Markus Maria Profitlich in Königswinter

Lachen hilft am besten gegen den Stress


Humoristisches Schwergewicht: Markus Maria Profitlich im Franz-Unterstell-Saal.

Humoristisches Schwergewicht: Markus Maria Profitlich im Franz-Unterstell-Saal.

Thomasberg. Markus Maria Profitlich feierte mit seinem neuen Programm "Schwer im Stress" an zwei Abenden in Franz-Unterstell-Saal in Thomasberg Vorpremiere und Premiere. Das Publikum war von seinem neuen Nachbarn - Profitlich wohnt seit Kurzem in Thomasberg - vollauf begeistert.

Der Comedian ist im Siebengebirge angekommen. Spätestens, seitdem er bei Rewe Bock viel Zeit vor dem Leergutautomaten verbringen musste, hat er Thomasberg ins Herz geschlossen. Schuld war das Vorstandsmitglied der Strücher Karnevalsgesellschaft, das mit seinen fünf gelben Säcken, voll mit Bierdosen, vor ihm an der Reihe war. Dass die Dosen das stolze Ergebnis der letzten Vorstandssitzung waren – geschenkt.

Mit dieser Episode stieg der 55-jährige Comedian bei der Vorpremiere seines neuen Programms „Schwer im Stress“ in den Abend ein. Und hatte damit die 285 Zuhörer im kuscheligen Franz-Unterstell-Saal gleich auf seiner Seite. Auch die Strücher KG als Hausherrin konnte mit der kleinen Geschichte auf ihre Kosten sicher ganz gut leben.

Für Profitlich waren die Vorpremiere am Freitagabend und die Premiere am Samstagabend zwei richtige Heimspiele, denen bis Jahresende fast 90 weitere Auftritte in der gesamten Republik folgen werden. Das Publikum darf sich dabei auf die unterschiedlichsten Annäherungen an das so aktuelle Thema Stress freuen. Und zu lachen ist dabei sicher nicht die schlechteste Therapie.

Probleme mit Thermomix und Smart-TV

Die Wunderküchenmaschine Thermomix oder ein Smart-TV können trotz aller Möglichkeiten, die sie bieten, auch Stressauslöser sein. „Die Fernbedienung hat 110 Knöpfe, aber beim Umschalten von ARD zum ZDF braucht man die Kinder“, hat Profitlich festgestellt. Was man in manchen Sendern zu sehen bekommt, stresst den Comedian offensichtlich auch. Zum Beispiel „Topmodels, die wie Strichcodes auf der Müslipackung aussehen“. Auch wenn das SPD-Mitglied Profitlich kein politisches Kabarett wie ein Volker Pispers bietet, spart er auf seine Art nicht mit unverhohlener Kritik an Zeiterscheinungen.

Apropos Schlankheitswahn. Das Schwergewicht Profitlich, das mit 13 Pfund im Bonner Marienhospital das Licht der Welt erblickte und im weiteren Leben schon mal 160 Kilo auf die Waage brachte, fällt einem bei diesem Thema nicht direkt ein. Trotzdem hat es der Comedian schon mal geschafft, seine Swatch Uhr mehr als 68 000 Schritte in zwei Stunden anzeigen zu lassen. „Eigentlich hat das nur zwei Minuten gedauert. Ich habe sie auf einen laufenden Schwingschleifer gelegt“, verriet er den Thomasbergern. Beim Thema Sport hält er es da doch lieber mit Yoga als mit Laufen. In der Rolle des „liegenden Elefanten“ hat er jedenfalls kein Glaubwürdigkeitsproblem.

Smartphones und das wahre Leben

Stress bereitet den Menschen immer mehr auch der Umgang miteinander. In Zeiten, in denen Smartphones nach und nach an die Stelle echter Kommunikation treten, nimmt Profitlich die Steilvorlage gerne auf. „Ich sage meinen Töchtern, das Verschwommene um das Display herum, das ist das wahre Leben.“

Der Mann, der aus dem Bergischen Land nach Königswinter gezogen ist, um seine zehnjährige Tochter auf dem CJD einschulen zu können, amüsiert sich auch über die Theorie der „Lernfenster“ in der Entwicklung der Kinder. „Bei mir stand das Lernfenster 15 Jahre lang auf Kipp“, sagt er. Selbstironie fällt ihm sichtbar leicht.

Bei aller Schmähkritik: Eine besonders innige Beziehung scheint Profitlich zu seinem Onkel Hubert zu haben. Auch wenn der Besuch beim 90. Geburtstag in Köln ein Desaster war. Schließlich brauchen Männer kein Navigationssystem, weil sie stattdessen ein fotografisches Gedächtnis haben. „Bei manchen ist aber kein Film drin“, musste er sich nach der Irrfahrt von seiner Partnerin anhören. Trotzdem darf das Publikum wohl davon ausgehen, dass sich ein Navigationssystem auch in Zukunft nicht in das Auto des Comedians verirren dürfte. Zumindest solange Markus Maria Profitlich auf der Bühne darüber spricht.