Tolle Kombination in Königswinter

Musik und Kunst gegen den Montagsblues

Pianist Vladimir Katz spielte im Atelier Meerkatze auch Eigenkompositionen.

Pianist Vladimir Katz spielte im Atelier Meerkatze auch Eigenkompositionen.

KÖNIGSWINTER. Sticken, Neo-Pop und Jazz aus New York: Zahlreiche Besucher kamen zur Premiere von "Goodbye Blue Monday" im Atelier Meerkatze.

Auch montags haben die Königswinterer offensichtlich Lust auf Kunst. Bei der Premiere von "Goodbye Blue Monday" war die Galerie Meerkatze rappelvoll. An den Wänden hingen Werke der Gruppe 4:1, zu der die Künstler Julius Busch, Raimunde Grave, Wilko Meiborg, Nike Seifert und Malte Sonnenfeld gehören.

Am Klavier hatte der New Yorker Pianist Vladimir Katz Platz genommen. Als er dann noch eine eigene Komposition vortrug, zu der ihn die Bilder der Serie "Echo" von Wilko Meiborg inspiriert hatten, hielt es der Künstler vor Aufregung kaum aus. Das Publikum war begeistert - von der Musik und von den Bildern.

"Das ist eine tolle Kombination - Kunst und Musik", sagte eine Besucherin. Und auch Axel Wendelberger sowie Dave und Andrea Deighton, die sich als Veranstalter der neuen Reihe "Goodbye Blue Monday" unter dem Namen 3_Orenda zusammengeschlossen haben, waren erfreut über die Resonanz.

In den Ausstellungsräumen und im Garten der Meerkatze standen die vielen Gäste zusammen, plauderten über die Bilder und über Kunst im Allgemeinen. Axel Wendelberger hatte zu Beginn die fünf Akteure vorgestellt, alles gestandene  Künstler, die aber als Gruppe gerade erst in der Trinitatiskirche in Köln ihren ersten gemeinsamen Auftritt hatten.

Für Nike Seifert war die Meerkatze bekanntes Terrain - hier hatte sie bereits in einer Einzelausstellung ihre Bilder gezeigt, die in einem erschöpfenden Schaffensprozess quasi als Psychogramme mentaler Zustände entstehen. Erst mit der Titelfindung, die sich an realen, unbewusst eingebrachten Bezügen orientiert, ist für sie das Bild ein Bild. Wilko Meiborg hält seine Motive fotografisch fest und druckt sie auf Aluminiumplatten aus.

In diesem Fall waren es Waldmotive unter dem Titel "Echo", die trotz ihrer Verfremdung durch Vermischen der digitalen Daten dieser Bilder mithilfe eines Soundbearbeitungsprogramms beim Betrachter eine beruhigende Wirkung wie bei einem Waldspaziergang erzielen sollen.

Meiborg geht es um die Vergänglichkeit der digitalen Welt und deren Einfluss auf die Sehgewohnheiten der Nutzer. "Mit Computerspielen, aber auch mit Videos und Fotos kann man sich wunderbar der Realität entziehen. Zwischen diesen paradiesischen Zuständen und der harten, kalten Realität liegt oft nur ein Wimpernschlag", sagt Meiborg. Konsequent vernichtet er deshalb nach dem Ausdruck die Daten. Jedes Bild ist ein Unikat.

Raimunde Grave stickt - und sendet bestrickende Botschaften wie "Vertraue der Dunkelheit", manchmal auch erst auf den zweiten Blick deutbar. Ihre Technik ähnelt der Machart früherer Küchentuch- oder Taschentuch-Stickereien. Bei Julius Busch geht es immer um das Spiel der Bedeutungen. Er installiert und kombiniert - Fotos oder einen alten Volksempfänger - und textet Sprüche wie "Bleiberecht der Kindheit".

Malte Sonnenfeld, der in der Kindheit Comics liebte, malt im Neo-Pop-Art-Stil. Und auch hier ist Nachdenken angesagt. Das Trio 3_Orenda überlegt jedenfalls nun, wo beim nächsten Mal ihr "Goodbye Blue Monday" stattfinden soll. Ein Ort mit Flair muss her.

Die Werke können bis Mitte Juni nach Voranmeldung im Atelier Meerkatze in Königswinter, Meerkatzstraße 2, besichtigt werden. Kontakt per Telefon unter 02223/2958600 oder per E-Mail an axel@wendelberger.com. Weitere Infos auch auf www.wendelberger.com