Bauarbeiten an Sankt Laurentius in Oberdollendorf

Im Kirchenschiff kreischt die Säge

Oberdollendorf. Die Kirche Sankt Laurentius, in die Katholiken sonst zum Beten oder Beichten kommen, ist zurzeit eine Großbaustelle und wird für insgesamt 2,3 Millionen Euro saniert. Für August 2017 ist die Neueröffnung geplant.

Bauarbeiter mit Mundschutz gegen den Staub, ohrenbetäubender Lärm – einen Ort der Besinnung stellt man sich anders vor. Die Kirche Sankt Laurentius, in die Katholiken sonst zum Beten oder Beichten kommen, ist zurzeit eine Großbaustelle. Kürzlich hat der dritte Bauabschnitt der insgesamt 2,3 Millionen Euro teuren Sanierung des Gotteshauses begonnen. Die Genehmigung des Erzbistums für die anstehenden Arbeiten liegt seit dem 21. März vor. Den Großteil zahlen die Kölner, ein kleinen Teil der Kosten muss die Kirchengemeinde Sankt Laurentius selber tragen.

Im Oktober 2013 musste die Kirche wegen Schimmelpilzbefalls geschlossen werden. Die Belastung war bei einer Gebäudeluftmessung im Hinblick auf die seit langem geplante Sanierung festgestellt worden. Zur Kirmes im August 2017 soll die Kirche nach dann fast vier Jahren wieder ihrer eigentlichen Bestimmung, der Besinnung, übergeben werden.

Die Sanierung ist weithin sichtbar. Ein Großteil der Kirche ist eingerüstet. Nach dem Turm, der als ältester Teil des Gebäudes aus dem 13. Jahrhundert stammt und bereits im Spätsommer 2015 aufpoliert wurde, sind jetzt das Dach und der Innenraum an der Reihe. Zurzeit wird der Außenputz komplett entfernt. Anschließend erhält die Kirche in neues Schieferdach. Im Inneren ist die Orgelempore bereits verschwunden. Hinter der fest an der Rückwand der Empore eingebauten Orgel hatte der Schimmel guten Nährboden gefunden. Künftig steht die Orgel luftig im freien Raum und kann von der Rückseite her beheizt werden.

Zurzeit werden im Boden des Kirchenschiffes die Luftschächte für die Heizung vergrößert. Auch in ihnen hatte sich der Schimmel ausbreiten können. Anschließend wird die Kirche gereinigt. In drei bis vier Wochen soll sie dann auch von innen eingerüstet werden. Hier muss ebenfalls der komplette Putz entfernt werden, nachdem die Wände wegen des Schimmelbefalls bisher nur gründlich abgewaschen wurden. Das Innenleben von Sankt Laurentius wird sich im Laufe der Sanierung erheblich verändern. Haupt- und Seitenschiff sollen durch zwei neue Pfeiler optisch voneinander getrennt werden, so dass kleinere Gottesdienste künftig auch im Seitenschiff stattfinden können. „Dann ist dieser Teil eigenständig nutzbar. Schließlich gehen immer weniger Menschen in die Kirche“, sagt Karl-Josef Thiebes vom Kirchenvorstand, der die Baumaßnahme begleitet.

Auch die Eingangssituation wird neu gestaltet. Dadurch dass die frühere Wendeltreppe zur Empore ihre Funktion verloren hat, liegen sich die beiden Eingänge von der Heisterbacher Straße und der Rennenbergstraße künftig direkt gegenüber. Im hinteren Bereich des Seitenschiffes entsteht ein neuer Beichtraum. Vom Rennenberg aus erhält die Kirche zudem einen barrierefreien Zugang. Die neue Optik wurde den Oberdollendorfer Katholiken vor einiger Zeit an einem Modell des Zülpicher Architekten Max vorgestellt. Die schönen Motivfenster aus Buntglas, die zurzeit zum Schutz vor Beschädigung eingeschalt sind, werden ebenfalls saniert und erhalten zudem noch eine automatische Lüftung, die durch einen Feuchtigkeitsfühler gesteuert wird, der die Luft im Innenraum der Kirche misst.

Im Spätsommer 2017 soll Sankt Laurentius dann in neuem Glanz erstrahlen. Bis dahin müssen die Gottesdienstbesucher an den Werktagen weiterhin ins benachbarte Pfarrheim ausweichen. An den Wochenenden oder an Feiertagen orientieren sich die Oberdollendorfer Katholiken ganz nach Geschmack zurzeit nach Niederdollendorf, Heisterbach oder Römlinghoven.

Noch mehr historische Fotos gibt es auf der Homepage des virtuellen Brückenmuseum unter http://virtuellesbrueckenhofmuseum.de/.