18 Bauvorhaben betroffen Königswinter verschiebt Bauprojekte aus Personalmangel

Das Rathaus Oberpleis müsste saniert werden. Aber es fehlt an Personal. Zudem muss die Politik über den Neubau eines zentralen Rathauses entscheiden.

Königswinter. Die Königswinterer Stadtverwaltung hat der Politik eine Streichliste vorgelegt: 18 Bauvorhaben können in diesem Jahr wegen Personalmangels nicht umgesetzt werden.

Der massive Personalmangel in der Königswinterer Verwaltung durch Arbeitsplatzwechsel und krankheitsbedingte Ausfälle zwingt die Stadt zur Verschiebung von Bauprojekten. Die Verwaltung hat der Politik jetzt eine Streichliste vorgelegt, in der sie 14 Maßnahmen auflistet, die in diesem Jahr nicht mehr umgesetzt werden können. Dazu zählen unter anderem die Sanierung des Oberpleiser Rathauses und die Planung einer Mehrzweckhalle im Kirchspiel Stieldorf.

In einer Vorlage für den Bau- und Verkehrsausschusses, der am Dienstag, 11.September, um 17 Uhr im Rathaus Oberpleis tagt, weist die Verwaltung darauf hin, dass zurzeit im Gebäudemanagement zwei von drei Technikerstellen unbesetzt sind, eine bereits seit mehr als einem Jahr. Der Job sei dreimal ausgeschrieben worden, gefunden habe man niemanden, weil der Arbeitsmarkt deutlich höhere Anreize in privaten Unternehmen bieten könne. Damit würden wesentliche Möglichkeiten zur Projektleitung und zur Abwicklung der laufenden Unterhaltung der städtischen Gebäude ausfallen.

Vakanzen könnten noch größer werden

Die Verwaltung geht sogar davon aus, dass weitere Stellen im Gebäudemanagement durch Arbeitsplatzwechsel vakant werden. Die Stadt hat reagiert, indem sie im Rahmen einer Reorganisation Prozesse überprüfte und teils Aufgaben neu verteilte, um den Anforderungen an Wartung, Reparatur und Instandhaltung wenigstens ansatzweise gerecht werden zu können. So wurden zum Beispiel die Hausmeister befugt, kleine Aufträge bei der Instandhaltung selbst abzuwickeln.

Trotz dieser Maßnahmen hält es die Verwaltung für erforderlich, Bauprojekte zu verschieben oder ganz neu zu priorisieren. Nachdem der Stadtrat bereits im Juli über die personelle Situation der Stadt informiert worden war und die Fraktionsvorsitzenden Mitte August ebenfalls über die Situation auf dem Arbeitsmarkt und die Auswirkungen auf städtische Bauprojekte unterrichtet wurden, ist nun der Bau- und Verkehrsausschuss an der Reihe. In einer Liste stellt die Verwaltung 44 Bauprojekte dar, die begonnen wurden und in der Umsetzung sind. Weitere 18 Vorhaben könnten jedoch in diesem Jahr nicht realisiert werden.

Rathaussanierung Oberpleis ist das größte Projekt

Größtes Projekt ist die Rathaussanierung Oberpleis, für die im diesjährigen Haushalt 522 000 Euro eingestellt wurden. Diese Maßnahme hängt aber ohnehin von der Entscheidung der Politik über den Bau eines zentralen Verwaltungsgebäudes ab. Der Erste Beigeordnete Dirk Käsbach möchte in dieser Frage – wie berichtet – noch in diesem Jahr einen Beschluss. Alle anderen Projekte, die geschoben oder gestrichen werden sollen, liegen finanziell im vier- bis fünfstelligen Bereich. Dazu zählen zum Beispiel die bauliche Anpassung der Wohneinheiten im Übergangsheim in Stieldorf, die Verbesserung baulicher Einrichtungen im Rahmen des Starkregenkonzepts, die Dachsanierung der Sporthalle der Grundschule am Sonnenhügel, der Fassadenanstrich in Haus Bachem oder der Bau eines Aufzugs in der Mensa im Schulzentrum Oberpleis.

Dazu gehört aber auch die Planung einer Mehrzweckhalle im Kirchspiel Stieldorf, über die die Stadt bereits mehrere Gespräche mit den dortigen Bürgervereinen geführt hat. Ohne das notwendige Personal ist die Planung für die Verwaltung nicht zu stemmen.

Das Technische Dezernat ist vom akuten Personalmangel zurzeit neben dem Dezernat II (Ordnungsamt, Schule, Sport, Jugend, Soziales und Generationen) am meisten betroffen. 11,5 Stellen waren im August nicht besetzt. Die Stadt steuert nicht nur gegen, indem sie Projekte streicht, sondern auch indem sie selbst mehr ausbildet. Mit dem Personalrat wurde außerdem vereinbart, dass Stellen in den kommenden Monaten sowohl intern als auch extern ausgeschrieben werden. Jede interne Neubesetzung reißt schließlich an anderer Stelle eine Lücke.

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