Start-up-Unternehmen

Mit dem Lieblingsburger zum Erfolg

Erstmals präsentierten die beiden Start-up-Unternehmer Edgar Schulz (rechts) und André Kirfel bei Rhein in Flammen ihre Kreationen.

Erstmals präsentierten die beiden Start-up-Unternehmer Edgar Schulz (rechts) und André Kirfel bei Rhein in Flammen ihre Kreationen.

Königswinter. Edgar Schulz und André Kirfel aus Königswinter, zwei junge Handballer der HSG Siebengebirge, haben ihre eigene Firma gegründet. Bei Rhein in Flammen präsentierten sie zum ersten Mal ihre Burger-Kreationen.

Als der Nachbar am Sonntagmorgen in der Rheinaue seinen Dönerstand abbaute, wusste Edgar Schulz, dass sie zumindest an diesem Wochenende gewonnen hatten. „Rhein in Flammen war unser Kick-off. Und das hat echt gut geklappt“, erzählt der Königswinterer. Mit seinem gleichaltrigen Freund André Kirfel, ebenfalls aus Königswinter, hat der 23-Jährige gerade das Start-Up-Unternehmen „Lieblingsburger“ gegründet.

Dabei hatte bei Rhein in Flammen alles echt frustrierend angefangen. Der Nachbar hatte in der ersten halben Stunde bereits zehn Döner verkauft, während die beiden Jungunternehmer in ihren Zelten immer noch auf den ersten Kunden warteten. „Ein halbes Jahr Arbeit schien für die Katz“, sagt Schulz. Ganz zu schweigen von der vierstelligen Standgebühr. Doch dann nahmen die beiden jungen Handballer der HSG Siebengebirge, Schulz war im Januar GA-Sportler des Monats, die Initiative selbst in die Hand. Sie liefen den Besuchern mit kleinen Appetithappen hinterher und ließen sie probieren. Am Ende des Wochenendes hatten die Königswinterer zwischen 800 und 900 Burgern verkauft, davon 400 bis 500 allein am Samstagabend zwischen 17 und 23 Uhr. „Teilweise standen 60 Leute in der Warteschlange“, berichtet Schulz. Der Verkäufer am Nachbarstand packte frustriert schließlich ein und ging früher.

„Wir wollten aus dem Nichts kommen und möglichst viele Menschen erreichen“, sagt er weiter. Auch die Facebook-Seite Lieblingsburger ging erst am Freitag vor Rhein in Flammen an den Start. Bereits am ersten Tag erreichten sie auf diese Weise rund 30000 Menschen. Beim Start in der Rheinaue verzichteten Schulz, der Student der Betriebswirtschaft kurz vor dem Bachelor ist, und der gelernte Großhandelskaufmann Kirfel noch auf ihre Spezialität. Den Lieblingsburger kann sich der Kunde für knapp neun Euro individuell zusammenbauen lassen. Stattdessen starteten sie mit einer Auswahl von nur drei Burgern, einem Classic Burger zum Einstiegspreis von 5,90 Euro, einem Chilli Cheese Burger und einem BBQ Burger.

Die Idee, selber Burger zu verkaufen, hatten die beiden Königswinterer, als sie vor einem Jahr bei einem Kölner Unternehmen an der Theke arbeiteten. „Die machen das gut. Aber wir können das besser, haben wir uns damals gesagt“, berichtet Schulz. Das sei zwar zunächst eine Schnapsidee im jugendlichen Leichtsinn gewesen, aber im Laufe des Jahres wäre der Plan dann doch gereift.

Die Idee, das Unternehmen Lieblingsburger zu nennen, hatte dann André Kirfel. Edgar Schulz war im ersten Moment gar nicht so begeistert. Doch als ihnen die Geschäftsidee kam, dass der Kunde sich seinen Burger selber zusammenstellen kann, passte der Name auf einmal perfekt. Vor allem mit der Qualität ihrer Produkte wollen die beiden Königswinterer erfolgreich sein. Dazu gehört, dass die Bäckerei, die Metzgerei und der Obst- und Gemüsehändler, bei denen sie ihre Waren beziehen, aus der Region kommen. Firmensitz ist der Hüscheider Weg in Ittenbach. Oma Kirfel hat ihre Garage als Lager für das Material zur Verfügung gestellt. Natürlich nicht für das Essbare, das am Ende auf dem Burger landet.

Kerngeschäft sollen Veranstaltungen wie Sommerfeste – besonders von Unternehmen – , aber auch Gartenpartys oder Fußballturniere sein. Dort wollen sie auf sich und die Burger aufmerksam machen. „Bei solchen Gelegenheiten können wir deutlich machen, was wir können und wollen“, sagt Schulz.

Den allerersten Auftritt im privaten Kreis hatten sie bei einem Geburtstag in der befreundeten Familie Fech, von der sie unterstützt werden. Auch beim Pfingstturnier des TuS Oberpleis konnten die Burger probiert werden. Beim letzten Meisterschaftsspiel der Oberpleiser am kommenden Sonntag, 5. Juni, am Sonnenhügel bauen sie erneut ihren Stand auf. Am Wochenende stand noch eine private Geburtstagsfeier mit 250 Gästen auf dem Terminplan.

Wenn in den nächsten zwei bis drei Wochen der bestellte Truck eintrifft, wollen Schulz und Kirfel an fünf Tagen in der Woche verschiedene Standorte anfahren und dort fünf Burger, Fritten und Salat anbieten. Fest eingeplant sind bisher ein Tag in Königswinter und zwei Tage in Bonn. „Wir wollen uns erst einmal in der Region einen Namen machen, bevor wir vielleicht expandieren“, so Schulz.

Das Zwei-Mann-Unternehmen soll nur bei besonderen Anlässen ab und zu personell aufgestockt werden. Bei Rhein in Flammen etwa halfen die Eltern, Freundinnen und Freunde der beiden Jungunternehmer kräftig mit. Bei dem Andrang wäre das auch gar nicht anders möglich gewesen, zumal sie größten Wert auf Hygiene legen. Zu den Regeln gehört: Wer an der Kasse steht und mit Geld hantiert, hat mit der Essenszubereitung nichts zu tun. Und jeder, der dort im Einsatz ist, trägt Handschuhe.