Zukunft von „Op de Hüh“ offen

Kein Pächter für Gaststätte in Bockeroth

Bockeroth. Die Suche nach einem neuen Pächter für das Gasthaus, in dem sich über Jahrzehnte das Vereinsleben des Dorfes abspielte, war bislang vergeblich. Die Alternativen heißen nun Abriss oder Sanierung.

Mit Überraschung hat Lothar Lehmacher die Berichterstattung über die Kindersitzung der Karnevalsgesellschaft „Mir komme met“ in Hennef-Rott gelesen. Vertreter der KG berichteten dort, dass die Gaststätte „Op de Hüh“ in Bockeroth abgerissen werden soll. Dort hatte sich bis zum Abschied des alten Pächters nach den Karnevalstagen 2017 über mehrere Jahrzehnte das Vereinsleben im Dorf abgespielt. Seitdem ist „Op de Hüh“ geschlossen.

Dabei müsste Lehmacher als Eigentümer des Gasthauses eigentlich am besten über die Situation informiert sein. „Ich kann es aber nicht bestätigen. Der Abriss ist nur eine von mehreren Überlegungen“, sagt er. Eigentlich wollte seine Familie bis Ende des Jahres 2017 eine Entscheidung treffen, wenn bis dahin kein neuer Pächter gefunden wurde.

Der Termin ist längst verstrichen. Doch die weitere Zukunft des Gasthauses ist immer noch ungewiss. „Wir wollen mit der Entscheidung aber nicht mehr lange warten“, sagt Lehmacher. Und ergänzt: „Mit jedem Tag, den das Objekt geschlossen ist, wird die Hoffnung natürlich geringer, einen Pächter zu finden.“ Abriss und Neubau sind dabei die eine Möglichkeit, ein Umbau der Gaststätte in ein Wohnhaus und eine anschließende Vermietung der Immobilie eine andere.

Karnevalisten wollten den Saal mieten

In Bockeroth wird erzählt, dass der Eigentümer eigentlich gar kein Interesse mehr daran habe, einen neuen Pächter zu finden. So habe es durchaus Nachfragen gegeben, die aber abgelehnt worden seien. „Es stimmt. Es sind Interessenten da gewesen, aber keiner, über den die Familie sagen konnte, das ist etwas Nachhaltiges für die nächsten zwei oder drei Jahre“, meint Lehmacher dazu.

Auch das Ansinnen der Karnevalisten, das Gasthaus an den jecken Tagen in Eigenregie zu bewirtschaften, lehnte er ab. „Die stellten sich das so leicht vor. Die Bedenken meiner Familie konnten jedoch nicht ausgeräumt werden. Das Risiko wollten wir nicht eingehen“, sagt er. Der Karneval allein könne auch kein ernsthafter Grund sein, das Gasthaus weiterzuführen. „Es gibt fünf Tage Karneval im Jahr. An den anderen 360 Tagen muss der Gastronom aber auch leben können.“

Die Karnevalisten hätten auch nicht das gesamte Objekt, sondern nur den 270 Personen fassenden Saal mieten wollen. Stattdessen finden die Veranstaltungen von „Mir komme met“ in dieser Session nun in Hennef-Rott statt.

Die Überlegungen, eine Multifunktionshalle für das gesamte Kirchspiel Stieldorf zu bauen, hält Lehmacher übrigens für eine gute Idee. „Es ist die einzige adäquate Möglichkeit, um den Vereinen ein Dach über dem Kopf zu bieten.“ Er ist überzeugt, dass auch nicht jedes Dorf einen eigenen Versammlungsraum braucht.