Eva Ademi aus Bonn

Künstlerin zeigt ihre Werke im Kunstforum Palastweiher

Wie seltsame Pflanzen muten die Kunstwerke von Eva Ademi an. Die Bonner Künstlerin zeigt auch die Plastik eines Pelikans, der versucht, sich aus dem Öl zu ziehen.

KÖNIGSWINTER. "Kabinettstücke" nennt Eva Ademi ihre Ausstellung im Kunstforum Palastweiher. Für ihre Werke konnte sie kaum einen besseren Schauplatz wählen. Die Arbeiten der Bildhauerin verwandelten die beiden Räume in ein faszinierendes Panoptikum.

Und der Betrachter findet immer und immer wieder neue Details. Da lugt aus Schubkästen und Regalen da ein Falter, dort ein Insekt oder hier eine Spinne. Und in Regalen liegen neue Arbeiten aus Papier mit Uraltcharakter der Blätter. Ein Durchgang durch diese Präsentation reicht gar nicht aus, um jeder Kleinigkeit die gebührende Aufmerksamkeit schenken zu können.

Der Betrachter fühlt sich unweigerlich in ein Kuriositätenkabinett des 19. Jahrhunderts versetzt. Er unterliegt dem Eindruck, sich in einer Wunderkammer voll merkwürdiger Fundstücke aus der Tier- und Pflanzenwelt zu befinden. "Schon als Kind habe ich jeden Stein umgedreht und war fasziniert von jedem Flusskrebs", erzählt die Bonnerin.

Zunächst wollte sie Zoologin werden. Aber als sie merkte, dass dieser Beruf nicht nur Entdecken und Beobachten bedeutete, sondern zum Beispiel auch Chemie, nahm sie Abstand. Das Suchen und Arbeiten mit gefundenen Materialien aber blieb - nur wurde sie Künstlerin, hatte ein Jahres-Stipendium in den USA, studierte später Design und Bildhauerei in Aachen.

Und sie behielt die Welt der Flora und Fauna als Ausgangspunkt ihres Schaffens bei, fasziniert von deren Eleganz und Schönheit. Die technische Bandbreite Ademis ist immens, ebenso die Materialvielfalt. Bienenwachs, Alabaster, auch Assemblagen aus Draht, Holz und Papier sind große Themen für sie. Die Falter, Spinnen und Insekten sind aus Draht und Wachs gefertigt. Beeindruckend der Wachs-Schimpanse, erschütternd der Pelikan, dem nach einer Ölhavarie der zähflüssige Schlamm das Gefieder verklebt. Ademi gelang es, die Kraft des Tiers darzustellen.

"Der Pelikan holt das Maximale aus sich heraus, versucht, sich aus dem Öl herauszuziehen. Er weiß nicht, dass er verloren ist." Ein Ausdruck des ewigen Kreislaufs von Werden und Vergehen. Kunsthistoriker Steffen Neuburger in seiner Laudatio: "Eva Ademi gelingt es, aus unbelebtem Material im künstlerischen Prozess Arbeiten zu schaffen, die die Grundprinzipien des Lebens in sich tragen."

Die Ausstellung ist bis zum 27. Oktober freitags von 16 bis 20, samstags von 15 bis 20 und sonntags von 11 bis 18 Uhr an der Winzerstraße 7 zu sehen. Weitere Infos unter www.evaademi.com.