Roboter-Weltmeisterschaft

Königswinterer Schüler fahren als deutsche Meister nach Brasilien

Nur der WM-Titel fehlt ihnen noch (v.l.): Finn Breuer, Aaron Bracht, Kay Schneider und Jan Thienemann mit Sinus und Cosinus.

KÖNIGSWINTER. Aaron Bracht, Finn Breuer, Jan Thienemann und Kay Schneider: So heißen die Jungs, die die Zukunft des deutschen Ingenieurswesens bilden könnten.

Sie sind zwar erst zwischen zwölf und 13 Jahren alt. Pubertät und andere Ablenkungen könnten sie also noch von ihrem Weg abbringen, wahrscheinlich ist das aber eher nicht.

Denn schon jetzt können sie ihre Leidenschaft - Robotic - mit überraschend vielfältigen anderen Hobbys vereinbaren. Kay spielt nebenher noch Cello und ist im Schulorchester aktiv, Aaron macht gerne Sport, und Jan engagiert sich bei den Pfadfindern. Gemeinsam bilden sie das Team "Technik Clever Robots" der CJD Christophorusschule.

Und dieses Team wurde bei den German Open in Magdeburg deutscher Meister in der sogenannten Disziplin Rescue A Primary. Zuvor hatten die vier Königswinterer Jungs schon die Qualifikationsrunde mit 200 Mannschaften in Sankt Augustin als Sieger verlassen.

Nachdem sie sich in Magdeburg gegen 50 Teams durchgesetzt haben, gibt es für sie nur noch einen Preis zu holen: den Weltmeister-Titel. Im Juli diesen Jahres fliegen die vier Jungs nach Brasilien, um in letzter Instanz ihre zwei Roboter, Cosinus und Sinus, antreten zu lassen. Die Aufgabenstellung der Wettkämpfe lautet wie folgt: In einem mehrstöckigen Haus bricht eine Katastrophe aus, das Opfer - eine silberne Getränkedose - muss gerettet werden. Auftritt: Sinus beziehungsweise Cosinus.

In der Robotic-AG hat sich das vierköpfige Team gebildet mit dem Ziel, einen Roboter zu bauen, der die vorgegebene Aufgabenstellung erfüllt. Das Ganze soll natürlich ohne Fernsteuerung von Statten gehen. Und so haben die vier Jungs, unterstützt von ihrem Coach Professor Thomas Breuer, sich dem Zusammenbau, der Hardware, der Software und der Feinmotorik des Roboters gewidmet. Nachdem sie zunächst mit einem Programmierprogramm von Lego gearbeitet hatten, fiel ihnen auf, dass dieses ihren Ansprüchen nicht gerecht wurde.

Also wechselte man zu einer Textprogrammierung. "Brixcc" sagt einem Laien erst mal nicht so viel, "lauter Einsen und Nullen", erklärt Aaron. Über Licht-, Infrarot-, Ultraschall-, Tast- und Beschleunigungssensoren bewegen sich Sinus und Cosinus überraschend filigran und widerstandsfähig durch ein Miniaturhaus und bringen ihren Schöpfern einen Sieg nach dem anderen. Nun geht es für eben diese Schöpfer nach Brasilien, um Deutschland zu repräsentieren.

Die Jungs sind zwar aufgeregt, aber mindestens ebenso zuversichtlich. Sie hoffen darauf, den Weltmeisterpokal nach Deutschland zu bringen. Um die große Reise möglich zu machen, sind sie nun auch auf Sponsorensuche. Es wäre ein trauriges Bild, wenn die Jungingenieure an etwas so Irdischem wie der Finanzierung scheitern müssten. "Wir bekommen das schon irgendwie hin", sagt Jan, der die Auftritte und alles Organisatorische managt.