Pläne wurden vorgestellt

Rheinallee in Königswinter soll neu gestaltet werden

Straße, Bahnstrecke, Radweg, Fußweg - die Rheinallee ist ein schwieriges Pflaster.

Straße, Bahnstrecke, Radweg, Fußweg - die Rheinallee ist ein schwieriges Pflaster.

Königswinter. Um die Sicherheit an der Rheinallee in Königswinter wird immer wieder diskutiert. Nun wurden Pläne vorgestellt, die eine deutliche Trennung zwischen den Rad- und Fußgängerwegen vorsehen.

Für Touristen, die auf dem Wasserweg nach Königswinter kommen, ist sie das Eingangstor in die Stadt, für viele andere ein beliebter Aufenthaltsort. Doch die Prachtmeile in der Altstadt ist in die Jahre gekommen. Das Ingenieurbüro Sweco hat jetzt erste konzeptionelle Überlegungen zu ihrer Umgestaltung vorgelegt. Nachdem die Pläne bereits in der Arbeitsgruppe Altstadtentwicklung vorgestellt wurden, sollen sie nun auch in einer Bürgerwerkstatt präsentiert werden.

Wesentliches Ziel ist eine Entflechtung der Wege für Fußgänger und Radfahrer. Das Thema ist seit Jahren virulent. Durch den tödlichen Unfall einer 87-jährigen Frau nach einem Zusammenstoß mit einem Radfahrer vor zwei Jahren und dem in diesem Jahr vorgestellten Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) hat es zusätzlich an Dynamik gewonnen. Die befragten Radfahrer beklagten, dass es am Rhein an fast jedem Wochenende zu Kollisionen komme und eine klarere Kennzeichnung des Bereichs für Fußgänger und Radfahrer unbedingt notwendig sei.

Pläne sehen fünf Meter breiten Radweg vor

Anders als bei den Landesstraßen zwischen Berg und Tal, wo ebenfalls dringend ein separater Radweg gefordert wird, ist die Stadt auf der Rheinallee Herr des Geschehens. Und das Integrierte Handlungskonzept (IHK) für die Altstadt, für das sich die Stadt Ende vergangenen Jahres bei der Bezirksregierung beworben hat, bietet die Fördermöglichkeiten, die es den Verantwortlichen vor Ort erleichtern, die Umgestaltung wirklich anzugehen.

Das gesamte Plangebiet umfasst einen weiten Bereich, der im Norden etwa auf Höhe der Zusammenführung der Stadtbahnlinie mit der Rheinallee beginnt und mit der Stadtbahnhaltestelle Denkmal im Süden endet. In einem ersten Schritt soll jedoch zunächst die Umgestaltung in einer engeren Zone zwischen den Haltestellen Clemens-August-Straße und Fähre erfolgen, weil für diese eine Städtebauförderung im Zuge des IHK infrage kommt.

Die Pläne des Ingenieurbüros sehen dort, wo der Platz es zulässt, einen fünf Meter breiten Radweg vor, der von der Stadtbahntrasse durch eine Baumreihe getrennt ist. Auf einem etwas niedrigeren Niveau liegt die 11,30 Meter breite Promenade für die Fußgänger, die durch ein 5,40 Meter breites Pflanzbeet geteilt wird. Wo der Platz diese großzügige Gestaltung nicht zulässt, sind der Radweg nur drei Meter und die Promenade fünf Meter breit. Beide trennt ein ein Meter breiter Sicherheitsstreifen. Aufgelockert wird die Gestaltung durch mehrere Aufenthaltsinseln und einen urbanen Platz als Verlängerung der Clemens-August-Straße mit zum Rhein hin abfallenden Sitzstufen.

Bürgerwerkstatt Ende September

Dies entspricht einem Vorschlag der AMP (Altstadt Masterplan)-Gruppe. Überhaupt sind einige Anregungen der engagierten Bürger in die Planungen eingeflossen. Neu gestaltet werden soll auch der höchst unfallträchtige Kreuzungsbereich zwischen Fußgängern und Radfahrern in Höhe der Drachenfelsstraße. In den Plänen findet sich an dieser Stelle auch der Rheinbalkon wieder, der als Projekt der Regionale 2010 geplant war, aus Kostengründen später aber gestrichen wurde.

Doch um an die Zuschüsse zu kommen, muss der Entwurf bis zum 31. Dezember eingereicht sein. Zuvor allerdings gilt es auch noch, die Bürger einzubeziehen. Daher wird es nun zunächst am Mittwoch, 27. September, eine „Bürgerwerkstatt“ geben. Um 18 Uhr werden die Pläne in der Aula der Jugenddorf-Christophorusschule vorgestellt, „anschließend können die Bürger in kleinen Gruppen darüber diskutieren und ihrerseits Vorschläge einbringen“, erläutert Anya Geider. Diese sollen anschließend der Politik vorgelegt werden, die dann über die endgültige Version entscheiden muss. Da der nächste reguläre Planungsausschuss erst im November tagt und damit die Zeit bis zum Abgabetermin sehr knapp wäre, ist zuvor eine Sondersitzung geplant.