Stadtentwicklung in Oberpleis, Ittenbach und im Oberhau

Plus- und Minuspunkte des Königswinterer Bergbereichs

Auf farbigen Zetteln können die Bürger ihre Meinung aufschreiben.

Auf farbigen Zetteln können die Bürger ihre Meinung aufschreiben.

Oberpleis. Was ist gut, was schlecht im Bergbereich von Königswinter? Und was kann verbessert werden? Diesen und anderen Fragen gingen rund 140 Bewohner aus dem Bergbereich bei der zweiten Informationsveranstaltung zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept nach.

Sehr groß war das Interesse der Bürger an der Stadtentwicklung für die kommenden 15 bis 20 Jahre bei der zweiten Informationsveranstaltung zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) in der Aula Oberpleis. Am Dienstagabend ging es um die Planungsräume Oberpleis, Ittenbach und Oberhau.

Rund 140 Bewohner des Königswinterer Bergbereichs waren gekommen. Selbst wenn man die Vertreter der Politik und der Verwaltung abzog, war die Zahl der interessierten Bürger immer noch deutlich dreistellig. Bei der ersten Veranstaltung in der vergangenen Woche zur Altstadt und zu Dollendorf waren es gerade mal 18 gewesen.

Kritik an der Verwaltung wie in der Altstadt wurde in Oberpleis nicht geäußert. Aber auch hier wollten einige Bürger wissen, wie die Stadt den Bedarf ermittelt habe, dass sie eine Zielgröße von 46.000 Einwohner bis zum Jahr 2035 anstrebe. Bernd Niedermeier von der Aachener Planungsgruppe MWM, die im Auftrag der Stadt das ISEK entwickelt, verwies als Antwort auf das von Empirica erstellte Handlungskonzept Wohnen, wobei der regionale Bedarf an Wohnraum auf die Stadt Königswinter heruntergebrochen worden wäre.

Weiterentwicklung der Verkehrswege

Landwirt Willi Quink aus Quirrenbach wollte wissen, ob in den 80 Hektar Bauland, die schätzungsweise aktiviert werden müssten, bereits die Ausgleichsflächen enthalten seien. Dies sei nicht der Fall, sagte Planungsamtschefin Anya Geider. Es werde sich auch erst im Laufe der Zeit zeigen, wie viele Hektar tatsächlich entwickelt würden.

So habe die Stadt von ihrem Wohnbauflächenpotenzial in einer Größe von 150 Hektar, das auf dem Flächennutzungsplan von 1974 basieren würde, gerade erst 70 Hektar aussortiert, weil diese Flächen nicht mehr entwickelbar seien. Auch für die Weiterentwicklung der Verkehrswege angesichts der geplanten Neubebauung interessierten sich die Bürger, da schon jetzt Straßen verstopft seien, so dass die Autofahrer Schleichwege fahren würden. „Wir werden das natürlich in den Prozess integrieren, wenn es einmal soweit ist“, sagte der Technische Dezernent Theo Krämer.

Zunächst hatte Niedermeier eine Bestandsaufnahme der drei Planungsräume vorgetragen. Als Pluspunkte in Ittenbach nannte er die Nähe zum Siebengebirge als wertvoller Naturraum, den Tourismus, die gute verkehrliche Anbindung und Nahversorgung sowie die hohe Wohnqualität. Als Minuspunkte sieht er die trennende Wirkung durch Autobahn und ICE-Strecke im Planungsraum und die hohe Verkehrsbelastung.

Gute soziale Infrastruktur

Im sehr ländlich geprägten Oberhau erkennt er als Vorteile die abwechslungsreiche Kulturlandschaft und die gute soziale Infrastruktur in Eudenbach, ein Pluspunkt, der so aber weniger für die anderen Ortsteile gelten würde. Nachteilig seien die fehlende Nahversorgung und der fehlende Einzelhandel sowie die schlechte Anbindung der abgelegeneren Ortschaften an den ÖPNV. Im Planungsraum gebe es mit dem Segelflugplatz, dem Materialdepot der Bundeswehr und dem Basaltsteinbruch in Hühnerberg gleich drei Sonderstandorte, was Probleme, aber auch Potenziale mit sich bringe.

Im Planungsraum Oberpleis sieht Niedermeier eine struktur- und abwechslungsreiche Kulturlandschaft mit einem echten Kleinod rund um die Kirche. Sehr gut sei im Mittelzentrum auch das Nahversorgungsangebot, in anderen Ortschaften im Planungsraum wie Berghausen, Uthweiler oder Pleiserhohn fehle dieses jedoch. Auch beim ÖPNV gelte die gute Anbindung nur für Oberpleis selbst. Dort sei auch die soziale Infrastruktur gut. Nachteilig für die Entwicklung von Wohnland ist laut Niedermeier, dass eine zentrale Fläche aufgrund der Nähe zu einem Geflügelmastbetrieb zurzeit nicht nutzbar sei.

Am Donnerstag um 18 Uhr findet die letzte Bürgerinformation für die Planungsräume Stieldorf mit Vinxel, Thomasberg und Heisterbacherrott in der Aula des Schulzentrums Oberpleis statt.