Verein investiert erneut in die Jugend

Heimstatt e.V. Bonn baut in Oberdollendorf

Versenkten die Zeitkapsel im Grundstein: Harry Wolff (v.l.), Heinz Meyer und Dietmar Willmann.

Versenkten die Zeitkapsel im Grundstein: Harry Wolff (v.l.), Heinz Meyer und Dietmar Willmann.

OBERDOLLENDORF. Auf dem Gelände des Jugendwohnens Sankt Sebastian in Oberdollendorf entsteht ein modernes Haus mit sieben Appartements für die betreuten Jugendlichen und einem Büro für die pädagogischen Mitarbeiter. Einzugstermin ist im Januar 2018.

Die Grundmauern stehen schon. In weniger als einem Jahr wird das neue Gebäude auf dem Gelände des Jugendwohnens Sankt Sebastian jungen Menschen auf dem Weg in ein selbstständiges Leben eine wichtige Heimstatt und Hilfe sein. Mit der Grundsteinlegung erfolgte der symbolische Beginn des Neubaus der Einrichtung des Heimstatt e. V. Bonn. Im Januar 2018 soll das Haus bezugsfertig sein. Verteilt auf zwei Geschosse entstehen unter anderem sieben Appartements. Zusätzlich werden angrenzende Zimmer als Unterrichtsraum für das Mut-Projekt umgebaut und modernisiert – alles in allem eine Investition von rund einer Million Euro.

„Dies ist ein weiterer, sehr mutiger Schritt, modernes Jugendwohnen zu ermöglichen“, sagte Harry Wolff, Geschäftsführer Heimstatt e. V. Bonn, bei der Feier an der Baustelle. An der nahmen neben weiteren Mitgliedern des Heimstatt-Vorstandes Bürgermeister Peter Wirtz, Einrichtungsleiter Dietmar Willmann und weitere Teammitglieder, Vertreter der Jugendämter Bonn und Königswinter und einige der jungen Menschen teil, die im Jugendwohnen betreut werden.

Pfarrer Dariusz Glowacki sprach die Segensworte, bevor die Zeitkapsel mit einer Urkunde, einer tagesaktuellen Ausgabe des General-Anzeigers sowie einigen Münzen versiegelt und im Grundstein eingemauert wurde. Ein zusätzliches Geschenk überreichte Vorstandsmitglied Heinz Meyer: ein massives Vogelhaus aus Holz, als Symbol für den sicheren Hafen, den auch das Jugendwohnen bietet.

Einrichtung besteht seit Ende der 1940er Jahre

Das Jugendwohnen Sankt Sebastian wurde Ende der 1940er Jahre von Pater Johannes Haas von der Gemeinschaft der Herz-Jesu-Priester gegründet, seinerzeit als Lehrlingswohnheim. In den 1960er Jahren wurde das Haus von der Heimstatt e.V. Bonn als Träger übernommen.

In späteren Jahren lebten dort unter anderem junge Flüchtlinge wie „Boatpeople“ aus Vietnam und junge Spätaussiedler, etwa aus Polen und der früheren Sowjetunion. Aktuell verfügt das Haus über 39 Plätze und bietet ein differenziertes Betreuungs- und Hilfeangebot. Zentrales Anliegen der erzieherischen Hilfen ist es, auf dem Weg in die Selbstständigkeit zur Seite zu stehen. Das Jugendwohnen Sankt Sebastian arbeitet eng mit den Jugendämtern in der Region zusammen. Aktuell werden auch zehn minderjährige unbegleitete Flüchtlinge betreut.

Heimstatt e. V. ist ein 1946 von katholischen Christen gegründeter Verein, der überwiegend in Bonn Einrichtungen der stationären Erziehungshilfen, der Offenen Jugendarbeit und der Jugendsozialarbeit unterhält. Insgesamt arbeiten rund 100 Mitarbeiter bei dem Trägerverein, für den Bildung und Ausbildung als Fundament für die Zukunft der jungen Menschen eine große Rolle spielen. In Oberdollendorf werden Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 13 und 19 Jahren betreut. Neben Wohnangeboten gibt es eine Tagesgruppe, das so genannte Mut-Projekt, sowie unterschiedliche ambulante Angebote für junge Menschen und deren Familien.

Sanierung des Altbaus lohnte nicht

Mit Architekt Raimund Schumacher wurde bereits an der Bonner Kölnstraße ein Projekt des Heimstatt e. V. in die Tat umgesetzt. In Oberdollendorf stand am Platz des Neubaus bis Januar ein älteres Gebäude. Aufgrund erheblicher Feuchtigkeitsschäden entschied sich der Trägerverein jedoch schließlich gegen eine Sanierung und Erweiterung und somit für einen Neubau, so Schumacher. Ermöglicht wurde der Bau zuvorderst mit öffentlichen Mitteln, die unter anderem vom Land kamen. Unterstützt wird das Bauprojekt zudem von der Erzdiözese.

Der Neubau biete mehr Platz und entspreche hinsichtlich Aufteilung und Gestaltung dem Anspruch, den jungen Menschen optimale Bedingungen zur Verselbstständigung zu bieten, so Wolff. Neben den Appartments mit Küchenzeile und Nasszelle entsteht im Neubau auch ein Büro für die pädagogischen Mitarbeiter. Über einen Zugang erreichbar sind zudem die Räume, in denen das Mut-Projekt als teil-stationäres Angebot angesiedelt ist.