Kita Merlin

Kinder sammelten für eine Laterne zum Gedenken an Hannah

Kerzen zur Erinnerung: Thomas Mauel, Martin Thiebes und Veronika Dietz (von links) mit den Niederdollendorfer Kindergartenkindern.

KÖNIGSWINTER. Als Hannah starb, waren die Kinder der Kindergarten-Elterninitiative Merlin in Niederdollendorf gerade erst geboren. Am Freitag trafen sie sich am Gedenkstein für das vor fünf Jahren ermordete Mädchen in Oberdollendorf, wo einen Tag zuvor eine von ihnen mitentworfene Laterne fest installiert worden war.

200 Euro hatten die Kinder, ihre Eltern und die Mitarbeiter der Kita gesammelt und für die Stele an der Cäsariusstraße gespendet. Für den Gedenkstein, der bereits im August 2011 aufgestellt wurde, kam das Geld etwas zu spät. Stattdessen hatte Thomas Mauel, der bereits Initiator der Stele war, die Idee mit der Laterne.

Töpferin Veronika Dietz stellte die Laterne mit Sternen und Flammen aus hochgebranntem, frostfesten Steinzeug nach dem Entwurf der Kinder her. "Die Aufgabe hat mich gereizt, weil aus einer schrecklichen Geschichte ein Ort entstanden ist, an dem Leute im Gedenken verweilen", sagte Dietz am Freitag.

Die Flammen stünden für das Licht, das von dieser Stelle aus in die Welt strahle, und zeige, dass Hannah nicht umsonst gestorben sei. Die Flammen finden sich im Übrigen auch auf der Stele wieder. Auch ihre fünfeckige Form verbinden Gedenkstein und Laterne. Den Entstehungsprozess der Laterne konnten die Kinder in der Töpferei von Veronika Dietz zum Teil "live" miterleben.

"Wir haben damals den Aufruf gelesen, dass für die Stele gesammelt wird", berichtete Kindergartenleiterin Heidi Müller. Gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Jessica Wollenberg und den Kindern war sie am Freitag mit den Vorschulkindern, den "Tintenklecksen", zur Gedenkstätte gekommen.

Auch Bildhauer Martin Thiebes, der die Säule geschaffen hat, war dabei. Der Künstler hat auf der Stele in Stein umgesetzt, was ihm Hannahs Familie mit auf den Weg gegeben hatte.