Vorfall in Bad Honnef

Kamera in Dusche von Königswinterer Rettungsdienst versteckt

Ein Wagen des Königswinterer Rettungsdienstes. In der Honnefer Wache hatte ein Spanner eine Kamera deponiert.

Ein Wagen des Königswinterer Rettungsdienstes. In der Honnefer Wache hatte ein Spanner eine Kamera deponiert.

Siebengebirge. In einer Damendusche der Königswinterer Rettungswache in Bad Honnef hat ein Unbekannter eine Kamera versteckt. Es wurde Anzeige bei der Polizei erstattet. Womöglich ist der Täter selbst Mitarbeiter beim Rettungsdienst.

Die Unruhe im Königswinterer Rettungsdienst ist groß. Schuld ist eine Wlan-fähige Action-Kamera, die ein Unbekannter mit einer Socke getarnt in einer Damendusche der Rettungswache an der Bergstraße in Bad Honnef versteckt hatte. Die Kamera wurde an einem Samstag Anfang Mai von einer – noch bekleideten – Mitarbeiterin in einem in der Dusche angebrachten Regal entdeckt. Sie war dort offensichtlich wenige Stunden vorher deponiert worden.

Die Stadt Königswinter ist mit ihrem Rettungsdienst mit 55 Mitarbeitern für lebensrettende Maßnahmen bei Notfallpatienten am Notfallort zuständig und stellt deren Transportfähigkeit in ein Krankenhaus sicher. Einsatzgebiet des Rettungsdienstes sind die beiden Städte Königswinter und Bad Honnef mit drei Rettungswachen in der Königswinterer Altstadt, Bad Honnef und Ittenbach.

Die zuständige Königswinterer Dezernentin Heike Jüngling, die von Rettungsdienstleiter Frank Ruppert informiert worden war, bestätigte den Vorfall. „Wir haben direkt Anzeige bei der Polizei erstattet“, sagte sie auf Anfrage. Die Kamera sei zur Polizei gebracht worden. Die Behörde bestätigte den Eingang der Anzeige. „Die Ermittlungen dauern an“, hieß es aus dem Polizeipräsidium.

Weil die Stadt jedoch die im Rettungsdienst entstandene Unruhe möglichst schnell eindämmen wollte, wurde sie selber tätig. Bei einer Personalversammlung mit Bürgermeister Peter Wirtz eineinhalb Wochen nach dem Kamerafund wurden alle Mitarbeiter über den Vorfall informiert. „Wir haben dort mitgeteilt, dass wir die Angelegenheit auf keinen Fall tolerieren werden“, so Jüngling. Man müsse davon ausgehen, dass es sich bei dem unbekannten Täter, der die Kamera in der Socke versteckt habe, um einen Mitarbeiter des Rettungsdienstes handele. Man werde den Vorfall mit allen Mitteln verfolgen und rate daher dem Täter, sich zu melden.

Vorfall sorgt für Unruhe auf der Wache

Dies passierte jedoch nicht. Daraufhin engte die Verwaltung den möglichen Täterkreis auf fünf Personen ein, mit denen „sehr ernsthafte“ Gespräche geführt worden seien. Erneut bekannte sich niemand schuldig. Ein Mitarbeiter reichte allerdings am selben Tag seine Kündigung ein. „Wir warten jetzt auf das offizielle Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen“, sagte Jüngling.

Die Unruhe hat sich jedoch nur teilweise gelegt, wie aus Mitarbeiterkreisen verlautet. Die Abläufe finden sie zum Teil nicht befriedigend. Dazu gehöre, dass die Kamera zur Polizei gebracht wurde, sodass diese vor Ort keine Spurensicherung mehr vornehmen konnte. Auch die Socke sei verschwunden. „Es gibt weiter sehr viel Unruhe in der Wache, weil offiziell kein Schuldiger feststeht und da weiter viel Raum für Spekulationen ist“, so ein Mitarbeiter. Dass die Stadt als Arbeitgeber polizeiliche Ermittlungsarbeit übernommen habe, stoße auch nicht nur auf Zustimmung. „An den Rettungsdienst wenden sich Leute mit berechtigtem Vertrauen. Da ist ein solcher Vorfall besonders problematisch“, so der Mitarbeiter.

Erste Hilfe verspricht eine bauliche Maßnahme. Das Regal in er Dusche, das auch als Einladung verstanden werden könnte, wird laut Jüngling abmontiert.