Komponist aus Oberdollendorf

Heimatverein ehrt Caspar Joseph Brambach

Der Oberdollendorfer Peter Kolf (r.) recherchierte für und stiftete die Gedenktafel für Caspar Joseph Brambach.

Der Oberdollendorfer Peter Kolf (r.) recherchierte für und stiftete die Gedenktafel für Caspar Joseph Brambach.

OBERDOLLENDORF. Auf sein Konto geht unter anderem das Bergische Heimatlied: Mit einer Erinnerungstafel erinnert der Heimatverein Oberdollendorf und Römlinghoven seit neustem an den Oberdollendorfer Komponisten des 19. Jahrhunderts.

Einst stand dort die „Pension am Brunnen“; nun brachte der Heimatverein Oberdollendorf und Römlinghoven auf dem Parkplatz Rebstock in einer Feierstunde eine Tafel an, die an einen berühmten Oberdollendorfer Sohn erinnert. Am 14. Juli 1833 wurde in jenem Haus Caspar Joseph Brambach geboren, Komponist, Dirigent und Musiker.

Die Gedenkplakette wurde an dessen 186. Geburtstag durch Peter und Katharina Kolf enthüllt. Die Eheleute hatten nicht nur die Idee zur Würdigung, sondern stifteten auch die Tafel, die eine Ansicht des Hauses, ein Porträt Brambachs, seine Lebensdaten und einige Notenzeilen seines berühmtesten Lieds zeigt, das Bergische Heimatlied, das heute noch als Hymne des Bergischen Landes gesungen wird.

Heimatvereinsvorsitzender Peter Wilhelm Kummerhoff, der aus dem Leben Brambachs berichtete, dankte Peter Kolf für sein Engagement. Kolf ist Mitglied im Oberdollendorfer Kirchenchor und im Männergesangverein und gehörte 22 Jahre dem Schubertbund Siegburg an. „Dort habe ich das Bergische Heimatlied gesungen, aber ich wusste nicht, dass der Komponist so wie ich aus Oberdollendorf stammt“, erzählte Kolf, der den Architekten Gerd Rausch für die Gestaltung der Tafel gewann.

Live-Ständchen des Rheinischen Heimatlieds

Rolf Beitzel hatte dieses Lied etwas umgetextet – zum Rheinischen Heimatlied, um es mit einigen Sängern des Chors ars vocalis und früheren MGV-Sängern während der Feier vorzutragen. Vizebürgermeister Norbert Mahlberg gestand, erstmals bewusst ein Lied dieses großen Sohnes von Oberdollendorf gehört zu haben. Er bedankte sich für das Engagement der Heimatvereinsmitglieder, die mit ihrer Initiative dafür Sorge trugen, dass Brambach nicht vergessen wird und sich überhaupt um Heimatgeschichte kümmern.

Kolf war durch das virtuelle Brückenhofmuseum auf die bedeutende Oberdollendorfer Persönlichkeit aufmerksam geworden, hatte Archive in Bonn besucht und auch den Friedhof von Poppelsdorf, wo Brambach nach seinem Tod am 19. Juni 1902 ein Ehrengrab erhalten hatte. Bei einem Hauskonzert bei der Familie Beitzel entstand dann die Idee, berichtete Kummerhoff, Brambach zu ehren.

Ein Leben für die Musik

Seine Eltern – Klavierstimmer, Orgelbauer und Musiklehrer Franz Jacob Brambach und Catharina Gertrud Brambach, Tochter eines umherziehenden Marionettenspielers – zogen nach Bonn, als Caspar Joseph zwei Jahre alt war. Vom Vater erhielt er Musikunterricht, sollte aber nach dem Abitur Theologie studieren. Der junge Mann setzte sich durch und begann am Kölner Konservatorium 1851 sein Musikstudium. Nach dem Abschluss ermöglichte ihm das Mozart-Stipendium des Frankfurter Liederkranzes, seine Kompositionsausbildung zu vervollkommnen. Von 1859 bis 1861 lehrte er am Kölner Konservatorium.

Dann folgte er dem Ruf nach Bonn, wo er mit erst 27 Jahren zum Bonner Musikdirektor gewählt worden war. Ihm oblag neben der Leitung des Orchesters auch die Führung des städtischen Gesangvereins. Von 1862 bis 1877 dirigierte er außerdem den Bonner Männergesangverein Concordia, für den er zahlreiche Chorwerke schuf. Diese Aufgabe begründete nachhaltig seinen Ruf als Männerchor-Komponist.

Brambach wurde in den „Bonner Philologenstreit“ zwischen zwei Philologieprofessoren hineingezogen, wodurch er gezwungen war, 1869 seine Ämter abzugeben. Nun widmete er sich vorwiegend seinen Kompositionen. Der spätere Generalintendant der Preußischen Staatsoper Berlin, Max von Schillings, war sein bedeutendster Schüler. Sogar Friedrich Nietzsche sang unter Brambachs Leitung. Sänger aus ganz Deutschland reisten im Jahr 1902 zu seiner Beerdigung an. Nun hat er seinen Erinnerungsplatz in Oberdollendorf.