Investor saniert früheres Theater

Neues Leben für Königswinterer Stadttheater

Königswinter. Der Dornröschenschlaf des ehemaligen Stadttheaters an der Königswinterer Hauptstraße ist bald vorbei: Noch in diesem Jahr soll der Saal im Königswinterer Hof wieder zur Verfügung stehen.

Fast zwei Jahre hat der Abstimmungsprozess mit der Denkmalbehörde und dem Bauamt der Stadt gedauert. Seit einigen Wochen hat Enver Neziri jetzt endlich die Baugenehmigung für die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Königswinterer Hofs. Der Investor hat damit begonnen, das frühere Stadttheater, in dem einst die große Grethe Weiser auftrat, wieder in seine ursprüngliche Form zu bringen.

Zurzeit sind die Arbeiter des Bonner Bauunternehmers damit beschäftigt, den alten Putz von den Wänden zu entfernen. Zwei bis drei Schichten Farbe zeugen von der Geschichte des Gebäudes aus dem 18. Jahrhundert, das 1927 den Saal und eine Empore erhielt und nach dem Krieg zum Theater umgestaltet wurde. Später befand sich dort jahrzehntelang die Stoffhandlung „Molly“.

Alte Bühne wieder hergerichtet

Das Prunkstück des neuen Königswinterer Hofs soll die alte Bühne werden. Die Bretter, die für die Schauspieler die Welt bedeuten, waren in der Zeit, als sich dort das Geschäft befand, hinter einer Wand mit Rundbogenfenstern verschwunden. „Diese Wand wird abgerissen und durch zwei Säulen ersetzt. So wie es früher war“, sagt Neziri. Anschließend wird der frühere Boden im Saal mit Holzdielen wiederhergestellt. Danach geht es an die Wände. Zurzeit befindet sich der Investor mit der Stadt noch im Abstimmungsprozess über die Farbe. Später wird dann im Saal eine kleine Theke eingebaut, um frisches Bier zapfen zu können. Das Essen stellt ein Caterer. Die Toiletten und ein Kühlraum werden sich künftig im Keller befinden.

Auftritte von Comedians oder Kabarettisten

„Ich investiere richtig viel Geld in den Saal. Mit der Bühne wird er für Veranstaltungen sehr interessant“, sagt Neziri. Neben privaten Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstagen wird er auch für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Er soll komplett bestuhlt werden und bietet dann 150 bis 200 Personen Platz. Neziri kann sich hier gut Auftritte von Comedians oder Kabarettisten oder auch Ausstellungen vorstellen. Vielleicht sogar noch in diesem Jahr. „Bis September oder Oktober soll alles fertig sein.“

Schließlich wird auch die Fassade saniert. An ihr soll ein Schriftzug zu lesen sein. Der Inhalt steht noch nicht fest. Eine Nutzung als Theater wie früher wird es zwar nicht geben. Aber die eine oder andere Aufführung, zum Beispiel von Schulen, ist durchaus denkbar. Vielleicht wird dabei ja eine zweite Grethe Weiser entdeckt.