Oberdollendorfer Kirche feiert Neueröffnung

Neuer Altarraum für die Pfarrkirche Sankt Laurentius

Oberdollendorf. Die Kirche Sankt Laurentius in Oberdollendorf wird am Abend nach fast vier Jahren wiedereröffnet und von Kardinal Woelki geweiht. Komplett neu und dezenter als zuvor präsentiert sich dann auch der Altarraum inklusive Kreuz.

Der Endspurt läuft. Am Abend wird die Pfarrkirche Sankt Laurentius in Oberdollendorf nach fast vierjähriger Sanierung wegen Schimmelbefalls mit einer feierlichen Messe wiedereröffnet. Zur Weihe kommt der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki. In den vergangenen Tagen wurde noch einiges getan – auch im Altarraum, in dem bis zur letzter Sekunde noch gearbeitet wurde.

Karl-Josef Thiebes vom Kirchenvorstand hatte keinen Zweifel daran, dass alles rechtzeitig fertig wird. „Wir waren da schon sehr zuversichtlich“, sagt er gelassen und meint mit Blick auf den Zeitplan: „Es war schon geplant, dass es so klappt.“ Seit dem frühen Morgen sind die Handwerker an diesem Tag im Altarraum damit beschäftigt, die Prinzipalen aufzustellen und zu montieren. Während Altar, Lesepult, Priestersitz und Tabernakel bereits stehen, nehmen sie sich nun das Kreuz vor.

Die mehr als zwei Meter hohe Stahlkonstruktion wird von oben an Seilen befestigt, anschließend montieren die Arbeiter die Jesusfigur an das Kreuz. Damit dieses quasi in der Luft schwebt, ziehen es die Männer an den Seilen hoch und sichern es vom Boden aus mit zwei weiteren Seilen. Zentimetergenau, damit es auch nicht schief hängt. Vom anderen Ende der Kirche wirft Pater Abraham von der Abtei Königsmünster in Meschede, die die Prinzipalen entwarf und anfertigte, noch einen kontrollierenden Blick auf das Kreuz. Es passt, das Kreuz hängt gerade. Zum Abschluss werden um den Altar noch vier Kerzenleuchter aufgestellt und eine Stele für das ewige Licht angebracht.

Altarraum ist dezenter als vorher

Trotz kompletter Neugestaltung wurde aber nicht alles ersetzt, so Thiebes. „Wir wollten ein Zeichen setzen, dass wir nicht alles herausschmeißen, sondern Dinge auch wiederverwenden.“ So wurde etwa die 15 Zentimeter dicke Platte, die bereits auf dem alten Altar lag, an die neue Größe angepasst und deckt nun auch den neuen Opfertisch ab. Ebenso hing der Christuskorpus am Kreuz bereits vor der Sanierung in der Kirche. „Es ist wesentlich dezenter als vorher“, benennt Thiebes den größten Unterschied zum vorherigen Altarraum: „Wir wollen damit einen Akzent setzen.“

Getreu dem Motto „Weniger ist mehr“ sei man vorgegangen, so Pater Abraham zu der „sehr schlichten Gestaltung“. Es gehe darum, dass sich der Altar von anderen Räumen abhebt, begründet er die Entscheidung, „nur das Nötigste“ dort hineinzustellen. Seiner Meinung nach würden immer mehr Räume „verzweckt“, also mit so vielen Möbeln und Accessoires wie möglich vollgestellt. „Hier ist es ein Seelenraum“, sagt der Mönch und Handwerksmeister.

Stahl erhielt rostige Farbe

Bei dem verwendeten Material handelt es sich um Cortenstahl, einem wetterfesten Baustahl. „Der rostet, aber irgendwann rostet er nicht mehr weiter“, erklärt der Pater vereinfacht. So hätten sie den Stahl acht Wochen in einem feuchten Gewächshaus gelagert, um die jetzige rostige Farbe zu erzielen, die bereits der Künstler Joseph Beuys für seine Werke verwendete. Rost habe dieselbe Farbe wie getrocknetes Blut, und dies sei wiederum auch als Auferstehungssymbol zu verstehen, erklärt der Pater die Farbwahl.

Durch das Design zieht sich das „Thema der durchbrochenen Flächen“, wie Thiebes es nennt. Heißt: Die Flächen am Kreuz oder am Altar sind nicht komplett ausgefüllt. „Wir brauchen Durchblicke“, findet Pater Abraham und deutet verschiedene Sichtweisen an: „Was man darin sieht, liegt nun bei dem einzelnen Betrachter.“ Die können sich nun selbst ein Bild machen. Nur auf den Klang der Orgel müssen die Gläubigen noch warten. Diese wird zurzeit im Saarland restauriert und kehrt erst im November zurück.