Burghof in Königswinter

Marc Asbeck kauft das frühere Ausflugslokal

Am Burghof Königswinter laufen Sicherungsarbeiten.

Am Burghof Königswinter laufen Sicherungsarbeiten.

Königswinter. Der Burghof hat einen neuen Besitzer. Das heruntergekommene Gebäude im Siebengebirge, das früher ein beliebtes Ausflugslokal war, gehört seit einer Woche dem Bonner Unternehmer Marc Asbeck.

Das bestätigte am Freitag Dieter Streve-Mülhens junior, der den seit mittlerweile 27 Jahren leerstehenden Burghof verkauft hat.

Ein gemeinsamer Freund hatte das Interesse Asbecks an der Immobilie nach Angaben von Streve-Mülhens an ihn herangetragen. Vor sechs Wochen habe man dann miteinander telefoniert und sich erstmals getroffen. Schnell wurde man sich handelseinig. Der Besitzerwechsel sei vor einer Woche erfolgt. „Ich habe ein sehr gutes Gefühl bei der Geschichte“, sagt Streve-Mülhens. Asbeck sei schließlich ein Vollprofi. Der Bruder von „Sonnenkönig“ Frank Asbeck (Solarworld) hat am Post-Campus in Bonn mehrere hundert Millionen Euro investiert.

Pläne für den Burghof, der seit 1989 leer steht, gibt es seit Jahren. Zunächst wollten der Bauingenieur Frank Grabow und der Gastronom Hans Hatterscheid das Gebäude gemeinsam zum Leben erwecken. Grabow mit seinem auf die Sanierung von Denkmälern spezialisierten Unternehmen und Hatterscheid mit seiner gastronomischen Erfahrung wollten dort ein Restaurant mit kleinem Hotel und Seminarräumen betreiben.

Doch im Jahr 2013, als die Stadt bereits den Bauvorbescheid für das Sanierungsprojekt erteilt hatte, zerstritten sich die beiden Partner und lösten die von ihnen gegründete GmbH & Co. KG wieder auf.

Grabow, der nach eigenen Angaben damals bereits zweieinhalb Jahre Zeit und viel Geld in das Vorhaben investiert hatte, gab seinen Plan, das Gebäude zu kaufen und zu sanieren, jedoch auch danach nicht auf. Er suchte nach einem geeigneten Partner, um seinen Traum doch noch verwirklichen zu können. „Frank Grabow hat sehr viel Energie in verschiedene Konzepte gesteckt und viel Grundlagenarbeit geleistet. Vielleicht kommt es ja sogar zu einer Zusammenarbeit“, sagt Streve-Mülhens. Asbeck habe angekündigt, dass er sich mit dem Projekt Zeit lassen wolle.

Der Unternehmer selbst war am Freitag nicht zu erreichen. In den vergangenen Jahren waren am Burghof wiederholt Sicherungsarbeiten durchgeführt worden. So wurde rund um das Gebäude gerodet, die in der Erde liegenden Wände wurden wegen Feuchtigkeitsschäden freigeschachtet. Immer wieder hatten die Eigentümer bei dem abgelegenen Objekt auch mit Vandalismus zu tun, wie Dieter Streve-Mühlens betont. „Der momentane Zustand ist traurig“, räumt er ein.

Er hat aber keinen Zweifel daran, dass Marc Asbeck die finanziellen Möglichkeiten hat, bei der Sanierung des Burghofs „den Königsweg einzuschlagen“, das heißt, das Gebäude in einem Rutsch wieder instand zu setzen. „Der war uns bisher leider verwehrt“, so Streve-Mülhens.

Frank Grabow bedauerte gestern, dass er nun wohl nicht zum Zuge kommen wird. „Ich habe ja etwas entwickelt, von dem alle sagten, dass es großartig sei“, meinte er. Dennoch trug er den Verkauf mit Fassung. „Dann kümmere ich mich eben um andere Dinge in meinem Leben.“

Der Burghof

Die Geschichte des Burghofs geht ins 12. Jahrhundert zurück. 1881 erwarb ihn Stephan von Sarter, der Erbauer von Schloss Drachenburg. Sarters Neffe ließ 1904 das Hauptgebäude des Burghofs abreißen und als Berghotel neu aufbauen.

Seit 1989 die Konzession für das Hotel erlosch, steht das Gebäude leer. 2004 erwarb die Familie Streve-Mülhens, Eigentümerin der Drachenfelsbahn und des Wintermühlenhofs, den Burghof von den Eigentümern Viktor Schneider und Christa Repohl.

In den vergangenen Jahren bemühte sich der auf Denkmalsanierung spezialisierte Honnefer Unternehmer Frank Grabow, eine Planung für die Sanierung des Burghofs zu realisieren. Letztlich scheiterte das Projekt jedoch an der Finanzierung.