Rheinfähre

Neue Motoren für die "Königswinter IV"

Zwischen Mehlem und Königswinter setzt die "Königswinter IV" über.

Königswinter. Die Fähre gehört zu Königswinter wie die Esel zum Drachenfels. Seit mehr als hundert Jahren wissen die Menschen die schnelle Verbindung zwischen der "schäl Sick" und der linken Rheinseite zu schätzen. Acht Mal pro Stunde setzt die "Königswinter IV" über, 16 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.

Und jetzt ist die gute alte Fähre auch ein modernes Transportmittel geworden: Für rund 250 000 Euro hat sie neue umweltfreundlichere Motoren bekommen. "Mit der Fähre geht es nun mal viel schneller, als mit dem Auto über die Südbrücke zu fahren", sagt Meike Keller aus Königswinter.

Sie arbeitet in Mehlem und nutzt die Fähre daher regelmäßig. Besonders bei schönem Wetter sei der Kurztrip auf dem Rhein "reinste Erholung": "Genau richtig, um auf dem Weg nach Hause Abstand vom Job zu gewinnen." Ein wenig ärgerlich sei es lediglich, "wenn einem die Fähre direkt vor der Nase ablegt", aber dies geschehe nur relativ selten. "Die Fährleute versuchen ja schon, möglichst alle mitzunehmen."

Auch ein Fahrgast aus Wachtberg, der sich seit zehn Jahren jeden Tag aus beruflichen Gründen über den Rhein schippern lässt, ist voll des Lobes für das Fährpersonal: "Man trifft hier nur nette Menschen. Die Mitarbeiter sind unheimlich freundlich." Abgesehen davon, dass die Fähre die "günstigste und schnellste Alternative ist", um zu seinem Arbeitslatz zu kommen, sind für ihn die Fahrten immer wieder ein Erlebnis.

"Schauen sie sich doch nur mal den Blick von hier aus in Richtung Siebengebirge oder über den Rhein an. Andere kommen als Touristen hierher, um das zu erleben, und wir haben das jeden Tag." Nur auf Stippvisite am Rhein ist Kaito Akimichi. Der Student lebt eigentlich in München und besucht derzeit eine Veranstaltung an der Bonner Uni.

Den freien Vormittag nutzt er für einen Ausflug nach Königswinter. "Es ist schön, sich mit der Fähre über den Rhein schaukeln zu lassen", meint er, und ist dennoch froh, dass es angesichts der frostigen Temperaturen auf der Fähre einen Aufenthaltsraum für Passagiere gibt. Im Sommer, ja da könnte er sich das erst richtig schön vorstellen, "vor allem, wenn man keine Zeit für eine längere Bootsfahrt hat".

Schließlich gehöre es doch für Touristen eigentlich dazu, nicht nur am, sondern auch einmal auf dem Rhein gewesen zu sein. Dazu, dass sich die Fahrgäste auf der Fähre tatsächlich wie auf einem Ausflugsdampfer fühlen können, tragen auch die vier neuen Motoren bei, die erst kürzlich in die "Königswinter IV" eingebaut wurden.

250.000 Euro hat die Rheinfähre Königswinter GmbH in die neuen, abgasärmeren Maschinen investiert. "Dies schont nicht nur die Umwelt", freut sich Geschäftsführer Kurt Bendel, "sondern reduziert auch die Lärmbelastung." Die alten Motoren seien seit 1997 rund 95.000 Betriebsstunden im Einsatz gewesen.

Anstelle einer nun notwendigen Generalüberholung habe sich das Unternehmen aber für einen kompletten Austausch gegen neue, abgasärmere Motoren entschieden. Erneuert wurde auch die gesamte Abgasanlage. "Wir haben nun deutlich weniger Vibrationen, Schallemissionen und Resonanzgeräusche", so Bendel. Im Steuerhaus sei es merklich ruhiger geworden "und auch die Anwohner haben uns schon angesprochen, dass die Fähre nun leiser ist." Eine gute Investition.