Vorlesewettbewerb am Gymnasium am Oelberg

Oberstes Gebot: "Silence absolu!"

Bienvenue: 15 Jungen und Mädchen der sechsten Klassen traten beim Vorlesewettbewerb in Oberpleis gegeneinander an.

Bienvenue: 15 Jungen und Mädchen der sechsten Klassen traten beim Vorlesewettbewerb in Oberpleis gegeneinander an.

OBERPLEIS. Leisen Schrittes kamen sie durch die Nebentür herein, setzten sich ans Pult und begannen vorzulesen. 15 Sechstklässler traten beim diesjährigen Französisch-Vorlesewettbewerb des Gymnasiums am Oelberg gegeneinander an.

Aus den fünf sechsten Klassen hatten sich zuvor die drei besten Leser für den Wettbewerb qualifiziert. "Wir wurden in unserer Klasse in drei Gruppen unterteilt", erzählte die elfjährige Hannah Becker aus der 6 e, "aus jeder Gruppe wurde einer gewählt, der am besten vorlesen kann."

In ihrer Gruppe war Hannah die beste Leserin. Somit gehörte sie zu den 15 Auserwählten, die nacheinander den französischen Text - einen Auszug aus dem Tagebuch eines jungen Mädchens - vorlasen. Kurz vor Beginn der Veranstaltung kamen die frankophonen Schüler in einem Raum zusammen und erhielten den Text, den sie vorlesen sollten. Vom Schwierigkeitsgrad sei der Text ganz in Ordnung gewesen, doch "einige Wörter kannte ich bisher noch nicht", erzählte Hannah kurz nach ihrem Einsatz. Von Unsicherheit war bei der Elfjährigen trotzdem nichts zu bemerken.

Die Jury bestand aus zwei Lehrern, Christina Ding und Simone Nettingsmeier - selbstredend aus dem Fachbereich Französisch -, sowie Gerold Kirst und Alexandra Maas, zwei Schüler aus dem Französisch-Leistungskurs.

Nicht minder interessant als die Vorträge waren die Geschehnisse in den Reihen des Publikums. Lehrer und an die sechzig Mitschüler der Leser saßen in dem großen Klassenraum und lauschten gespannt. Oberstes Gebot: Absolute Stille - oder um es mit den Worten des Französischlehrers Jens Hunecke zu sagen "Silence absolu!" Wenn Elf- bis Zwölfjährige den gleichen Text zum zehnten Mal hören, scheint es jedoch fast unvermeidlich, dass sich die Aufmerksamkeitskurve irgendwann langsam, aber stetig nach unten bewegt. Der eine oder andere Zuhörer holte da schon mal sein Butterbrot oder etwas zu trinken hervor.

Das an sich eher unauffällige Rascheln des Papiers entwickelte sich in dieser Situation schnell zur Ruhestörung, die herumschnellende Köpfe und empörte Blick nach sich zog. Nichtsdestotrotz wurde den jungen Schülern die nötige Aufmerksamkeit zuteil und schon bald standen die drei Besten des Vorlesewettbewerbs fest. Die Jury wählte Amelie Nacke auf den dritten Platz, Paula Reckers auf den zweiten Rang und kürte Moritz Müller zum Sieger der französischen Rezitation.

Stellvertretend für den Partnerschaftsverein Königswinter-Cognac übergab der Vereinsvorsitzender Karsten Hinrichs dem Trio Buchgutscheine. Ob die Lektüre, die sie sich davon kaufen, nun französisch- oder deutschsprachig ist, bleibt dabei ganz ihnen überlassen.