Peter Krämer

Heimatvereinschef entdeckt seltenes Foto der Villa Trillhaase

Seltener Fund: Um 1950 entstand das Foto der Villa Trillhaase; links die Sternwarte.

Königswinter. Es ist eine kleine Sensation. Von der Villa Trillhaase ist bisher kaum Fotomaterial vorhanden. Es gibt neben einem Bild von der Brandruine lediglich eine Aufnahme vom Sumpfweg mit Petersbergblick, auf der schemenhaft die Villa des Malers Adalbert Trillhaase zu sehen ist.

Jetzt tauchte ein Foto aus einem Nachlass auf, das den oberen Bereich der Villa mit Turm und Sternwarte zeigt. Peter Krämer, Vorsitzender des Heimatvereins Siebengebirge, und seine Schwester Dorle Henseler entdeckten das Bild beim Durchblättern eines Albums aus dem Nachlass ihrer Tante Elisabeth Krämer. Das Foto stammt aus der Zeit um 1950.

Die Freude bei Elmar Scheuren, dem Leiter des Siebengebirgsmuseums, war groß, als die Geschwister die Aufnahme dem Museum zur Verfügung stellten. Zumal dort derzeit die Ausstellung mit Werken von Trillhaase läuft.

Durch ein Großfeuer 1959 wurde die um 1885 errichtete Villa vernichtet, in der Trillhaase die letzten Jahre vor seinem Tod 1936 verbrachte. Der Park blieb bisher unbebaut.

Die Heimatfreunde Niederdollendorf haben inzwischen im Einvernehmen mit der Unteren Denkmalbehörde und dem neuen Eigentümer des Parkgeländes der Villa einen Stein sichergestellt. Es ist möglicherweise der alte Markstein, der einst die Grenze zwischen der Mark Dollendorf und Königswinter markierte, ein 80 mal 80 Zentimeter großer Latit, der nach Beendigung der Bauarbeiten auf dem Gelände wieder aufgestellt werden soll.

Auch wenn er nicht die Bedeutung eines Grenzsteins haben sollte, gehört er doch immerhin zu diesem Park und wurde entweder von Maler Trillhaase oder auch von den einstigen Besitzern aufgestellt. Familie von Waldhausen hatte die Villa von dem heimischen Bauunternehmer Krebs errichten lassen.

Wer ebenfalls helfen möchte, das Andenken an den Maler Trillhaase in Königswinter zu bewahren, kann das mit einer Spende tun: Das Museum möchte gerne eines der ausgestellten Werke erwerben, nämlich die Zeichnung "Der Seewandel". Die Hälfte der Kaufsumme von 7500 Euro wurde bereits aufgebracht.