So Gesehen zum Hallenbad in Königswinter

Königswinterer Grenzstein in Gefahr

Historischer Grenzstein vor dem Hallenbad.

Historischer Grenzstein vor dem Hallenbad.

Königswinter. In Königswinter geht es in dieser Woche um die Entscheidung, ob das Hallenbad saniert oder neu gebaut wird. Jetzt kommt da noch ein "gewichtiges" Argument ins Spiel.

Am Montag entscheidet der Stadtrat über Neubau oder Sanierung des Hallenbades. Inge Heuser-Losch vom Förderverein „Rettet unsere Lemmerzbäder“ hat nun ein „gewichtiges“ Argument gefunden, dass das Hallenbad doch saniert werden muss. Bei einem Neubau wäre der letzte historische Markstein, der in Königswinter an seinem Originalstandort auf dem heutigen Gelände des Hallenbades steht, in Gefahr.

Die unermüdliche Streiterin für eine Sanierung hat deshalb das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege in Bonn eingeschaltet. Aus dringendem Anlass bittet sie dessen Leiter Martin Vollmer-König um das Eingreifen seiner Behörde.

Der Markstein kennzeichnete einst die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der kurkölnischen Enklave Königswinter auf der rechten Rheinseite. Später markierte der Stein die Grenze zwischen Königswinter und Niederdollendorf. Heute trennt er die beiden Stadtteile voneinander. Die Grenze verläuft jetzt kurioserweise quer durch die CJD-Aula. Weil ein hoher Zaun das Schwimmbadgelände umgibt, wird der Markstein jedoch nicht wirklich wahrgenommen.

Der letzte Stein

Ein weiterer Markstein wurde vor einigen Jahren bei der Bebauung des Parks Trillhaase auf die andere Straßenseite der Hauptstraße versetzt und befindet sich jetzt auf dem CJD-Gelände. Ein dritter Stein am Rheinufer wurde nach Informationen des Fördervereins vor einigen Jahren vom Wasser- und Schifffahrtsamt zerstückelt und in eine Buhne gebracht.

Der Grenzstein auf dem Hallenbadgelände sei somit der letzte Stein, der noch am Originalstandort liege, argumentiert Heuser-Losch. Wenn ein neues Hallenbad gegenüber dem alten Bad um 90 Grad gedreht werde, müsste der Markstein entfernt oder zerstört werden.

Es ist allerdings nicht zu erwarten, dass die Befürworter der Neubaulösung sich dieser Sichtweise anschließen werden. Nachdem die Argumente zehn Jahre lang ausgetauscht wurden, wird ein Stein an dieser Entscheidung wohl kaum etwas ändern.