Naturschutz

Kreis verbrennt Schnittreste im Siebengebirge

Am Stenzelberg wird Schnittgut kontrolliert abgebrannt, um Freiflächen für seltene Tier- und Pflanzenarten zu reaktivieren.

Am Stenzelberg wird Schnittgut kontrolliert abgebrannt, um Freiflächen für seltene Tier- und Pflanzenarten zu reaktivieren.

Königswinter. Manchmal braucht es die Hilfe des Menschen, um Refugien für seltene Tier- und Pflanzenarten zu reaktivieren oder auch ganz neu zu schaffen. Am Stenzelberg in Königswinter sind darum nun offene und sonnige Freiflächen geschaffen worden. Das entstandene Schnittgut wird jetzt kontrolliert abgebrannt.

Der Rhein-Sieg-Kreis sorgt für den Schutz der Natur: Bis Ende Februar wurden am alten Steinbruch Stenzelberg sogenannte Freistellungsarbeiten durchgeführt. Dabei wurde die Vegetation an manchen Stellen beseitigt, um freie Flächen zu schaffen. Aktuell wird dabei entstandenes Schnittgut kontrolliert verbrannt, teilte die Kreisverwaltung am Mittwoch mit.

Arten wie Mauereidechsen, zahlreiche Schmetterlinge und auch viele seltene Pflanzenarten benötigen offene und sonnige Plätze, so die Mitteilung weiter. „Bei Freistellungsarbeiten werden zum Beispiel Bäume gerodet und Büsche zurückgeschnitten; immer mit dem Ziel des Naturschutzes“, erklärt Georg Persch, Leiter des Naturschutzprojektes chance7 beim Rhein-Sieg-Kreis, das die Arbeiten initiiert und koordiniert hat. Wären die Arbeiten nicht durchgeführt worden, wären die Flächen mit Gebüschen und Brombeeren großflächig zugewachsen und die Lebensräume für viele seltene Arten wie die Mauereidechse verloren gegangen, so der Projektleiter.

Die Bereiche seien allerdings nur sehr beengt zugänglich, sodass das angefallene Schnittgut nicht abtransportiert werden könne. Seit Anfang März werde daher vor Ort auf mehreren kleinen Flächen kontrolliert Schnittgut verbrannt. Die Maßnahme sei mit dem Ordnungsamt der Stadt Königswinter abgestimmt, teilt die Kreisverwaltung abschließend mit.

Nähere Informationen gibt es auf www.chance7.org.