25-jähriges Bestehen

Nachbarschaft Pleiserhohn-Thelenbitze feiert Jubiläum

Engagiert nicht nur für „ihre“ Kapelle: Die langjährigen Mitglieder des Vereins.

Engagiert nicht nur für „ihre“ Kapelle: Die langjährigen Mitglieder des Vereins.

PLEISERHOHN. Die Nachbarschaft Pleiserhohn-Thelenbitze hat ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert und an Erfolge, aber auch an Noch-Nicht-Erreichtes gedacht. An diesem Sonntag wird ein Anna-Tag begangen.

Zum 25-jährigen Bestehen des Vereins Nachbarschaft Pleiserhohn-Thelenbitze kreierte Silke Aufdermauer extra den Jubiläums-Cocktail „Jo Anna“: Sekt mit schwarzem Johannisbeer-Sirup, den Früchten selbst sowie mit einigen Minzblättchen. Das passte: Die Johannisbeere gilt als Kraftpaket. Und die Bilanz, die Günther Herr vor der Festgesellschaft im Zelt neben der Sankt-Anna-Kapelle zog, konnte sich sehen lassen. Die Mitglieder haben für ihr Dorf eine Menge erreicht. Auch Bürgermeister Peter Wirtz gratulierte und bedankte sich für den Einsatz für die Gemeinschaft über die Jahre hinweg.

Geehrt wurden alle, die von Anfang an dabei sind, mit Urkunde und einem Gebäck mit der Ziffer „25“ drauf. Herr ist sogar von Beginn an Vorsitzender. Und Manfred Kottke war ebenfalls ununterbrochen im Vorstand aktiv. Die beiden erhielten zusätzlich einen Kasten Bier als Präsent. Herr erinnerte an die Anfänge. 1992 wurde überlegt, wie es mit der Dorfgemeinschaft, die es seit Jahrhunderten gab, weitergehen soll. Herr: „Es drohte, alles einzuschlafen.“ Viele Bürger folgten damals der Einladung und beschlossen, einen offiziellen Verein zu gründen.

Gründungsversammlung im Juni 1994

Eine Arbeitsgruppe kümmerte sich um Ziele und Satzung. Gründungsmitglied Willi Zerres hatte nach dem Brand im Pfarrhaus Oberpleis beim Sichten des Archivs das Nachbarschaftsbuch von Pleiserhohn-Thelenbitze mit dem ersten Eintrag aus dem Jahr 1765 entdeckt. Herr: „Dem Buch konnte man entnehmen, dass in unseren Dörfern Nachbarschaft immer schon großgeschrieben wurde. So ergab sich schnell der Name des zu gründenden Vereins: Nachbarschaft Pleiserhohn-Thelenbitze.“ Am 6. Juni 1994 war die Gründungsversammlung.

Damals wurde der Jahresrhythmus der wiederkehrenden Feste bestimmt mit Kapellenfest, Reibekuchenbacken, Sankt Martin, vorweihnachtlicher Feierstunde, Karneval und Pfingsteiersammeln. Aber es kam noch mehr dazu. Herr ging auf die Veränderungen in Pleiserhohn und Thelenbitze ein: Kanalbau, der Anschluss an das Erdgasnetz und die schnelle Datenleitung und nach langem Kampf 1999/2000 der Ausbau der Pleiserhohner Straße. „Ein noch größerer Kampf war der Ausbau der L 331. Hier waren unzählige Demos erforderlich mit Funk und Fernsehen. Wir haben die Straße blockiert und schließlich erreicht, dass sie ausgebaut wird.“

Weiterkämpfen für den Radweg an der L331

Nicht erreicht worden sei der Bau eines Fahrrad- und Fußwegs an der L 331. „Aber da werden wir weiterkämpfen.“ Noch gravierender sei die fehlende Busverbindung. „Trotz unserer tollen Haltestelle hat man uns die Verbindung zugunsten anderer gekappt“, so Herr. Darüber hinaus: Der Verein gestaltete in Eigenleistung den Kapellenplatz, baute den Pütz nach und versorgte Kapelle und Platz mit Strom. Die Kapelle wird vom Verein gepflegt. Die hässlichen Verteilerkästen wurden künstlerisch gestaltet. Mit kleineren Veranstaltungen wie Wanderungen und Fahrten erfährt die Gemeinschaft, die mittlerweile 103 Mitglieder zählt, zusätzlichen Zusammenhalt.

Einen Ausschnitt dessen, was in 25 Jahren auf die Bühne gebracht wurde, zeigte ein buntes Potpourri von Vorstandsmitgliedern, das von Herr-Enkelin Annika Grabitz und Angelika Felgenhauer choreographiert worden war. Manfred Kottke trat als Guildo Horn auf, Angelika Felgenhauer als Wolfgang Petry, Herr als Drafi Deutscher. Die Frauen tanzten nach „Atemlos“ und warfen zu „99 Luftballons“ ebensolche mit der „25“ ins Publikum. Es wurde noch lange gefeiert in dieser Nachbarschaft.