Stadtrat

Köwis nehmen Freie Wähler auf

Königswinter. Wenn am kommenden Montagabend die letzte Sitzung des Stadtrates vor der Sommerpause stattfindet, werden nur noch sechs statt bisher sieben Fraktionen daran teilnehmen.

Die Ratsfraktion der Königswinterer Wählerinitiative (Köwi) hat in dieser Woche einstimmig beschlossen, die Ratsmitglieder Michael Ridder und Alexander Stucke von den Freien Wählern Königswinter (FWK) mit Wirkung zum 7. Juli aufzunehmen. Die Ratsfraktion der Freien Wähler löst sich dann auf.

Auch ein Großteil der Sachkundigen Bürger (SKB) der FWK schließt sich der Köwi-Fraktion an. Cora Ridder, Hannelore Stucke, Siegbert Seelbach und Uwe Guttzeit vertreten die Königswinterer Wählerinitiative künftig in den politischen Ausschüssen. Am Freitag wurde der Schritt auch offiziell Bürgermeister Peter Wirtz angezeigt.

Bei der Ratssitzung am Montag, 8. Juli, werden die Freien Wähler nicht mehr, wie bisher, zwischen Bündnis 90/Die Grünen und der Fraktion Freie und Linke, sondern bei den Köwis Platz nehmen. Mit sieben Sitzen im Stadtrat ist die Köwi-Fraktion dann ebenso groß wie die SPD-Fraktion, die in dieser Woche ihr Ratsmitglied Ursula Brungs hinausgeworfen hatte.

"Für uns war das ein logischer Schritt. In den vergangenen mehr als drei Jahren haben wir festgestellt, dass wir sehr deckungsgleich sind", sagt der bisherige FWK-Fraktionschef Michael Ridder, der neben Jutta Wolter-Sadlers einstimmig zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Köwis gewählt wurde.

Anfangs seien sich Freie Wähler und Wählerinitiative mit Misstrauen begegnet, weil beide Initiativen fast zeitgleich vor den Kommunalwahlen 2009 gegründet wurden. "Dadurch hatten wir das erhoffte Alleinstellungsmerkmal verloren", so Ridder. Erste Gespräche zwischen den beiden Fraktionen gab es bereits in der Weihnachtszeit.

"Da haben wir bereits überlegt, ob es nicht Sinn machen könnte, die Kräfte zu bündeln", sagt Köwi-Fraktionschef Lutz Wagner. Dabei sei die Idee gewachsen, künftig nur noch mit einer parteiunabhängigen Wählerinitiative zu agieren.

"Wir hoffen, damit den Bürgern ein klares Angebot machen zu können. Wir haben durchaus unterschiedliche Stärken und Schwächen und ergänzen uns ganz hervorragend", so Wagner. Das Ziel, sich noch mehr um die Bürger zu kümmern, könnte mit mehr Personal nun besser erreicht werden. Bei den Themen Gesamtschule, Bäder und Sportplätze habe man die Erfahrung gemacht, dass beide Fraktionen sehr sachorientiert arbeiten und auch nicht an politische Parteien im Hintergrund gebunden seien.

"Unser gemeinsames strategisches Ziel ist es, die CDU-Herrschaft in Königswinter nachhaltig zu brechen", sagt Lutz Wagner. Am 25. Mai 2014 finden die Kommunalwahlen stand. "Wir gehen davon aus, dass wir ein politisches Angebot machen können, das sowohl konservative als auch grün-alternative Wähler anspricht", so Wagner.

Bereits in den Sommerferien plant die größer gewordene Fraktion eine Sondersitzung, um festzulegen, welche Sachthemen in den kommenden Monaten noch abgearbeitet werden müssen. Dazu zählen neben der Bäderfrage vor allem die Einrichtung einer Dependance der Gesamtschule in Bad Honnef, aber auch die Altstadtsanierung und die Entwicklung der Sportstätten.