant auch die Neugestaltung des Rheinufers in der Altstadt.