Ausstellung im Atelier Meerkatze

Maviie Mauer zeigt ihre Arbeiten in Königswinter

Maviie Mauer vor ihren Werken (von oben links, im Uhrzeigersinn) „Walking on sunshine“, „Fly away“, „Feuersee“ und „Moonwalk“.

Maviie Mauer vor ihren Werken (von oben links, im Uhrzeigersinn) „Walking on sunshine“, „Fly away“, „Feuersee“ und „Moonwalk“.

KÖNIGSWINTER. Farbenprächtigen und expressiv: Die in Berlin geborene Künstlerin Maviee Mauer zeigt ihre Werke noch bis 10. November im Atelier Meerkatze in Königswinter.

Eine klassische Künstler-Laufbahn einzuschlagen, darauf hatte es Maviie Mauer nie wirklich abgesehen. Geboren 1970 in Kleinmachnow bei Berlin und aufgewachsen in der DDR, begann sie völlig ohne akademische Schulung und ohne nennenswerte Vorbilder, nach und nach ihre ganz eigene Bildsprache zu entwickeln.

Einfach drauflos und aufs Bauchgefühl achten, so lautete schon früh ihr Motto: „Von Stilrichtungen habe ich überhaupt keine Ahnung gehabt“, sagt Mauer heute in der Rückschau. „Stattdessen habe ich alles gemalt, was ich gefühlt und gesehen habe“. Viele Experimente habe sie gewagt, natürlich sei einiges schiefgegangen – bis es schließlich irgendwann Klick machte. Das beeindruckende Ergebnis nach einem Vierteljahrhundert Autodidaktik: ebenso farbenprächtige wie expressive Seelenlandschaften, in wilden Acryl-Sprengseln auf die Leinwand gebannt. Das Beste aus Mauers beflügelnd-intimer Farben-Poesie ist nun noch rund drei Wochen im Atelier Meerkatze zu sehen.

Ein betörend ungestümer Sinnesrausch, optisch irgendwo auf dem weiten Feld der informellen Kunst angesiedelt – „Maviie Mauer hat einen hohen Wiedererkennungswert“, lobte Galerist Axel Wendelberger. Und zu einer derart eigentümlichen Bild- und Formensprache gehört, na klar, auch eine eigenwillige Gestaltungstechnik: Nur selten greift Mauer zum klassischen Malerpinsel, zu geordnet und rigide wirken dessen Schwünge auf sie.

Stattdessen setzt sie für ihre Werke – oft ebenso grell und chaotisch wie liebevoll komponiert – bevorzugt auf Spachtel, Druckelemente und Spritzflaschen. Das Ziel: Jugendlich-dynamisch, auf den ersten Blick vielleicht sogar ein bisschen anarchisch soll es sein. Ausgehend von einem inneren Impuls oder einer persönlichen Geschichte, lässt sie die Farben wandern, tropfen und verlaufen, wie es ihr gerade in den Sinn kommt. „Nachts“, erzählt Mauer, „setze ich mich spontan ins Atelier in meiner Wohnung, male drauf los und lasse meinen Empfindungen freien Lauf“ – darunter Schönes ebenso wie Traumatisches und Identitätsfragen.

Kunstwerke mit persönlicher Bedeutung

Wann exakt ein Bild ausstellungsreif ist? „Einige werden tatsächlich nie fertig“, so die Künstlerin. „Manchmal bin ich erst völlig begeistert und merke nachher, 'Verdammt, das kannst du in die Tonne kloppen', und umgekehrt“. Einen Titel zu finden, sei oft noch schwieriger: „Ich selbst will beim Betrachten überrascht werden, ich will suchen und finden“, so Mauer. „Einfach das zu Sehende wiederzukäuen, wäre ja langweilig.“ Mauers Titel sind daher keine Lektüreschlüssel, sondern Anstöße zum Querdenken: „Moonwalk“ nennt sie etwa das leicht exzentrische Zusammenspiel von Rosa, Grasgrün, Blau und Rot; im tiefblau gekräuselten „Feuersee“ glimmen hingegen nur vereinzelt leuchtend orangefarbene Sprengsel auf.

In „Kilimanjaro“, „einem Werk, an dem ich sehr hänge“, verarbeitete sie die Geschichte ihres Vaters aus Ghana: „Das Bild musste entstehen“, meint Mauer, „das Thema kam immer wieder in mir hoch“. In der Kleinarbeiten-Reihe namens „R-Serie“, allesamt Acryl und Graphit auf Papier, verwebt sie bruchstückhafte Kindheitserinnerungen mit pastöser Schwarz-Weiß-Optik. Ohne Zweifel: Mauers Kunst – facettenreich, bunt, erquickend – kommt von Herzen.

Noch bis Freitag, 10. November, kann die Ausstellung nach Vereinbarung im Atelier Meerkatze, Meerkatzstraße 2, besucht werden. E-Mail: meerkatze@wendelberger.com.