Franz Ittenbach

Maler wurde vor 200 Jahren in Königswinter geboren

Ein Selbstporträt Franz Ittenbachs etwa aus dem Jahre 1855.

Königswinter. Sein Geburtshaus mit der markanten Treppengiebelwand steht noch. Heute vor 200 Jahren, am 18. April 1813, kam der Maler Franz Ittenbach zur Welt - in der Heisterbacher Gasse Nummer 12, der heutigen Altenberger Gasse.

Das Siebengebirgsmuseum beherbergt einige Werke des berühmten Sohnes der Stadt. Eine der bedeutendsten Arbeiten Ittenbachs ist jedoch an einen Platz gebunden. Er war einer der Lieblingsschüler Wilhelm von Schadows, die vom Leiter der Düsseldorfer Kunstakademie mit der malerischen Ausgestaltung der Apollinariskirche in Remagen betraut wurden.

Ittenbach zählte zu den "Nazarenern". Gemeinsam mit Ernst Degger aus Hildesheim und den Brüdern Andreas und Karl Müller aus Ahrweiler schuf er die Fresken der von Dombaumeister Zwirner errichteten Kirche. Dabei überzeugte sich auch hoher Besuch vom Fortgang der Arbeiten: der preußische König.

Ittenbach verewigte in dieser Wallfahrtskirche sämtliche Namenspatrone seiner Familie - so auch den heiligen Theodor für den Vater. Er war ein armer Winzer, der verstarb, als Franz sechs Jahre alt war. Sein ältester Bruder Johannes hatte eine Stelle als Hauslehrer auf Schloss Gracht bei Liblar. Er holte Franz für ein Jahr zu sich und unterrichtete ihn mit den Grafenkindern.

Dort schon fiel der Junge aus Königswinter wegen seiner Mal- und Zeichenkünste auf. Dennoch begann Ittenbach zunächst eine Lehre im Kaufmannsladen eines Bruders in Königswinter. Mit 19 aber widmete er sich ganz seiner Leidenschaft: Er begann sein Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie.

Ittenbachs Stärken waren die Portrait- und die Landschafts-, bald auch die Madonnen-Malerei. Franz Ittenbach wollte ein großer Maler werden, aber oft drückten ihn auch quälende Zweifel. Sorgfältig führte der Akademieschüler Tagebuch - dabei ging es ums Malen genauso wie ums Wetter oder um die Verwendung seiner geringen Mittel, die sein ältester Bruder zur Verfügung stellte.

Bereits dem ganz jungen Maler wurden große technische Fertigkeit und Ausdruckskraft attestiert. Viel Lob gab es für das Bildnis des Erzbischofs Clemens August Droste zu Vischering. Schadow erwählte 1839 Ittenbach, den in der Festung Minden einsitzenden Kölner Kirchenmann zu porträtieren.

Der Akademiedirektor hatte aber noch mehr mit Ittenbach vor. Er gehörte zu den Meisterschülern, die Schadow nach Italien schickte, wo sie die religiöse Monumentalmalerei studieren sollten. Das Ziel: die Ausschmückung der Kirche in Remagen. Auf dem Drachenfels feierten die Maler im Oktober 1839 Abschied von Deutschland.

Nach ihrer Rückkehr 1843 nahmen sie Maß im Rohbau der Kirche und zeichneten die großen Kartons in den Düsseldorfer Ateliers. Bei der anschließenden Nassputzmalerei auf den Gerüsten sangen die Maler oft vierstimmig, abends streiften sie durch die Landschaft. Zeitweise wohnten sie in Erpel, dort suchten sie Männer aus, die Modell standen für die Heiligen. Ittenbach lernte Elisabeth Kurz aus Ehrenbreitstein kennen, die er 1847 heiratete.

Zurück in Düsseldorf, wurde Ittenbach zwar der Professorentitel zugesprochen, aber er war ohne Amt und Gehalt. Glücklicherweise hatte er volle Auftragsbücher. Seine Bilder waren begehrt, selbst in Amerika, England und Frankreich. Besonders seine Madonnenbilder entsprachen der damaligen Geschmackskonvention.

Aber leicht wurden sie mit der Devotionalien-Malerei verwechselt. Franz Ittenbach klagte: "Unserer vom Materialismus beherrschten Zeit ist die christliche Kunst überhaupt ein Dorn im Auge." Neben dem seelischen stand ihm auch ein körperlicher Leidensweg bevor. Ittenbachs Sehkraft war stark geschwächt. Schmerzen zwangen ihn, liegend zu malen. Am 30. November 1879 starb er in Düsseldorf. Sein letztes Werk war das Herz-Jesu-Bild: "Ein wahres Schmerzensbild, da ich keine Stunde ohne Schmerzen daran gemalt habe."