Barockmusik für den guten Zweck

Hospizverein "Ölberg" veranstaltet Benefizkonzert in der Emmauskirche

Heisterbacherrott. Trotz des perfekten Sommerwetters war die Emmauskirche in Heisterbacherrott am Sonntagabend gut besucht: Der ökumenische Hospizverein "Ölberg" hatte anlässlich der Palliativtage NRW zu einem Benefizkonzert eingeladen.

Mehr als 20 Grad Außentemperatur, ein strahlend blauer Himmel – Hoch Tanja sorgte am Wochenende für goldenes Oktoberwetter. Wie nutzten die Menschen im Siebengebirge diese vielleicht letzten warmen Tage im Jahr? Ein Blick auf die Parkplätze im Siebengebirge zeigte, dass viele sich für einen Spaziergang in der Natur entschieden, auch vor den Eisdielen in Bad Honnef und Königswinter hatten sich lange Schlangen gebildet.

In Heisterbacherrott jedoch war noch ein anderer Ort bestens besucht: die Emmauskirche. „Ich finde es richtig berührend, dass trotz des guten Wetters so viele Menschen gekommen sind“, sagte Monika Schwertner vom ökumenischen Hospizdienst „Ölberg“ Königswinter. Der Verein hatte am Sonntagabend ein Benefizkonzert in der Emmauskirche ausgerichtet. Dass sich trotz des sommerlichen Wetters so viele Zuhörer eingefunden hätten, zeige, dass die Menschen dem Hospizverein zugetan seien, so Schwertner: „Wir sind hier in Königswinter sehr gut eingebettet.“

Palliativtage NRW

Anlass für das Konzert des Organisten Hans-Joachim Zick sowie der beiden Solisten Yulia Parnes und Hans-Wolf Schölling waren die „Palliativtage Nordrhein-Westfalen“, die am vergangenen Wochenende in Düsseldorf eröffnet und im Anschluss mit 132 Veranstaltungen in ganz NRW begangen wurden.

Schwertner nutzte die Gelegenheit, um zu betonen, wie viel sich in den vergangenen Jahren auf dem Gebiet der Hospizbewegung getan hat. „Im Jahr 1992 gab es 19 ambulante Hospizdienste in Nordrhein-Westfalen, heute sind es 306. Aus den zwei stationären Hospizdiensten sind heute 71 geworden. Es ist viel passiert.“

Das Benefizkonzert am Sonntag, das sich in diesem Jahr eher barocken Klängen widmete, war bereits das siebte, das Hans-Joachim Zick für den Hospizverein spielte. „Und ich bin immer wieder begeistert“, so Schwertner. Und es sind nicht nur die spielerischen Fähigkeiten, die ihn auszeichnen: Weil die Cellistin, die für das Konzert eingeplant war, krankheitsbedingt absagen musste, hatte Zick kurzerhand das Programm umgeschrieben, andere barocke Stücke sowie Improvisationen und selbstzusammengestellte Suiten eingebaut, für die er aus dem Publikum „Bravo“-Rufe erntete.

Yulia Parnes und Hans-Wolf Schölling

Und auch die beiden Solisten Yulia Parnes und Hans-Wolf Schölling wussten zu begeistern. Die Sopranistin, die bis 2012 an der Bonner Oper sang, bestach insbesondere durch ihre glasklare Stimme und die gekonnten Triller in den barocken Stücken, der Tenor Schölling mit seinem Stimmvolumen, das er durch den Kirchenraum zu tragen wusste. Kennengelernt hatten sich die drei Musiker beim Singkreis des Altenheims Marienhof.

Er setze sich gerne im sozialen Bereich ein, erklärte Zick. Neben den regelmäßigen Benefizkonzerten, die er für den Hospizverein spielt, besucht er zweimal in der Woche das Bad Honnefer Altenheim, singt dort mit den Senioren und begleitet sie am Klavier. Die professionellen Sänger Parnes und Schölling halfen beim Singkreis mit, und seitdem sind die drei gute Freunde.

Tabuthema "Tod"

Mit dem Benefizkonzert unterstützten die Musiker ebenso wie die Zuschauer die Arbeit des Hospizvereins. Die Einnahmen des Konzerts fließen in die Bereiche der Hospizarbeit, die von den Krankenkassen nicht unterstützt werden. Das sind zum Beispiel die Trauerbegleitung oder aber Projekte wie „Hospiz macht Schule“, bei denen sich Schüler in Workshops mit dem Tabuthema Tod beschäftigen. „Wir merken einfach, wie wichtig das ist“, sagte Schwertner.

Und so war das Konzert in doppelter Hinsicht ein Erfolg – durch den musikalischen Auftritt auf der einen sowie durch die vielfältige Unterstützung für die Arbeit des Hospizvereins „Ölberg“ auf der anderen Seite.