Kommentar zu Kitas in Königswinter

Keine Ideallösung

Kinder in der Kita Sankt Lukas in Ittenbach.

Kinder in der Kita Sankt Lukas in Ittenbach.

Königswinter. Angesichts von 200 fehlenden Betreuungsplätzen in Königswinterer Kitas muss die Stadt handeln, meint GA-Redakteur Hansjürgen Melzer. Schneller als mit einem Neubau geht es wohl kaum, doch der geplante Standort in Thomasberg bringt Risiken mit sich.

Eine weitere Kita im Bereich Heisterbacherrott und Thomasberg, wo es bereits fünf Kindergärten gibt und die Nachfrage gering ist, ist sicher keine Ideallösung. Nicht gut an den Plänen ist auch, dass Eltern künftig ihre Kinder mit dem Auto aus anderen Teilen der Stadt zum Limperichsberg bringen müssen.

Fakt ist aber auch, dass in Königswinter viele Kindergartenplätze fehlen. Rechnet man die Überbelegungen mit, die kein Dauerzustand sein sollten, sind es sogar fast 200. Am Limperichsberg könnten auf einem städtischen Grundstück relativ schnell zusätzliche Plätze geschaffen werden, da der Bebauungsplan in dem Neubaugebiet von Anfang an eine neue Kita vorgesehen hat.

Eine ähnliche Situation gab es schon einmal: Um die Jahrtausendwende, als in Königswinter neue Häuser wie Pilze aus dem Boden schossen, hätten manche Kinder erst mit fünf Jahren einen Kitaplatz bekommen, wenn nicht mehrere Elterninitiativen gegründet worden wären. Danach war die Lage viele Jahre deutlich entspannter.

Dass in dieser Phase nicht Gruppen oder sogar ganze Einrichtungen aufgegeben werden mussten, hing auch damit zusammen, dass der Rechtsanspruch auf Plätze für Kinder unter drei Jahren die Umwandlung in kleinere U 3-Gruppen zur Folge hatte.

Jetzt muss die Stadt erneut handeln – und zwar schnell. Wenn es keine Alternative gibt, muss daher wohl am Limperichsberg gebaut werden. Dies bringt aber einige Risiken mit sich. Es ist nicht auszuschließen, dass dauerhaft Eltern ihre Kinder mit dem Auto nach Thomasberg fahren müssen, weil die Kinder aus dem Ort mit den bisherigen fünf Kitas gut versorgt sind. Andernfalls ist zu befürchten, dass eine der anderen Einrichtungen den Neubau nicht überlebt.