Stadt verzichtet auf Anlagen

Keine Container zur Unterbringung von Flüchtlingen in Königswinter

Im Gewerbegebiet Krahfeld in Oberpleis sollten drei Containeranlagen entstehen – die Bodenplatten sind bereits vorhanden.

Im Gewerbegebiet Krahfeld in Oberpleis sollten drei Containeranlagen entstehen – die Bodenplatten sind bereits vorhanden.

Oberpleis. Die Stadt verzichtet auf die Errichtung von Containeranlagen zur Unterbringung von Flüchtlingen. Der Stadtrat hat in der vergangenen Woche in nichtöffentlicher Sitzung einen entsprechenden Beschluss vom Dezember 2016 aufgehoben.

Damals war die Verwaltung beauftragt worden, drei Containeranlagen für jeweils 30 bis 40 Flüchtlinge im Gewerbegebiet Krahfeld in Oberpleis und eine Anlage für 30 Personen am Limperichsberg in Thomasberg zu errichten.

Damit zieht die Politik die Konsequenzen daraus, dass in diesem Jahr nur noch wenige Flüchtlinge nach Königswinter gekommen sind, und es keine verlässlichen Prognosen für die Zukunft gibt. Nach aktuellem Stand leben im Stadtgebiet 539 Flüchtlinge. Damit stehen noch 40 freie Unterbringungsplätze zur Verfügung. Ziel der Verwaltung ist es, nach Möglichkeit einen Puffer von 50 Plätzen vorzuhalten, um auf spontane Zuweisungen reagieren zu können und nicht zur Belegung von Turnhallen oder zur Errichtung anderer Provisorien gezwungen zu sein.

Allerdings hatte die öffentliche Ausschreibung der Containeranlagen Anfang des Jahres – ebenso wie zuvor die Ausschreibung für Unterkünfte in Holzständerbauweise – zu keinem wirtschaftlich vertretbaren Ergebnis geführt und wurde daher aufgehoben. Die geplanten vier Anlagen in Oberpleis und Thomasberg hätten rund drei Millionen Euro gekostet. Dabei hätten die Container im Krahfeld nicht länger als maximal drei Jahre stehen dürfen, weil es sich hier um ein Gewerbegebiet handelt.

Andererseits hätten die Container dort problemlos aufgestellt werden können, da an beiden Standorten die Ver- und Entsorgungsleitungen bereits verlegt wurden. In Oberpleis sind darüber hinaus sogar drei Bodenplatten vorhanden. Diese wurden von einer Firma hergestellt, mit der die Stadt, wie berichtet, später einen Aufhebungsvertrag schloss, weil sie die geforderten Zertifikate für die Unterkünfte nicht beibringen konnte.

Stattdessen hat die Politik die Verwaltung im Königswinterer Stadtrat nun beauftragt, geeignete Wohngebäude im Stadtgebiet zur Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern zu suchen. Die Objekte sollen anschließend den politischen Gremien vorgestellt und nach deren Zustimmung erworben werden. In solchen kleineren Einheiten verspricht man sich auch, den Neuankömmlingen die Integration leichter machen zu können.

Für die mittelfristige Planung hat die Verwaltung den Fraktionen außerdem eine Liste mit rund 20 möglichen Standorten für die Errichtung von Mehrfamilienhäusern für den sozialen Wohnungsbau vorgelegt, aus der drei bis vier ausgewählt werden sollen. Auch hier könnten später einmal Flüchtlinge unterkommen. Zurzeit leben mehr als hundert anerkannte Flüchtlinge noch immer in Flüchtlingsunterkünften, weil sie auf dem freien Wohnungsmarkt keine Chance haben, eine Bleibe zu finden.