Siebengebirgsmuseum

Heimatverein übergab ein Bildnis des Malers Franz Ittenbach

36 Zentimeter hoch, 29 Zentimeter breit: Museumsleiter Elmar Scheuren (v.l.) freute sich über das Bild, das Heinrich Blumental, Lore Heyne und Peter Krämer vom Heimatverein überreichten.

KÖNIGSWINTER. Seit drei Generationen befand sich das Bild in der Familie des letzten Besitzers. Jetzt gehört es zum Bestand des Siebengebirgsmuseums. Und zum 201. Geburtstag des Malers Franz Ittenbach am 18. April dieses Jahres wird Museumsleiter Elmar Scheuren den Neuzugang im Foyer ausstellen.

Es zeigt nämlich den berühmten Sohn Königswinters in Öl: 36 Zentimeter hoch und 29 Zentimeter breit ist das Gemälde. Ehrenvorsitzender Heinrich Blumenthal und Vorsitzender Peter Krämer vom Heimatverein Siebengebirge hatten es im Auktionshaus Plückbaum in Bonn für den Verein erstanden und überreichten es nun auf der Jahreshauptversammlung im Siebengebirgsmuseum an Scheuren.

Das Bild wurde laut Signatur von Otto Grashof (1812-1876) geschaffen. Die bisherigen Eigentümer standen nach Auskunft des Auktionshauses in verwandtschaftlicher Beziehung zu diesem aus Prenzlau stammenden Maler. Innerhalb der Familie wurde das Werk immer als Bildnis Ittenbachs vererbt. Der Maler aus Königswinter besuchte, bevor er sich 1831 an der Düsseldorfer Akademie einschrieb, die Zeichenschule von Franz Katz in Köln.

Dort hatte 1826 auch Otto Grashof vor seinem Wechsel nach Düsseldorf gelernt. Ittenbach und Grashof waren beide von 1832 bis 1834 Schüler des Düsseldorfer Genremalers Theodor Hildebrandt. In dieser Zeit muss das Bild entstanden sein. Es zeigt Ittenbach im Alter von etwa 20 Jahren. Der Oberkörper ist dem Betrachter zugewandt. In der rechten Hand hält der Maler einen Zeichenstift, der zum Herz gerichtet ist.

Eine symbolische Geste: Die Malerei ist ihm eine Herzenssache. Ittenbach hatte eine Lehre als Kaufmann bei seinem Bruder abgebrochen und sich ganz der Kunst verschrieben. Der Porträtierte trägt die für diese Epoche typische Kleidung: weißes Hemd, schwarze Schalkrawatte, dunkler Rock. Das Selbstbildnis von Franz Ittenbach, das er im Alter von 19 Jahren von sich angefertigt hatte und 2013 zum 200. Geburtstag im Siebengebirgsmuseum als Leihgabe gezeigt wurde, befindet sich mittlerweile wieder im Diözesanmuseum Köln.

Nun also hat das Museum selbst ein Ittenbach-Porträt. Dass es sich tatsächlich um ihn handelt, gilt als gesichert. Einen direkten Vermerk auf dem Bild gibt es zwar nicht, das Auktionshaus hatte jedoch die Physiognomie mit anderen Ittenbach-Darstellungen verglichen. Die Firma Plückbaum überließ beim Erwerb des Ölbildes dem Heimatverein noch ein weiteres Werk, das vermutlich von Franz Ittenbach stammt.

Dabei handelt es sich um die Studie eines jungen Männerkopfes im Profil. Möglicherweise zeigt es den Johannes oder einen der anderen Jünger. Franz Ittenbach gehörte bekanntlich zu der Gruppe der Nazarener und malte die Apollinariskirche von Remagen mit aus. Auch danach pflegte der 1879 in Düsseldorf verstorbene Künstler die religiöse Malerei. Das zweite Bild, das nun dem Museum gehört, ist allerdings in sehr schlechtem Zustand. Auch das Ittenbach-Porträt von Grashof müsste restauriert werden. Elmar Scheuren hofft, dass sich dafür Sponsoren finden.

Die Mitglieder des Heimatvereins freuten sich über diesen Neuzugang für das Bildarchiv des Museums. Ein Plus gibt es aber auch im Verein selbst. "Wir konnten 31 neue Mitglieder gewinnen", zog Peter Krämer eine positive Bilanz. Für einige von ihnen war der Anlass zum Eintritt die Herausgabe des Buches "Von Burgen & Basiliken" von Heinrich Blumenthal. Der Ehrenvorsitzende hatte dieses Büchlein als Geschenk nur für die Mitglieder verfasst. Der Heimatverein hat jetzt 262 Mitglieder. Auch das Archiv wird immer umfangreicher.

Leiter Ansgar Klein hat etwa alte preußische Akten erhalten, die aus der Stadtverwaltung Königswinter, Oberpleis und Oberkassel stammen. Der Vorsitzende überließ dem Archiv Unterlagen seines Großvaters aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Ein Schatz: Dokumente, die Soldaten aus Königswinter betreffen, die am Ersten Weltkrieg teilgenommen haben. Vorstandsmitglied Christian Kieß hielt nach der Bilanz einen Vortrag über den Breiberg und beschrieb auch die Wege, die zu ihm führen. Die Fotos dazu waren so schön, dass einige Mitglieder recht bald dahin wandern wollen.