Siebengebirgsmeisterschaften in Königswinter

Konstanze Klosterhalfen ist das große Vorbild

Siebengebirge. 150 junge Leichtathleten starten bei den Siebengebirgsmeisterschaften im Peter-Breuer-Stadion in Königswinter und freuten sich über einen besonderen Gast: Konstanze Klosterhalfen, Olympiateilnehmerin aus Bockeroth, ehrte die Sieger.

Wegen Konstanze Klosterhalfen hatten Königswinterer Sportler den Wecker gestellt, als die Läuferin bei den Olympischen Spielen in Rio an den Start ging. Jetzt kam die Leichtathtletin aus Bockeroth zu ihnen ins Peter-Breuer-Stadion, um die Sieger bei den Siebengebirgsmeisterschaften zu ehren.

Und Celina und Robin aus Aegidienberg, die bei der HSG Siebengebirge trainieren, meinten nur mit großen Augen: „Toll!“ Gerade nämlich hatte die Athletin den beiden Minis ihr Wettkampfpräsent überreicht. Viele Eltern zückten die Handys und fotografierten, während die sympathische Sportlerin die Ehrungen vornahm.

Zuvor hatte sich Konstanze Klosterhalfen bereitwillig mit Fans fotografieren lassen. Die waren hin und weg. Und einige haben nun ein klares Ziel vor Augen: Später auch mal Olympiakämpfer zu sein. „Wenn ihr fleißig trainiert, dann klappt das auch“, spornte die 19-jährige Läuferin die jungen Leichtathleten an.

Es waren die 17. Siebengebirgsmeisterschaften für Leichtathleten im Alter zwischen acht und 15 Jahren. Weil sich im Dezember vergangenen Jahres die LG Siebengebirge als bisheriger Ausrichter aufgelöst hatte, sprangen der TV Königswinter und die SSG Königswinter in die Bresche. Heino Gröf, Leichtathletik-Chef beim TVK, hatte einen Hilferuf an die SSG geschickt.

Und als Winni Penno signalisierte, nach dem Le Petit Médoc Zeit zu haben, um mit Gröf federführend an der Organisation mitzuwirken, gab SSG-Vorsitzender Hansjürgen Melzer grünes Licht. Bei der Siegerehrung betonte Melzer: „Ich freue mich, dass so viele Teilnehmer dabei sind. Es hat Riesenspaß gemacht.“ Sein Dank galt auch den Sponsoren, der Kreissparkasse Köln, dem Maritim-Hotel Königswinter und 7G runergy für ihr Engagement, ebenso den 70 Helfern. So betreuten etwa Holger und Renate Michels das Wettkampfbüro.

Immerhin mehr als 150 junge Sportler aus zehn Vereinen und auch aus der Oberdollendorfer Schnitzenbusch-Schule maßen ihre Kräfte auf der Laufbahn, in der Sprunggrube und auf der Wurf- und Kugelstoßanlage beim Drei- oder Vierkampf. Für die Besten gab es Pokale und Urkunden. Aber: Der Verein mit den meisten Teilnehmern erhielt den Barbara-Berger-Pokal. Den überreichte Konstanze Klosterhalfen an die SSG.

Studienrätin Berger hatte einst diese Meisterschaft initiiert. Heino Gröf: „Sie hat viel für die Leichtathletik getan. Was viele nicht wissen: Sie war mit 15 Jahren Vizeweltmeisterin im Rollschuhkunstlauf. Ihre größte Konkurrentin war Weltmeisterin Marika Kilius. Barbara Berger zu Ehren möchten wir diesen Pokal vergeben.“ Leider konnte die Namensgeberin nicht anreisen.

War Konstanze Klosterhalfen eigentlich selbst mal Siebengebirgsmeisterin? „Ich war mal Kreismeisterin“, meinte die Sportlerin nachdenklich, die in dieser Woche Klausuren an der Sporthochschule Köln schreibt. Im Anschluss geht es in den Urlaub, dann starten die Vorbereitungen auf die Crosssaison. Doch dann fiel es ihr wieder ein. „Ich war bei Dreikampfmeisterschaften dabei, habe aber nie gewonnen, weil ich schlecht im Werfen war.“

Greta Hildebrandt (9) aus Bad Honnef bestaunte die Olympiateilnehmerin. „Ich habe heute mit 2,95 Meter Bestleistung im Weitsprung geschafft. Konstanze ist ein Vorbild“, sagte die TVK-Sportlerin. Lucas Köster (14) aus Rauschendorf trainiert erst seit einem Jahr bei der SSG und lief über 100 Meter sagenhafte 11,27 Sekunden: persönliche Bestzeit. 1,60 Meter im Hochsprung und 5,68 im Weitsprung bedeuteten ebenfalls Bestmarken. Der Neuntklässler am CJD-Gymnasium: „Olympische Spiele wären ein Traum.“

Glücklich waren auch die Helfer. Karl-Heinz Glander (68), gerade zurück von der Deutschen Straßenlaufmeisterschaft über zehn Kilometer, war Kampfrichter und begeistert von den Jüngsten, die Hochweitsprung machten: „Ist das eine tolle Stimmung!“ Die Kleinen sprangen unermüdlich über die Latte. Und Winni Penno: „Deren Aufregung vorab – herrlich.“