Veranstaltung im Siebengebirge

Organisatoren sagen Rheinsteig-Extremlauf ab

Pausenstation auf dem Petersberg: Der Rheinsteig-Extremlauf, der auch durch das Siebengebirge führt, gilt als einer der härtesten Bergläufe in der Region.

Pausenstation auf dem Petersberg: Der Rheinsteig-Extremlauf, der auch durch das Siebengebirge führt, gilt als einer der härtesten Bergläufe in der Region.

Siebengebirge. Rund 250 Läufer hatten sich für den Rheinsteig-Extremlauf am Sonntag bereits angemeldet. Jetzt hat der Organisator die Veranstaltung abgesagt. Grund sind vor allem die hohen Auflagen für die Streckenführung.

Schlechte Nachrichten erhielten rund 250 Läufer, die für den 10. Rheinsteig-Extremlauf am kommenden Sonntag angemeldet sind, in den vergangenen Tagen. „Rhex abgesagt!“, war auf der Homepage der Veranstaltung zu lesen. Gezahlte Startgelder würden nicht zurückerstattet. Gleiches gelte für die T-Shirt-Gelder. Zu den Gründen wollte sich Organisator Oliver Witzke zunächst nicht äußern. Wenige Tage später rückte er aber doch mit einigen Gründen heraus.

„Es sind in diesem Jahr einfach viele Dinge zusammengekommen“, sagt Witzke dem General-Anzeiger. So hätte die Strecke in diesem Jahr durch die Sperrung des oberen Eselsweges geändert werden müssen. „Die zusätzlichen 800 Meter hätte ich gerne an anderer Stelle wieder weggenommen. Das durfte ich aber nicht“, sagt Witzke.

Die Auflagen der Landschaftsbehörde und des Forstamtes im Naturschutzgebiet seien sehr streng. Ein besonderer Knackpunkt sei daher auch die Markierung und Beschilderung der Strecke gewesen. „Wir dürfen keine Heftzwecken in Bäumen benutzen, sonst drohen mir Strafen. So markiere ich meine Strecken aber seit Jahren“, sagt Witzke. Als Wegweiser sollen eigentlich Holzpflöcke verwendet werden. Flatterband dürfe nur eingesetzt werden, wenn ein Helfer dabei sei. Allein auf den letzten drei Kilometern im Honnefer Stadtgebiet bräuchte er 14 Helfer zur Straßensicherung.

Wenn er alle Auflagen umsetzen würde, bräuchte er 20 bis 25 Helfer zusätzlich zu den 35 bis 40 Helfern, die in den vergangenen beiden Jahren im Einsatz waren. Die Helfer an den Verpflegungsstellen, die von Vereinen betreut werden, hat er da noch nicht mitgerechnet. Da war es ein weiterer Schlag, dass zwei Mitorganisatoren in diesem Jahr aus privaten Gründen ausfallen und mit ihnen auch einige Helfer. Dazu sei gekommen, dass die Stadt Bad Honnef erstmals auf der Insel Grafenwerth eine Kaution in vierstelliger Höhe verlangt habe. „Baut dort jemand Unfug, dann hafte ich. Das will ich nicht“, sagt Witzke.

Die Startgelder seien zunächst „eingefroren“, wie er sich ausdrückt. „Ich muss erst mit der Versicherung sprechen, was ich auszahlen kann“, sagt er. Er geht davon aus, dass die Veranstalter-Haftpflicht die bislang entstandenen Kosten für Genehmigungen und bereits in Druck gegangene T-Shirts ersetzt. „Das weiß ich bis Ende Mai. Dann fange ich an, die Startgelder zurückzuzahlen.“ Wer sich bis Ende März angemeldet hatte, zahlte ein Startgeld von 20 Euro, danach 25 Euro. Staffeln, die sich die Strecke teilen, 30 und 40 Euro. Das T-Shirt kostete noch einmal 18 Euro zusätzlich.

Den gemeldeten Läufern bietet Witzke als Ersatz die Teilnahme am Bergischen Sechs-Stunden-Lauf, am Deutschlandlauf oder am Wupper-Berge-Marathon bei vollem Startgeldausgleich an. Wer beim Rheinsteig-Extremlauf für Start und T-Shirt 38 Euro bezahlt hat und stattdessen zum Beispiel beim Wupper-Berge-Marathon startet, der bekommt dort neben dem Startplatz 20 Euro in bar ausgezahlt. Wenn der Rheinsteig-Extremlauf im kommenden Jahr stattfindet, könnten die Startgelder auch angerechnet werden.

Doch das steht in den Sternen. „Ich muss mir auf jeden Fall für 2018 ein neues Konzept überlegen. Im Herbst fällt die Entscheidung“, sagt Witzke. Eine Lösung könnte sein, mit ein oder zwei ortsansässigen Vereinen zu kooperieren. Erschwerend kommt dabei hinzu, dass der Organisator selbst in Gummersbach wohnt – weit vom Siebengebirge entfernt.

Witzke hatte den Rheinsteig-Extremlauf nach einjähriger Pause im Jahr 2015 neu belebt. Erstmals fand der Lauf, der mit rund 35 Kilometern Länge und 1.200 Höhenmetern der anspruchsvollste in der Region ist, im Jahr 2007 statt – bis 2013 wurde er vom Königswinterer Bürgermeister Peter Wirtz organisiert.