Kalender zum 135. Geburtstag Historische Aufnahmen zeigen die Drachenfelsbahn

Dieses Bild der Drachenfelsbahn entstand in den 1930er Jahren. Das Motiv findet sich auch im Kalender wieder.

Königswinter. Die Drachenfelsbahn wird im kommenden Jahr 135 Jahre alt. Dazu ist ein Kalender mit historischen Aufnahmen der ältesten Zahnradbahn Deutschlands erschienen. Die Bilder zeigen: Einiges, aber nicht alles hat sich seit 1883 verändert.

Beginnend an der Talstation, weiter durch die Steinbrücke und über das achtbogige Viadukt bis hinauf auf den Drachenfels. Die Route der Drachenfelsbahn ist seit 1883 die gleiche. Und doch hat sich dort bis heute über die Jahrzehnte und Jahrhunderte so einiges verändert, wie ein Bild-für-Bild-Vergleich von zwölf historischen und aktuellen Aufnahmen zeigt. Diese finden sich in zwei Kalendern wieder, die die Bergbahnen im Siebengebirge AG anlässlich des 135. Geburtstages der Drachenfelsbahn 2018 nun herausgebracht hat. „Es ist eine Gegenüberstellung von damals und heute“, so Vorstand Klaus Hacker.

Die Ursprungsidee war eigentlich eine andere, verrät er. Zunächst war ein Zwei-Jahres-Tischkalender geplant, der jeden Monat erst eine historische und im Jahr darauf die entsprechende Aufnahmen von heute zeigen sollte. Doch das Handling wurde als unpraktisch empfunden, sodass die Entscheidung auf einen Tischkalender für ein Jahr und einen Wandkalender fiel. Ersterer zeigt nun ein altes Motiv auf der Vor- und das aktuelle auf der Rückseite, Zweiter stellt im Din-A3-Format die beiden Aufnahmen untereinander.

Der "nördlichste Weinberg Deutschlands"

Wer einen der Kalender zu Hause hat, unternimmt quasi eine Fahrt mit der Zahnradbahn. „Im Januar steigen wir ein, im Dezember kommen wir an“, fasst Hacker das Konzept zusammen. Von einer Ansicht der Talstation am Jahresbeginn bis zur Luftbildaufnahme des Plateaus und des Drachenfels zeigt der Kalender nicht nur die Bahn an sich, sondern nimmt auch die Umgebung unter die Lupe.

Die Bergstation der Drachenfelsbahn und das Pferdefuhrwerk, aufgenommen im Jahr 1962.

 

So ist zu erkennen, dass das Plateau in den 1930er Jahren ähnlich weitläufig war, wie es heute wieder ist. Zwischenzeitlich, von 1976 bis 2011, stand dort ein großer Betonbau, seit mehr als vier Jahren bietet ein Restaurant im Glaskubus wieder mehr Freifläche – wie vor 80 Jahren. Ein anderes Foto zeigt: Wo früher am Drachenfels noch Wein angebaut wurde, wachsen heute Bäume. „Das war sogar mal der nördlichste Weinberg Deutschlands“, so Hacker.

Genaue Jahreszahlen sind unbekannt

Solche Informationen finden sich jedoch nicht unter den Bildern, auch genaue Jahreszahlen der Aufnahmen stehen dort nicht. Zwischen 1883 und den 1930er Jahren sind sie entstanden, die genauen Jahreszahlen seien jedoch oft unbekannt, sagt Hacker. „Der Fundus der Bilder war gering“, beschreibt er ein generelles Problem bei der Suche nach passenden Motiven. Nur rund zehn Aufnahmen hätten er und seine Mitstreiter spontan bei sich im alten Archiv gefunden, weitere dann über das Heimatmuseum bekommen.

„Die Drachenfelsbahn hat nie richtig selbst archiviert. Die Daten liegen nicht mehr vor“, bedauert der Vorstand. Auch sei generell viel Material verloren gegangen, sagt er, beispielsweise nach der Schließung der Petersbergbahn 1958. „Es ist schade, dass das früher egal war; warum auch immer“, wundert sich Hacker. Zusammen mit dem Designer Bernd Rommelrath aus Königswinter hat er sich hingesetzt und die Bilder für die Kalender ausgewählt. Die neuen Fotografien wurden dann aus gleicher oder ähnlicher Perspektive wie die historischen Bilder aufgenommen, erklärt er das Vorgehen.

Diese Aufnahme der Talstation entstand circa im Jahr 1890.

 

75 Mal um die ganze Welt

Inspiriert wurden sie durch den Fotografen Christian Klant. Dieser hatte im Frühjahr mit der historischen Kollodium-Nassplattentechnik Aufnahmen von der Bergbahn gemacht. Im November kommt er erneut nach Königswinter, um weitere Aufnahmen zu machen. Darunter die Nachstellung eines Motivs von 1883, als sich alle Handwerker beim Bau der Bahn für ein Foto aufgestellt hatten.

Anlässlich von 135 Jahren Drachenfelsbahn sollen Klants Fotografien in der Talstation ausgestellt werden, so der Geschäftsführer zu den Planungen für 2018. Weitere Pläne, den Geburtstag zu feiern, gebe es derzeit nicht. „Wir sind noch in der Entwicklung“, sagt Hacker nur und ergänzt: „Vielleicht kriegen wir noch etwas gestaltet.“ Ein anderer Meilenstein steht ebenfalls an.

Hacker: „Mehr als 2,95 Millionen Kilometer hat die Zahnradbahn bislang zurückgelegt.“ Passend zu 135 Jahren könnte somit die Drei-Millionen-Marke fallen, hofft er. Bedeutet: Die Bahn ist bereits fast 75 Mal um den Äquator gefahren. Mehr als 40 Millionen Menschen wurden innerhalb der drei Jahrhunderte bislang befördert – und immer beginnend an der Talstation, durch die Steinbrücke, über das achtbogige Viadukt bis auf den Drachenfels. Manches ändert sich eben nie.

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