Bericht der WWG

In Königswinter fehlen Gewerbeflächen

Das größte Neubaugebiet in Königswinter ist der Limperichsberg.

Das größte Neubaugebiet in Königswinter ist der Limperichsberg.

Königswinter. Viel Natur, aber wenig Platz für Wohnbau und neue Firmen: Die Königswinterer Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbaugesellschaft (WWG) hat ihren Jahresabschluss vorgestellt. Platz für Neuansiedlungen könnte es in Oberpleis geben.

Die städtische Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbaugesellschaft (WWG) muss Unternehmen abweisen, weil in Königswinter keine Gewerbeflächen mehr zu Verfügung stehen. „Alle Gewerbegebiete sind vollgelaufen. Wir haben Nachfragen von Unternehmen vor Ort, die wir hinhalten müssen“, sagte Geschäftsführer Andreas Pätz bei der Vorstellung des Jahresabschlusses seiner Gesellschaft.

Seine Hoffnung ruht jetzt auf einer schnellen Entwicklung eines möglichen Gewerbegebiets „Oberpleis, Siefen“ gegenüber dem Gewerbepark Siebengebirge, das die Stadt als Potenzialfläche identifiziert hat. Im Herbst 2016 wurde von der Politik eine Änderung des Flächenutzungsplans eingeleitet. Das Plangebiet ist rund 7,2 Hektar groß und gehört mehreren privaten Eigentümern. „Es liegt jetzt an der Politik, zeitnah zu entscheiden, wann es mit der Entwicklung losgehen kann“, so Pätz.

Nicht nur bei den Gewerbeflächen, auch bei der Entwicklung von Arealen für weiteren Wohnraum sieht Bürgermeister Peter Wirtz Handlungsbedarf. „Wir müssen dort, wo ein besonders großer Nachfragedruck da ist, in den Siedlungsgebieten, die einen direkten Zugang nach Bonn haben, mehr Flächen schaffen, um Gebäude und Wohnungen anbieten zu können“, so der WWG-Aufsichtsratsvorsitzende. Er sieht dies als Herausforderung der kommenden Jahre, die auch ohne private Investoren nicht zu schaffen sei.

Faktor geografische Lage

Dabei sei die geografische Lage Königswinters zu berücksichtigen. „Wir sind gefangen in Schönheit und haben deshalb nicht mehr viele Flächen, die wir entwickeln können“, sagte er. Zudem müsse die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden. Auch Pätz sieht hier die Notwendigkeit einer Aufgabenteilung zwischen den Städten und Gemeinden.

„Es gibt Kommunen, deren besondere Stärken in Natur und Landschaft liegen, die dafür aber weniger Flächen entwickeln können.“ Hier einen Ausgleich zu schaffen, sei eine der wichtigen Aufgaben von Neila, der nachhaltigen Entwicklung durch interkommunales Landmanagement in der Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler. Die WWG ist einer der Verbundpartner.

Die WWG würde gerne mehr preiswerten Wohnraum in der Stadt schaffen, stößt dabei aber an Grenzen. „Wir sind für die Zukunft limitiert durch das Fehlen von Bauland und die Finanzkraft unserer Gesellschaft“, sagt Pätz. Allerdings sei neben dem Neubau an der Herresbacher Straße in Oberpleis eine weitere Maßnahme geplant. Näheres wollte er aber noch nicht sagen.

Auch Peter Wirtz sieht die WWG an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. „Sie kann nicht noch mehr Großprojekte stemmen“, sagte er. Er dankte allen Mitarbeitern und der Geschäftsführung. Die WWG stehe im Vergleich zu anderen Gesellschaften in anderen Kommunen gut da.

Entwicklung in der Altstadt

Aufgabe der Wirtschaftsförderungsgesellschaft ist jedoch nicht nur die Entwicklung des Neuen, sondern auch die des Altbestands. Das trifft in besonderem Maße für die Altstadt zu, wo das Leerstandsmanagement durchaus erfolgreich ist. Die Zahl der ungenutzten Flächen für Einzelhandel und Gastronomie ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen.

Die Neueröffnung des Königswinterer Hofs im November ist das Vorzeigeprojekt. Einer der ersten Gäste im ehemaligen Stadttheater wird die WWG selbst sein. Sie stellt dort am 6. November dem Einzelhandel die Ergebnisse einer Befragung unter den Händlern zur Internetpräsenz vor. Pätz: „Es geht auch um die Frage, welche Hilfsangebote wir für den Einzelhandel in der gesamten Stadt generieren können.“

Der Jahresabschluss 2017 der WWG wurde in der Bilanzsumme auf 27.639.502,47 Euro festgestellt. Vom Überschuss in Höhe von 152.194,25 Euro und Bilanzgewinn in Höhe von 160.833,80 Euro wurden 160.000 Euro in die Gewinnrücklagen eingestellt.