"Pro Klassik" im Haus Bachem

Kimiko Ishizaka spielt Goldberg-Variationen

Kimiko Ishizaka interpretiert Bach einfühlsam.

KÖNIGSWINTER. Zufriedene Gesichter bei Michael Agi und den Organisatoren der Konzertreihe Pro Klassik: der Klavierabend, den Kimiko Ishizaka in Haus Bachem gab, war bestens besucht. Trotz Sonnenscheins und besten Biergartenwetters.

Die deutsch-japanische Pianistin widmete sich zwei der größten Komponisten der Musikgeschichte, Frédéric Chopin und Johann Sebastian Bach. Mit Auszügen aus den Préludes op. 28 und den Etüden op. 10 von Chopin eröffnete sie den Abend und zeigte dabei nicht nur ihre formidable Technik, sondern auch viel Gefühl und Sensibilität für die subtilen Töne zwischen den Noten.

Eine Tastenlöwin war die virtuos aufspielende Ishizaka hier keineswegs. Die passionierte Gewichtheberin, die es immerhin zur deutschen Vizemeisterin gebracht hat, erwies sich weniger als Kraftprotz denn als sensible Interpretin.

Der zweite Teil des Konzertes war den Goldberg-Variationen Bachs vorbehalten. Ishizaka hat hier als Initiatorin des Open Goldberg-Projektes von sich reden gemacht. Hierbei handelt es sich um die erste komplett über eine Internetplattform organisierte und finanzierte Produktion.

Ishizaka war hier naturgemäß in ihrem Element und spielte mit großer Frische und viel Einfühlungsvermögen die insgesamt 30 Variationen, die Bach der Überlieferung zufolge für den Cembalisten Johann Gottlieb Goldberg komponiert gaben soll, der diese seinem unter Schlaflosigkeit leidenden Dienstherren vorgespielt hat. Eingeschlafen ist in Haus Bachem freilich keiner, dafür spielte Ishizaka dann doch zu spannend.