Obdachlosenheim brannte

Polizei ermittelt in Königswinter wegen Brandstiftung

In den frühen Morgenstunden löschte die Feuerwehr in Königswinter den Brand in einer Obdachlosenunterkunft.

In den frühen Morgenstunden löschte die Feuerwehr in Königswinter den Brand in einer Obdachlosenunterkunft.

Königswinter. In einer Obdachlosenunterkunft in Königswinter hat es am frühen Mittwochmorgen gebrannt. Die Polizei ermittelt jetzt wegen vorsätzlicher oder fahrlässiger Brandstiftung.

Nach dem Brand in einer von der Stadt angemieteten Obdachlosenunterkunft in der Grabenstraße in der Königswinterer Altstadt ermittelt die Bonner Polizei weiter wegen vorsätzlicher oder fahrlässiger Brandstiftung. „Ein technischer Defekt ist auszuschließen“, sagte ein Polizeisprecher dem General-Anzeiger. Zu diesem Ergebnis seien die Brandermittler des Kriminalkommissariats 11 gekommen, nachdem am Donnerstagvormittag ein Sachverständiger zur Aufklärung hinzugezogen worden war.

Der Brand hatte viele Bewohner in der Nacht zum Mittwoch aus dem Schlaf gerissen. Gegen 4.30 Uhr wurde die Feuerwehr zu dem Feuer im ersten Stock des dreistöckigen Gebäudes an der Grabenstraße gerufen. Mehrere Anrufer hatten sich gemeldet. In dem Haus wohnte nach Angaben der Feuerwehr nur eine Bewohnerin. Die 39-Jährige wurde leicht verletzt.

Als die Kräfte eintrafen, schlugen ihnen die Flammen aus einem Fenster im ersten Obergeschoss des Hauses, in dem sich früher eine Pension befunden haben soll, entgegen. Eine Wohnung brannte lichterloh. Die einzige Bewohnerin befand sich beim Eintreffen der Feuerwehr bereits auf der Straße und wurde zur weiteren Untersuchung mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Weil nicht bekannt war, ob sich weitere Personen im Gebäude befinden, wurde dieses von vier Trupps mit Atemschutzgeräten komplett abgesucht. „Wir hatten das Feuer gegen 5.15 Uhr bereits unter Kontrolle“, sagte Königswinters Feuerwehrsprecher Marc Neunkirchen.

Weil angesichts der dichten Bebauung in der Altstadt mit einem Übergreifen des Brandes auf andere Gebäude gerechnet werden musste, wurde der Einsatz allerdings in die Kategorie B 4 – Gebäude mit Person in Gefahr – eingestuft und die Wehren großflächig alarmiert. Neben den Einheiten aus der Altstadt, aus Oberdollendorf und Niederdollendorf war auch der städtische Rettungsdienst im Einsatz. Die bereits alarmierten Einheiten aus Ittenbach und Rhöndorf konnten wieder abrücken. Allerdings wurde die große Drehleiter der Feuerwehr Bad Honnef-Mitte eingesetzt. Bürgermeister Peter Wirtz und Vertreter der Stadtverwaltung machten sich in der Nacht ein Bild vor Ort. „Die Ermittlungen zur Brandursache dauern noch an“, sagte ein Sprecher der Bonner Polizei am Mittwochmittag. Am Donnerstagmorgen werde ein Sachverständiger das Haus in Augenschein nehmen.

Dezernentin Heike Jüngling sagte auf Anfrage, das Gebäude sei nach dem Brand nicht mehr bewohnbar, auch wenn keine akute Einsturzgefahr bestehe. Im Übrigen seien besondere Umstände dafür verantwortlich gewesen, in der Unterkunft nur eine Person unterzubringen. Die weiteren Obdachlosenunterkünfte in der Stadt seien gut belegt. Geplant sei eine Zusammenlegung der bisherigen Unterkünfte in einem von der Stadtgekauften Haus an der Hauptstraße in der Altstadt, das aber noch saniert werden müsse. Dann könnten die Unterkünfte an der Grabenstraße und an der Malteserstraße in Römlinghoven aufgelöst werden.