Emmauskirche Heisterbacherrott

Kirchenkabarett "Klüngelbeutel" trat auf Einladung des Hospizdienstes auf

Wolfram Behmenburg alias Kardinal Meisner im Zwiegespräch mit Jesus als Marionette.

HEISTERBACHERROTT. Bis auf den letzten Platz besetzt war die Emmauskirche beim Kirchenkabarett "Klüngelbeutel". Bei der Veranstaltung des Ökumenischen Hospizdienstes Königswinter, dem auch der Spendenerlös zugute kam, wurde Joachim Kardinal Meisner nach seiner Emeritierung als Kölner Erzbischof auf humoristische Art und Weise verabschiedet.

Bereits mehrere Male gastierten die Kölner, die es seit 1990 auf mehr als 700 Vorstellungen brachten, in der Emmauskirche in Heisterbacherrott, zum ersten Mal allerdings auf Einladung des Hospizdienstes.

Das Publikum hatte beim Programm "25 Jahre. Vielen Dank, Joachim" seinen Spaß. Wolfram Behmenburg, selbst evangelischer Pfarrer mit halber Stelle in Köln, seine Frau Ulrike, Sozialpädagogin von Beruf, und Walter Kunz am Klavier hatten aber auch leichtes Spiel.

Zu viele Angriffsflächen hat der Protagonist geliefert. Ob im Zwiegespräch mit Jesus, beim Ablästern über Protestanten, bei den Themen Drewermann, Tebartz-van Elst oder seinem Verhältnis zum Rheinland. Beißend kam der Humor auch bei Meisners Würdigung als unverwechselbarer Kölner daher: Größenwahn, die entschlossene jahrelange Förderung des Denunziantentums, die Intoleranz. Auch das Nachfolger-Casting mit den Kandidaten Peter Millowitsch, Wolfgang Niedecken, Lukas Podolski, Wolfgang Petry, Alice Schwarzer und dem Kölner Dreigestirn hatte es in sich.

Am Schluss wurde Meisner mit einem "Candy-Storm" aus Kamelle vom Publikum verabschiedet. Es blieb die Frage, was der "Klüngelbeutel" denn ohne ihn machen wird. "Gerade, wo es zu Ende geht, merkt man, was er uns alles gegeben hat", meinte Wolfram Behmenburg. Peter Schäfer, zweiter Vorsitzender des Hospizdienstes, hatte "einen teils fröhlichen, teils nachdenklichen und teils frechen Vortrag" gesehen. Dem war nichts hinzuzufügen.